Handball

Boomhouwer lässt die Löwen zuletzt lachen

Tom Kare Nikolaisen (l.) nimmt Jeffrey Boomhouwer als Erstes in Empfang, nachdem der Niederländer in letzter Sekunde das Siegtor für den BHC erzielt hat. Foto: Moritz Alex
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Tom Kare Nikolaisen (l.) nimmt Jeffrey Boomhouwer als Erstes in Empfang, nachdem der Niederländer in letzter Sekunde das Siegtor für den BHC erzielt hat.

Bundesliga: Der Bergische HC schlägt Frisch Auf Göppingen nach spektakulärer Schlussphase 29:28 (15:12).

Von Thomas Rademacher

Sechs Mal hatte der Bergische HC in der Bundesliga bereits unentschieden gegen Frisch Auf Göppingen gespielt – so häufig wie gegen keinen anderen Kontrahenten. Und genau danach sah es wieder aus, als Sebastian Heymann wenige Sekunden vor der Schlusssirene für die Schwaben ausglich. Doch die Löwen konterten blitzschnell, Jeffrey Boomhouwer kam zum Wurf, nahm Maß und versenkte zum umjubelten 29:28-Endstand.

„Es freut mich unheimlich für die Mannschaft, der man angemerkt hat, dass sie das Spiel in Wetzlar vergessen machen wollte. Aber es freut mich auch sehr für Jeffrey, der in dieser Saison bisher nicht nur Höhen gehabt hatte“, sagte ein sichtlich zufriedener BHC-Geschäftsführer Jörg Föste nach dem Schlusspfiff. Tatsächlich präsentierten sich die Löwen in der Klingenhalle eine Klasse besser als noch vier Tage zuvor bei der HSG Wetzlar (22:30). Die bei den Mittelhessen so schmerzlich vermisste robuste Abwehr war gegen die Schwaben von Anfang an auf der Höhe und legte damit den Grundstein zu einem ordentlichen Spiel, in dem die Mannschaft auch offensiv in Phasen an den glanzvollen Teil dieser Bundesliga-Saison erinnerte. Dann nämlich, wenn die Bergischen ihre Tore sehr sehenswert herausarbeiteten.

Wie erwartet, lief es offensiv aber nicht von Anfang an aus einem Guss. Die Gastgeber benötigten individuelle Qualität – und bekamen sie zunächst vor allem durch David Schmidt. Der Linkshänder, der zuletzt glücklos agiert und daher sehr frustriert gewirkt hatte, erwischte einen tollen Start in die Partie. Auf dem Weg zum 7:4-Vorsprung warf er vier Mal auf das Tor und hatte jeweils Erfolg. Schmidt leistete sich zwar einen Fehlpass, blieb aber unbeirrt und holte einen Siebenmeter heraus, den Arnor Gunnarsson nicht verwandelte. Gleiches passierte eine Minute später auch Jeffrey Boomhouwer.

Liegengelassene Chancen wie diese schmerzten die Löwen auch gegen Göppingen, doch aus dem Konzept ließen sie sich nicht bringen. Auch nicht, als Göppingen in Überzahl einen Drei-Tore-Rückstand aufholte und zum 11:11 ausglich. Tomas Babak drehte nun auf, zeigte Zug zum Tor, traf drei Mal aus unterschiedlichen Positionen und war entscheidender Mann beim Herausspielen der 15:12-Halbzeitführung.

Babak blieb auch nach Wiederbeginn wichtigster Mann auf dem Feld. Der Tscheche setzte Max Darj in Szene und traf nach tollem Zweikampf gegen Kneule zum 19:18, nachdem die Göppinger ihre zweite Überzahl-Situation wieder maximal ausgenutzt hatten. Das schafften die Hausherren in der Folge nicht. Csaba Szücs warf den Ball neben das leere Tor.

Der BHC hatte zwar auch danach immer wieder Chancen, sich ein wenig abzusetzen, ließ aber gute Gelegenheiten ungenutzt – wie zum Beispiel durch Szücs oder zum wiederholten Male Gunnarsson. Beim Stand von 21:21 wurde es beidseitig richtig chaotisch. Sebastian Hinze nahm eine Auszeit, in der er sein Team auf die nächste Unterzahl-Situation einstellte, zumal es bei denen zuvor nicht gut ausgesehen hatte. Diesmal lief es besser: Arnor Gunnarsson legte vor, Kresimir Kozina glich aus, und dann brachte Alexander Weck auch mal einen Strafwurf für die Löwen im Netz unter – scheiterte aber kurz darauf bei seinem nächsten Versuch ebenfalls.

Überragender Tomas Babak dominiert die Schlussphase

Zehn Minuten vor Schluss überboten sich die Mannschaften gegenseitig mit Fehlern in der Offensive. Doch Tomas Babak behielt die Nerven. Der Tscheche erzielte die wichtigen Treffer zum 26:25, 27:26 und 28:26. Den Sieg hatten die Löwen damit aber noch trotzdem noch nicht sicher. Sekunden vor dem Ende standen die Weichen auf Remis. Diesmal aber schlug das Herz des Handballgottes bergisch.

Personal

Fabian Gutbrod musste kurzfristig passen. Der Mannschaftskapitän hat sich eine Erkältung eingefangen. Für ihn rückte Daniel Fontaine als dritter Rückraum-Linker neben Lukas Stutzke und Alexander Weck in den Kader. Um die Aufstellung auf die geforderten 16 Spieler zu reduzieren, verzichtete Trainer Sebastian Hinze erneut auf Kreisläufer Tom Bergner.

Lesen Sie auch: Gunnarssons kurioser Siebenmeter ist wegweisend

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