Handball

BHC will in neuer Spielstätte zu alter Stärke finden

Mannschaftskapitän Linus Arnesson war zuletzt nicht immer zufrieden – am Donnerstag will er es wieder sein.
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Mannschaftskapitän Linus Arnesson war zuletzt nicht immer zufrieden – am Donnerstag will er es wieder sein.

Bundesliga: Die Bergischen treffen bei ihrer Premiere in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle auf die Rhein-Neckar Löwen.

Von Thomas Rademacher

Solingen. Für einen großen Teil des BHC-Kaders dürfte die Bundesliga-Partie am Donnerstagabend (19.05 Uhr) gegen die Rhein-Neckar Löwen auch deshalb eine besondere sein, weil es sich um das erste Aufeinandertreffen mit dem ehemaligen Trainer handelt (das ST berichtete). Dass der Bergische HC gegen das neue Team von Sebastian Hinze spielt, ist für seinen Nachfolger freilich völlig unerheblich. „Für mich ist es das Duell gegen das aktuell heißeste Team der Liga“, sagt Jamal Naji. „Darauf freuen wir uns – und wir sind natürlich alle neugierig, die neue Spielstätte kennenzulernen.“ Zum ersten Mal bestreitet der BHC eine Begegnung in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle.

„Ich finde die Rahmendaten vielversprechend“, meint Torhüter Christopher Rudeck. „Rund 4000 Zuschauer können eine optimale Kulisse bieten. Die Lage zu Solingen und Wuppertal ist auch sehr gut. Ich bin sehr gespannt, wie das am Donnerstag wird, und freue mich sehr darauf.“ Nicht ganz so überschwänglich war Rudecks Stimmung in den vergangenen Tagen. „Das Spiel in Hamburg hat schon arg gedämpft. Ich finde, das war eine unerklärliche Leistung – wirklich schon extrem schlecht“, ordnet der Keeper die 23:33-Niederlage beim HSV ein. „In der zweiten Halbzeit sah es dann sogar so aus, als ob wir uns ergeben. Ich hoffe, dass wir uns am Donnerstag wieder stabilisieren.“

Rudeck ist zuversichtlich, dass dies gelingt. „Wir haben gleich in der ersten Einheit danach sehr gut trainiert.“ Das sieht auch Jamal Naji so: „Da hat das Team schon eine Reaktion gezeigt – es ging sehr intensiv zur Sache.“ Die Pleite analysiert der Coach auch mit etwas Distanz fast so wie direkt nach dem Spiel – mit einem Unterschied: „In der zweiten Halbzeit war mein Impuls, dass wir uns hängen gelassen haben.“ Entsprechend leidenschaftlich war die Ansprache des Coachs in einer Auszeit. „Der Eindruck hat sich im Nachgang nicht bestätigt. Es kam in dem Spiel einfach vieles zusammen, das sich unter dem Strich als gebrauchter Tag bezeichnen lässt.“

Die Mitsubishi Electric Halle (vorher Philipshalle) diente noch nie als Heimspielstätte des Bergischen HC. Das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen ist das erste von vier in dieser Saison.

Neben zahlreichen technischen Fehlern hätte im Rückraum wenig funktioniert – und das Spielglück hatten bei einer Abpraller-Statistik von 6:0 auch die Hamburger auf ihrer Seite. Naji: „Warum es so gelaufen ist, kann ich auch nicht erklären. Ich denke, es gehört in einer Entwicklung leider auch dazu – die verläuft nun einmal wellenförmig. Und unser Spiel in Hamburg war ein tiefes Tief.“

Gegen die Rhein-Neckar Löwen soll es – unabhängig vom Ergebnis – wieder besser laufen. „Wobei wir natürlich zugreifen wollen, wenn uns der Gegner die Chance dazu gibt“, sagt Naji, den die bisherigen herausragenden Leistungen der Mannheimer (10:0-Punkte) nicht überraschen. „Ich kenne die Qualitäten von Sebastian Hinze. Mir war klar, dass er in der Lage ist, eine Mannschaft, die unterperformt hat, wieder in die Spur zu bringen. Wenn alles gut läuft, traue ich ihr sogar zu, um die Champions-League-Plätze zu spielen.“

Dazu habe sich der Verein unheimlich clever verstärkt. Der BHC-Trainer meint damit Halil Jaganjac und Olle Forsell Schefvert, die die Deckung stabilisiert haben. „Und daraus kommt eine brutal gute erste Welle, über die die Rhein-Neckar Löwen unheimlich viele Tore gemacht haben.“ Naji fordert daher: „Wir müssen unbedingt gut in den Rückzug kommen – das heißt, jeder muss früh wahrnehmen, dass die finale Aktion in unserem Angriff kommt. Wenn wir die Konter nicht unterbinden, haben wir keine Chance.“ Dass der Coach hofft, selbst aus einer starken Deckung ins Tempospiel und zu einfachen Toren zu kommen, dadurch weniger im Positionsangriff zu spielen, verstehe sich von allein. „Das ist eigentlich gegen jeden Gegner so.“

Positiv bleibt beim BHC die Personalsituation. Die Mannschaft wird mit denselben 16 Spielern antreten wie in den Partien zuvor. Die in dieser Saison noch nicht eingesetzten Csaba Szücs und Fabian Gutbrod fehlen noch, aber „ich hoffe, dass uns beide nach der Länderspielpause wieder zur Verfügung stehen“, sagt Naji und meint damit: Mitte Oktober.

Rund um den Bergischen HC

Bilanz: Von 18 Bundesligaspielen gegen die Rhein-Neckar Löwen gewann der BHC eines: Am 13. September 2014 hieß es 24:23. Zudem gab es vorige Saison ein 25:25. Alle anderen Partien gingen an Mannheim.

Tickets: Die Abendkasse in der Mitsubishi Electric Halle öffnet. Im Vorverkauf sind Karten auch erhältlich: bhc06.de/tickets

Podcast: In der Löwenzeit, dem BHC-Podcast von ST und Radio RSG, ist in dieser Woche Tim Nothdurft zu Gast. Der neue Linksaußen verrät, warum er Balingen nach zwölf Jahren verlassen hat, und, warum er beim BHC nur noch Tony genannt wird. Die Folgen gibt's bei allen gängigen Podcast-Hostern und hier.

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