Handball

BHC setzt sich für November ein internes Ziel

Christopher Rudeck hatte während der Spiele oft Grund, die Faust zu ballen. An seiner Leistung lag es genauso wenig wie an der von Spannmann Peter Johannesson, dass die Ergebnisse beim Bergischen HC zumeist nicht dem eigenen Wunsch entsprachen.
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Christopher Rudeck hatte während der Spiele oft Grund, die Faust zu ballen. An seiner Leistung lag es genauso wenig wie an der von Spannmann Peter Johannesson, dass die Ergebnisse beim Bergischen HC zumeist nicht dem eigenen Wunsch entsprachen.

Bundesliga: Am Sonntag ist die HSG Wetzlar zu Gast in der Wuppertaler Unihalle.

Von Thomas Rademacher

Ansprechend waren die Leistungen des Bergischen HC in den vorigen Wochen, doch in den Bundesliga-Resultaten spiegelte sich das noch nicht wider. Mit 4:14-Punkten laufen die Löwen trotz des im Vollzug befindlichen personellen Umbruchs ihren eigenen Ansprüchen ein wenig hinterher. Entsprechend richtungsweisend könnten die vier Partien im November sein. Mit der HSG Wetzlar, dem VfL Gummersbach, ASV Hamm-Westfalen und Frisch Auf Göppingen treffen die bergischen Handballer auf vier Kontrahenten, die nicht zur Spitze zählen. Den Anfang macht am Sonntag (16.05 Uhr) in der Wuppertaler Unihalle Wetzlar, das ebenfalls auf Schlüsselpositionen neu besetzt ist und sich mit lediglich fünf Zählern in einer ähnlichen Situation befindet wie der BHC.

„Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die nicht gerade voller Selbstvertrauen sind“, sagt Löwen-Torhüter Christopher Rudeck. „Da hoffe ich dann schon, dass wir die Punkte zu Hause bei uns behalten können.“ Über die Wichtigkeit der November-Spiele ist sich der 28-Jährige bewusst. „Am Ende wird man an Ergebnissen gemessen. Diesen Monat sind vier Siege möglich. Ich denke, mit zwei oder drei könnten wir auch leben.“ Cheftrainer Jamal Naji verrät: „Wir haben uns ein Ziel gesetzt.“ Wie dieses definiert ist, bleibe aber intern – es ist freilich naheliegend, dass es im Bereich von Rudecks Mindestansprüchen anvisiert ist.

Ein Sieg über die Mittelhessen wäre eine vielversprechende Weichenstellung. „Ich hoffe, wir können endlich mal mit halbwegs vollem Kader gegen Wetzlar antreten. Voriges Jahr waren es jeweils außergewöhnliche Spiele“, erinnert sich Rudeck. Nach dem Abbruch in der Hinrunde aufgrund eines medizinischen Notfalls mussten die Löwen im Nachholspiel auf beide Spielmacher verzichten und kamen mit 17:27 unter die Räder. Im Rückspiel trat der BHC ohne Coach Sebastian Hinze an und siegte auswärts unter der Leitung von Co-Trainer Markus Pütz 27:23. „Das Spiel am Sonntag wird wohl normaler“, meint Rudeck.

„Wetzlar befindet sich in einer Qualitätsstufe von Teams, die es in der Bundesliga acht oder neun Mal gibt“, ist Jamal Naji überzeugt. „Wir gehören auch dazu.“ Der Coach warnt vor zwei unterschiedlichen Abwehrsystemen, die die HSG regelmäßig zum Einsatz bringt. „Die 6:0- und 5:1-Deckungen wechseln sich ab, so dass Wetzlar sehr schwierig zu bespielen ist. Wir müssen uns im Positionsangriff daher noch einmal steigern“, betont der Coach. Auf der anderen Seite des Feldes verfügt der Gegner in Lenny Rubin, Vladan Lipovina und Hendrik Wagner gleichermaßen über wurfstarke wie durch Magnus Fredriksen und Jovica Nikolic zweikampfstarke Spieler. „Das ist eine gute Mischung, und mit Till Klimpke haben sie einen starken Torhüter dahinter.“

Auf dieser Position müssen sich die Bergischen allerdings nicht verstecken. Das BHC-Gespann Peter Johannesson und Christopher Rudeck hat bislang in fast jedem Spiel funktioniert. Rudeck hat eine Fangquote von mehr als 30 Prozent. Einzig und allein zu wenig Kapital haben die Löwen daraus geschlagen. Was auch an der angespannten Situation im Rückraum liegen könnte. Lukas Stutzke und Simen Schönningsen fallen weiter aus. Csaba Szücs trainiert unregelmäßig – ob er einsatzbereit ist, entscheidet sich kurzfristig. Ein ergänzender Zugang, um Djibril M'Bengue auf der rechten Rückraumseite zu entlasten, steht vorerst wohl nicht an. „Es gibt nichts Konkretes“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste. Die Marktsituation insbesondere auf dieser Position dürfte aktuell auch nicht gerade vielversprechend sein. Immerhin: Von weiterem Verletzungspech ist der BHC verschont geblieben.

Und wie hoch schätzt Naji den Druck am Sonntagnachmittag ein? „Man hat einen Anspruch an sich selbst. Dem will man gerecht werden“, erklärt er. „Über alles andere möchte ich mir keine Gedanken machen.“

Bilanz: In der Bundesliga geht es zwischen dem BHC und der HSG Wetzlar ausgeglichen zu. Von 18 Spielen gewannen beide Teams jeweils acht. Zwei mal endeten die Partien unentschieden.

Tickets: An der Tageskasse sowie online: bhc06.de/tickets

Herzinitiative

Vor einem Jahr lief die Zeit im BHC-Spiel nicht weiter – es gab Wichtigeres.

-trd- Vor etwas mehr als einem Jahr trat der Bergische HC in der Wuppertaler Unihalle gegen die HSG Wetzlar an. Das Bundesligaspiel am 16. Oktober 2021 wurde knapp neun Minuten vor Schluss beim Stand von 19:21 aufgrund eines medizinischen Notfalls auf der Tribüne abgebrochen. Wenig später musste auch noch ein Mitglied des BHC-Funktionsteams wiederbelebt werden. Am Sonntag treffen dieselben Kontrahenten am selben Ort erneut aufeinander – ein Anlass, den der BHC nutzt, um für das vor einem Jahr alles überschattende Thema zu sensibilisieren.

Zu Gast ist die Wuppertaler Herzinitiative mit dem von ihr finanzierten und organisierten Projekt „Mobile Retter“. Im Foyer der Unihalle stellt der Verein sein Projekt vor und wird die Reanimation an einer Puppe demonstrieren. BHC-Fans haben zudem die Chance, es selbst zu versuchen. Vor dem Anwurf wird Prof. Dr. Hartmut Gülker, ehemaliger Leiter des Wuppertaler Herzzentrums und Vorstandsvorsitzender der Herzinitiative, über die Ziele und Unterstützungsmöglichkeiten des Vereins sprechen.

„Das war sicherlich ein dramatischer Tag“, erinnert sich Dr. Michael Coll Barroso, der die BHC-Profis im kardiologischen Bereich betreut, an den 16. Oktober 2021. „Es ist ja nicht alltäglich, dass es in so kurzer Zeit gleich zu zwei derartigen Ereignissen kommt.“ Die Erstversorgung gelang, doch der betroffene Zuschauer starb einige Tage später im Krankenhaus. Die Geschehnisse hat der BHC zum Anlass genommen, sich medizinisch noch besser aufzustellen. So schaffte der Club einen Defibrillator für die Profis an. Spieler, Trainer und Funktionsteam wurden im Rahmen eines Reanimationstrainings daran geschult. Die Thematik soll zeitnah auch in den Gesamtverein eingebracht werden.

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