Handball-Bundesliga

Rudeck ist der Star der Gala gegen Hannover

Christopher Rudeck ragte aus einem starken BHC-Gefüge heraus. Der Torhüter schraubte in dem einen Spiel seine Saison-Fangquote um fast zwei Prozent auf 30,38 herauf.
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Christopher Rudeck ragte aus einem starken BHC-Gefüge heraus. Der Torhüter schraubte in dem einen Spiel seine Saison-Fangquote um fast zwei Prozent auf 30,38 herauf.

Der Bergische HC zeigt gegen die Recken die nächste Glanzleistung und gewinnt 27:23 (14:12).

Von Thomas Rademacher

Renars Uscins verschaffte David Schmidt wertvolle Pausen im rechten Rückraum. Der 18-Jährige agierte gerade offensiv extrem abgeklärt.

Denkwürdig sind sie oft, die Bundessliga-Duelle des Bergischen HC gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Beide Spiele 2020 verliefen dramatisch und hielten jeweils ein Happy-End für die Löwen bereit. Und auch das erste Aufeinandertreffen in diesem Jahr hat erinnerungswürdigen Charakter. Nicht, weil die Partie bis in die Schlusssekunden spannend gewesen wäre, sondern, weil sie ein Beleg für die in diesen Tagen fast schon unfassbare Form der Bergischen ist. Beim 27:23 (14:12) ließ die Mannschaft eigentlich nie einen Zweifel am dritten Sieg in Serie – dem sechsten aus den vergangenen sieben Begegnungen – aufkommen.

Das lag auch an Christopher Rudeck, der sich in grandioser Verfassung präsentierte. „Es lief wirklich gut“, meinte der Torhüter, der in der offiziellen Statistik 18, in der teaminternen Bilanz sogar 20 gehaltene Bälle bei einer Fangquote von 44 Prozent vorweisen konnte. „Aber eine Vielzahl der Paraden kam nach Abschlüssen, die wir haben wollten. Da wusste ich, wo der betreffende gegnerische Spieler gerne hinwirft. Der Plan ist voll aufgegangen.“ Die freien Bälle seien noch hinzugekommen, weil „ich dann auch Selbstvertrauen und ein Gefühl für das Spiel hatte.“

Was in einer ausverkauften Wuppertaler Unihalle in der besten Phase des BHC Anfang der zweiten Halbzeit los gewesen wäre, lässt sich nur erahnen. Sieben Mal parierte Rudeck zwischen der 31. und 42. Minute – zwei Mal davon bei völlig freien Würfen von Ilija Brozovic und Vincent Büchner, fünf Mal mit der vom Torhüter angesprochenen Unterstützung der Abwehr, die den „gewünschten“ Schuss generierte.

„Dass Zuschauer dieser Mannschaft nicht live vor Ort zusehen können, tut mir im Herzen weh.“

Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

Die Deckung agierte in diesen zwölf Minuten mit Csaba Szücs und Max Darj im Zentrum sowie David Schmidt und Linus Arnesson auf den Halbpositionen. Vor allem Letzterer verteidigte sehr offensiv und nervte Hannover damit erfolgreich. Nach seiner Balleroberung besorgte Arnor Gunnarsson die erste Fünf-Tore-Führung der Begegnung. Die erste Auszeit der Niedersachsen in der zweiten Halbzeit verpuffte völlig, so dass Gäste-Coach Carlos Ortega schon beim 21:12-Zwischenstand zum zweiten und letzten Mal unterbrechen musste. Nachdem Rudeck zwei weitere Male gehalten hatte, und David Schmidt mit seinem schönsten Treffer des Abends auf 22:14 gestellt hatte, feierten die ehrenamtlichen Helfer ihren BHC bereits lautstark.

„Dass Zuschauer dieser Mannschaft derzeit nicht live vor Ort zusehen können, tut mir im Herzen weh“, meinte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste, der von der Leistung seines Teams sichtlich bewegt war. „Der Geist und die Begeisterung, die dieser Mannschaft innewohnen, wären für die Menschen hier im Bergischen Labsal.“

Angesichts der Gesamtleistung des BHC, der nicht nur defensiv über jeden Zweifel erhaben war, sondern auch im Angriff immer wieder hervorragende Gelegenheiten erspielte, konnten die Hannoveraner mit einer Vier-Tore-Niederlage fast sogar zufrieden sein. Denn eine Schwäche zeigten die Löwen: Die Chancenauswertung blieb in dieser Partie – mit Ausnahme von Gunnarssons perfekter Ausbeute von der Siebenmeter-Linie (sechs Treffer) – hinter der üblichen zurück. Das lag zum einen an Urban Lesjak, den Rudeck zwar in den Schatten stellte, der aber auch 14 Mal entscheidend eingriff. Zum anderen vergaben die Gastgeber auch klare Gelegenheiten, indem sie den Ball einfach am Tor vorbeiwarfen. Das passierte zum Beispiel Tom Kare Nikolaisen und Fabian Gutbrod in der ersten Halbzeit. Es fiel aber genauso wenig ins Gewicht wie eine Phase der zweiten Hälfte, in der Hannover mit dem siebten Feldspieler kurzzeitig Erfolg hatte. Der BHC war diesmal einfach zu stark für die TSV.

Analyse: Löwen in 2021 kaum zu bändigen.

Rudeck-Gala gegen Hannover - Stimmen zum Spiel

Rund um den BHC

Personal: Tomas Mrkva ist wieder einsatzbereit. Der Torhüter machte sich warm, kam dann aber nicht aufs Feld, weil Christopher Rudeck so stark spielte. Aussetzen musste erneut Alexander Weck, der 17. fitter Spieler des Kernkaders ist.

Bundesliga-Pause: Arnor Gunnarsson, Tomas Babak, Tomas Mrkva, Max Darj und Jeffrey Boomhouwer sind diese Woche im Länderspiel-Einsatz.

Meinung: Planung beeindruckt

Von Thomas Rademacher

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Es ist wahrlich keine große Überraschung, dass Spieler (und Trainer) des Bergischen HC in diesen Tagen immer wieder mit großen Vereinen in Verbindung gebracht werden. So sickerte bei den Rhein-Neckar Löwen das Interesse an Coach Sebastian Hinze durch, die SG Flensburg-Handewitt war laut TV-Experte Stefan Kretzschmar an Torhüter Christopher Rudeck dran, und Kreisläufer Max Darj wird regelmäßig bei Topteams als Kandidat gehandelt. Das ist kein Zufall, denn der Löwen-Kader ist einfach gut – wie er gegen Hannover ein Mal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.

Umso bemerkenswerter ist es, dass es der BHC-Administration um Geschäftsführer Jörg Föste trotz eines im Vergleich zu den Topteams beschaulichen Etats regelmäßig gelingt, seine Leistungsträger zu halten. Jüngst gilt das für Tom Kare Nikolaisen und Yannick Fraatz, deren langfristiger Verbleib im Bergischen vorige Woche verkündet wurde. Beide werden in ein paar Jahren auch hoch gehandelt sein. Jede Wette.

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