Handball-Bundesliga

Mit Podcast: BHC verliert in der zweiten Halbzeit seine Basis

Die Stimmung war angesichts der tollen Kulisse trotzdem oft sehr gut.
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Die Stimmung war angesichts der tollen Kulisse trotzdem oft sehr gut.

Vor 800 Fans geben die Löwen eine 17:13-Pausenführung gegen Stuttgart aus der Hand und unterliegen 30:31.

Von Thomas Rademacher

Es war ein echter Klingenhallen-Moment, als Linus Arnesson beim Siebenmeter zum möglichen 14:11 für den Bergischen HC scheiterte und beim Nachwurf augenscheinlich gefoult wurde. Die Schiedsrichter sahen es anders, so dass der TVB Stuttgart unter Pfiffen der 800 Fans in der Klingenhalle den nächsten Angriff fuhr. Doch dann parierte Tomas Mrkva, und Csaba Szücs schaltete sofort, indem er den Ball ins verwaiste Gehäuse der Schwaben warf. Das Tor fühlte sich an wie vor der Corona-Pandemie – so explosionsartig war der Jubel.

Diesen Siebenmeter verwandelte Jeffrey Boomhouwer gegen Johannes Bitter. Doch zum Schluss parierte der TVB-Torhüter viel.

Momente wie diese verhalfen dem Bergischen HC allerdings trotzdem nicht zum Sieg im letzten Heimspiel der Saison. Die Gäste hatten den Löwen in der zweiten Hälfte über weite Strecken den Schneid abgekauft und deshalb mit 31:30 (13:17) gewonnen. Die Zuschauer kamen dennoch auf ihre Kosten. Der Bergische HC überzeugte gerade zu Beginn in der Abwehr und legte damit den Grundstein zu einem 12:7-Zwischenstand. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass sich Szücs – neben Max Darj zentrale Figur in der Deckung – bereits nach dem ersten Angriff behandeln lassen musste. Der 33-Jährige hatte einen Treffer im Gesicht abbekommen. Lukas Stutzke sprang für ihn und erledigte seinen Job hervorragend.

Weil auch das Tempospiel funktionierte und die Löwen ihre Chancen entsprechend souverän nutzten, schienen die Hausherren einen Start-Ziel-Sieg hinlegen zu können. Doch ein wenig geriet der BHC-Motor schon vor der Pause ins Stottern. Die Stuttgarter setzten vermehrt auf den siebten Feldspieler, der anstelle des Torhüters mitwirkte. So kamen die Gäste zwar auf 10:12 und 12:14 heran, doch die entscheidenden Momente gehörten in der ersten Hälfte noch dem BHC – zum Beispiel freie Paraden vom eingewechselten Schlussmann Tomas Mrkva. Danach stellten Alexander Weck, Csaba Szücs und Tomas Babak den versöhnlichen 17:13-Halbzeitstand her.

Ein letztes Aufbäumen genügt noch zum späten Ausgleich

Nach Wiederanpfiff jedoch erwischten die Stuttgarter den deutlich besseren Start. Jerome Müller lief heiß und erzielte vier Treffer für die Gäste, die nur durch einen Dreher von Jeffrey Boomhouwer unterbrochen wurden. Hinze reagierte, brachte Fabian Gutbrod zurück in den linken Rückraum. Der traf gewohnt sachlich, während Arnesson nicht nur das 1000. Saisontor erzielte, sondern in der Folge auch noch seinen klassischen Sprungwurf erfolgreich auspackte.

Trotzdem genügten die Offensivaktionen nicht, um endgültig auf die Siegerstraße einzubiegen. Denn defensiv verloren die Bergischen weitgehend den Zugriff, so dass auch die Stuttgarter zu guten Abschlüssen kamen und beim 24:24 16 Minuten vor Schluss zum ersten Mal seit dem 3:3 wieder ausglichen. Nachdem Weck beim Strafwurf am Pfosten gescheitert war, gingen die Gäste in Führung. Fabian Gutbrod sorgte mit seinem Gewaltwurf zum 26:26 nach dem letzten Pass im Zeitspiel zwar für einen weiteren Klingenhallen-Moment, doch am Ende war es eben doch der TVB Stuttgart, der die entscheidenden Akzente setzte. Als Boomhouwer an Johannes Bitter scheiterte, stellten die nun auf beiden Seiten des Feldes stärkeren Gäste scheinbar endgültig die Weichen Richtung Sieg.

Trotzdem kamen die Löwen noch einmal heran. Eine 5:1-Abwehr verhalf zu Ballgewinnen, die Gutbrod, Arnesson und Max Darj zu drei Toren in Serie und dem 30:30 90 Sekunden vor dem Ende nutzten. Ein Wechselfehler brachte den BHC aber in Unterzahl, Stuttgart traf zum 31:30, und ein letzter Arnesson-Schuss war Bitters Beute. „Leider verlieren wir in der zweiten Halbzeit unsere Basis“, haderte Trainer Sebastian Hinze und meinte damit den defensiven Zugriff. „Dadurch kommen wir nicht mehr ins Tempospiel. Das müssen wir uns heute vorwerfen lassen.“

Personal

Erneut trat der Bergische HC nur mit 15 Spielern an. Hatte in Coburg noch Lukas Stutzke mit einer Handverletzung gefehlt, war dieser gegen den TVB Stuttgart wieder dabei. Doch sein Positionskollege im linken Rückraum, Daniel Fontaine, stand nicht auf dem Spielberichtsbogen. Er hatte zwei Tage mit Rückenproblemen nicht trainiert. Erwartungsgemäß fielen zudem fünf Linkshänder aus: Maciej Majdzinski, Yannick Fraatz, Arnor Gunnarsson, Kristian Nippes und David Schmidt.

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