Handball

BHC rennt ins Magdeburger Tempospiel

Die Stimmung bei Arnor Gunnarsson (l.) und dem BHC war nach dem Schlusspfiff getrübt. Umso glücklicher schaute Mike Jensen drein. Der Torhüter des SC Magdeburg hatte am deutlich Sieg seines Teams mit 18 Paraden einen großen Anteil.
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Die Stimmung bei Arnor Gunnarsson (l.) und dem BHC war nach dem Schlusspfiff getrübt. Umso glücklicher schaute Mike Jensen drein. Der Torhüter des SC Magdeburg hatte am deutlich Sieg seines Teams mit 18 Paraden einen großen Anteil.

DHB-Pokal-Achtelfinale: Löwen scheiden beim 31:43 (16:22) gegen den SCM aus.

Von Thomas Rademacher

Den Traum vom Einzug ins Final Four des DHB-Pokals muss der Bergische HC um mindestens ein weiteres Jahr verschieben. Im Achtelfinale beim SC Magdeburg zeigten die Löwen zwar erneut eine gute Angriffsleistung, wurden aber für nahezu jeden Fehler bestraft und teilweise auch nach eigenen Toren vom Tempospiel des Gegners überrumpelt. Die 31:43 (16:22)-Niederlage war folgerichtig und besiegelte das Pokal-Aus.

Auffällig stark agierten beide Mannschaften von Anfang an im Positionsangriff. Sie wechselten sich mit dem Torewerfen munter ab. Der BHC setzte immer wieder seine Außen Noah Beyer und Arnor Gunnarsson sowie Kreisläufer Tom Kare Nikolaisen erfolgreich in Szene und blieb bis zum 6:6 auf Augenhöhe. Dann aber fand SCM-Torhüter Mike Jensen etwas besser in die Partie, während der BHC auf Paraden von Peter Johannesson und später Christopher Rudeck wartete. Beide hatten es allerdings speziell dann schwer, wenn die Gäste im Angriff keinen Erfolg hatten. Die Magdeburger verstanden es meisterlich, den BHC auszukontern. Sogar nach Gegentoren nutzten sie jede geringfügige Unordnung in der BHC-Deckung zu Treffern.

Zwei Auszeiten nahm Trainer Jamal Naji in der ersten Halbzeit, doch die Power des Gegners bekam seine Mannschaft einfach nicht gestoppt. Weil im Angriff auch noch etwas Pech hinzukam und gleich zwei Toren – von Frederik Ladefoged beziehungsweise Djibril M'Bengue – die Anerkennung verwehrt blieb, bekamen die Löwen trotz ihrer 16 Treffer in der ersten Halbzeit nie das Momentum auf ihre Seite. Rudeck verzeichnete die erste Torhüter-Parade für sein Team in der 25. Minute bei einem Gegenstoß – es war allerdings auch ein Match, in dem es die Torhüter schwer hatten, gut auszusehen.

Djibril M'Bengue kam oft durch, aber all dies half nicht, weil Magdeburg brutal schnell antwortete.

Der 16:22-Rückstand zur Pause war freilich bereits richtungsweisend. Zwar gelang der Rückzug nun etwas besser, so dass die Hausherren ihre Angriffe auch etwas länger vorbereiten mussten, es änderte aber nur selten etwas daran, dass sie unheimlich erfolgreich dabei waren. Es hagelte Chancen aus sechs Metern, die bis auf wenige Ausnahmen auch das Ziel fanden. Auf der anderen Seite erhöhte Jensen seine Fangquote auf 37 Prozent.

Das BHC-Spiel blieb strukturell zwar vielversprechend, doch wenn der Ball nicht ins Tor ging, ähnelte die Situation der ersten Halbzeit: Es schepperte zügig auf der anderen Seite. So taten Fehlwürfe, Paraden und Ballverluste gegen den SCM in einem besonderen Maße weh. Eine solche Konsequenz im Ausnutzen von Nachlässigkeiten zeigt kaum ein anderes Bundesliga-Team.

Acht Minuten vor dem Ende führten die Gastgeber bereits mit zehn Toren Unterschied (36:26). So gönnte Trainer Naji in der Schlussphase sogar Aaron Exner aus der zweiten Mannschaft ein paar Minuten Einsatzzeit. Das Spiel war natürlich längst entschieden. „Es war ein beeindruckender Sieg der Magdeburger. Sie waren uns überlegen“, sagte der Coach. „Am Ende sind wir auf dem Zahnfleisch gegangen. Ein paar Tage Pause jetzt werden uns gut tun.“

„Zwölf Tore Unterschied sind etwas zu viel“

Stimmen zum Spiel

-trd- Die Analyse fiel BHC-Trainer Jamal Naji nach der 31:43-Niederlage gegen den SC Magdeburg nicht allzu schwer: „Ich denke, zwölf Tore Unterschied sind etwas zu viel.“ Trotzdem seien die Kräfteverhältnisse klar gewesen. „Magdeburg hatte die bessere Torhüter-Qualität und auch ein Stück weit die bessere Abwehr. Dazu haben sie einen fantastischen Ball im Angriff gespielt“, fand der Coach. „Wir haben die Kreisläufer-Kooperation nicht verteidigt bekommen.“ Was unter anderem zu zehn SCM-Treffern von Magnus Saugstrup führte.

Mit der Verteidigung der Zweikämpfe zeigte sich Naji gar nicht so unzufrieden, „aber die Magdeburger verstehen es dann, unter höchstem Druck den Ball nach Außen zu bekommen“. Der Positionsangriff gefiel dem Coach gut. „Da haben wir viele gute Sachen gespielt, aber Mike Jensen hatte dann auch viele Paraden, und der Gegner hat jeden kleinen Fehler von uns bestraft. Darin ist er gut.“

Ähnlich beurteilte es Djibril M'Bengue. Der Rückraum-Linkshänder sah einen Gegner, der „60 Minuten durchzieht und sich nicht schont“. Er bestätigte, dass ein paar Schiedsrichter-Pfiffe in der ersten Halbzeit wehtaten. „Aber wir müssen trotzdem besser verteidigen. So war es schwierig, im Spiel zu bleiben.“

Bennet Wiegert war entsprechend zufrieden. „Wir sind happy“, meinte der SCM-Coach. „Unser Ziel war es, eine Runde weiter zu kommen. Da machen wir einen Haken dran.“ Respekt sprach Wiegert seiner Mannschaft aus, „für das, was sie aktuell abreißt.“

Personal

Bis auf den bereits am Montag abgereisten Tom Bergner (Schulterprobleme) spielte in Magdeburg derselbe Kader wie in Leipzig. Es fehlten also Linus Arnesson, Csaba Szücs, Tim Nothdurft und Simen Schönningsen.

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