Handball

BHC visiert den vierten Erfolg in Serie an

Mit Überblick: Linus Arnesson benötigte eine Weile, bis er seine Sicherheit gefunden hatte, zeigte dann aber eine starke Vorstellung in der Spielsteuerung. Fotos: Andreas Fischer
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Mit Überblick: Linus Arnesson benötigte eine Weile, bis er seine Sicherheit gefunden hatte, zeigte dann aber eine starke Vorstellung in der Spielsteuerung.

Handball-Bundesliga: Dem 36:29 bei GWD Minden folgt mit Leipzig bereits am Sonntag die nächste Aufgabe

Von Thomas Rademacher

Torhüter Christopher Rudeck bringt es auf den Punkt: „Wir wussten nach der längeren Pause nicht so richtig, wo wir stehen.“ Umso zufriedener zeigten sich Spieler und Trainer des Bergischen HC nach dem 36:29-Erfolg in der ersten Bundesliga-Begegnung 2021 bei GWD Minden. „Man muss schon sagen, dass wir in der zweiten Halbzeit dominiert haben und völlig verdient so klar gewonnen haben“, findet Max Darj, der mit seiner Glanzleistung freilich maßgeblich dazu beigetragen hat. Und Trainer Sebastian Hinze schiebt nach: „Wir hatten viele Spieler, die eine Topleistung gezeigt haben.“ Lange genießen konnten die Löwen den Erfolg allerdings nicht. Schon am Freitag in aller Frühe stand der Corona-Test anlässlich der nächsten Aufgabe auf dem Programm. Am Sonntag (16 Uhr) ist der SC DHfK Leipzig zu Gast in der Wuppertaler Unihalle.

2020 traten die Bergischen kein einziges Mal in der Spielstätte an. Das war im Frühjahr Zufall, danach wurde während der Pandemie zunächst die Klingenhalle Austragungsort Nummer eins. Bis zum Sommer soll nun hauptsächlich in Wuppertal gespielt werden. „Gegenüber der Situation mit vollen Rängen ist der Austragungsort ein Themenfeld, das nicht so gravierend ist“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste. „In dieser Saison kommt es vor allem darauf an, dass sich eine Mannschaft selbst motivieren kann.“

„Leipzig ist sicher ein Team, das direkt hinter der Top Fünf angesiedelt ist.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Dass die Löwen dies beherrschen, haben sie in Lübbecke ein Mal mehr bewiesen. Das emotionale Feuer, das auch von der Bank entfacht wurde, war in der Halle spürbar – und übrigens im direkten Vergleich mit GWD Minden auch deutlich intensiver. „In der Nachbetrachtung war das wirklich sehr souverän“, findet Hinze auch nach einer erneuten Sichtung der Partie. Neben Darj und Yannick Fraatz, die bei acht beziehungsweise sieben Toren eine 100-prozentige Abschlussquote hatten, verwertete auch Jeffrey Boomhouwer seine vier Würfe, eroberte zudem zwei Mal den Ball – und steigerte sich damit erheblich gegenüber seinen individuell eher schwächeren Vorstellungen im Dezember.

So dürften die Löwen die nächste Aufgabe am Sonntag mit großem Selbstvertrauen angehen. Mit dem SC DHfK Leipzig kommt der direkte Tabellennachbar. Im Gegensatz zum BHC (18:14-Punkte) haben die Sachsen eine Partie und einen Zähler weniger auf dem Konto. „Leipzig ist sicher ein Team, das direkt hinter der Top Fünf angesiedelt ist. Die Kaderqualität ist hoch, das System stabil“, findet Hinze.

Vor allem das Tempospiel beeindruckt den Coach. „Sie nutzen die zweite Welle und schnelle Mitte, kommen immer mit sehr viel Druck. Genauso soll das aussehen – inklusive guter Entscheidungen und einer hohen Effektivität.“ Gegen Minden ist es den Bergischen weitgehend gelungen, das starke GWD-Konterspiel zu unterbinden und den Gegner in den im Vergleich schwächeren Positionsangriff zu zwingen. Dasselbe Ziel haben die Löwen natürlich auch gegen die Sachsen, doch die verfügen über einen deutlich besseren gebundenen Angriff.

Zeigte 16 teils akrobatische Paraden: Christopher Rudeck.

Die Trefferquote aus neun oder mehr Metern ist mit 36,87 Prozent zwar die drittschwächste der Liga – was angesichts des wurfgewaltigen Philipp Weber auf der linken Rückraumseite überrascht –, doch über den Kreis zählen die Leipziger auch statistisch zu den besten Teams überhaupt. Maciej Gebala und Alen Milosevic sind die offensiv erfolgreichen Kreisläufer. Die Spielsteuerung übernimmt Niclas Pieczkowski. „Zudem kommt Luca Witzke wieder zurück“, weiß Hinze. Der Mittelmann war durch eine Knieverletzung mehrere Monate außer Gefecht gesetzt worden. „Grundsätzlich ist der SC ein sehr komplettes Team, das auch gut über außen spielt und auch in der Isolation seine Stärken hat.“

Dass sich die Löwen nach drei Siegen in Serie und 11:3-Punkten seit Anfang Dezember trotzdem Chancen ausrechnen, ist keine Überraschung. „Es klingt langweilig. Aber wenn wir eine gute Leistung zeigen, haben wir immer die Chance auf Punkte“, meint Kreisläufer Darj. Ob es ein Vorteil ist, dass der Gegner in diesem Jahr noch gar nicht gespielt hat? Hinze: „Ich kann es nicht beurteilen, aber wir haben ja selbst gemerkt, dass wir gerade am Anfang einige Fehler gemacht haben, die wir im Dezember nicht gemacht hätten.“ Ausschließen will der Coach einen möglichen Startvorsprung also auch nicht.

Zuversichtlich ist Hinze, wenn es um die Fitness seiner Mannschaft geht. „Wir konnten die Kräfte gegen Minden gut verteilen und einige Spieler sogar fast komplett frisch halten“, sagt der Trainer. Und meint damit zum Beispiel Tomas Babak, der in Lübbecke keine große Rolle gespielt hat.

Rund um den Bergischen HC

Rechter Rückraum: David Schmidt spielte offensiv durch. Pausen verschaffte ihm Sebastian Hinze durch einen Abwehrwechsel. „Das hat gut geklappt“, sagt der Trainer, der noch nicht weiß, ob es gegen Leipzig wieder so läuft. Alternativen sind Tomas Babak, Arnor Gunnarsson, Lukas Stutzke und Zugang Renars Uscins.

Bilanz: Sieben Mal trafen der BHC und der SC DHfK Leipzig in der Bundesliga aufeinander. Fünf Mal gewannen die Sachsen, eine Partie endete unentschieden. Seinen einzigen Sieg feierte der BHC beim 27:23 im Oktober 2018. Spielort damals wie am kommenden Sonntag: die Wuppertaler Unihalle.

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