Handball-Bundesliga

BHC-Spiel fällt aus - „Ein mahnendes Beispiel für die Bundesliga“

Der Bergische HC wäre bereit gewesen für die Auswärtsaufgabe bei GWD Minden. Doch die Lichter in der Lübbecker Merkur-Arena mussten ausbleiben.
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Der Bergische HC wäre bereit gewesen für die Auswärtsaufgabe bei GWD Minden. Doch die Lichter in der Lübbecker Merkur-Arena mussten ausbleiben.

Die Partie des Bergischen HC bei GWD Minden ist aufgrund eines Corona-Falls bei den Gastgebern abgesagt worden.

Von Thomas Rademacher

Aus Sicht des Bergischen HC war alles nach Plan gelaufen. Die Spieler des Handball-Bundesligisten waren im Vorfeld der Begegnung bei GWD Minden negativ auf Covid-19 getestet worden. Doch kurz bevor die Löwen in den Bus Richtung Ostwestfalen einsteigen wollten, kam die Nachricht: In Juri Knorr wurde ein weiterer Spieler der deutschen Nationalmannschaft positiv getestet. Der 20-Jährige hatte aber Mittwoch am Abschlusstraining von GWD Minden teilgenommen – weshalb sich nun sein gesamtes Team in 14-tägige Quarantäne begeben muss. „Dieser Fall sollte uns als mahnendes Beispiel für die Bundesliga dienen“, ordnet Jörg Föste, Geschäftsführer des Bergischen HC, die Geschehnisse ein.

Zum Hintergrund: In der deutschen Nationalmannschaft haben sich mehrere Handballer mit dem Virus infiziert. Zuerst wurde Johannes Bitter (Stuttgart) positiv getestet, danach erhielt auch Marian Michalczik (Berlin) die Diagnose. Als Vorsichtsmaßnahme wurden in der Folge Bundesliga-Partien verschoben, an denen mehrere Spieler teilnehmen sollten, die als Erstkontakte der Betroffenen eingeordnet wurden.

„Wäre es bei uns zu dieser Situation gekommen, hätte der Spieler nicht am Teamtraining teilgenommen.“

Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

Juri Knorr sei nach seiner Rückkehr in häusliche Isolation gegangen und mehrfach negativ getestet worden, heißt es aus Minden. Die Teilnahme am Abschlusstraining erwies sich nun aber als Fehler. „Das ist natürlich ein großer Schock für uns“, sagt Mindens Geschäftsführer Frank von Behren. „Wir sind bis Donnerstag davon ausgegangen, dass sich Juri nicht im Rahmen der Nationalmannschaftsreise infiziert hat.“

Eine Annahme, die für Minden drastische sportliche Konsequenzen hat: Die Truppe darf 14 Tage nicht trainieren. Alle Partien mit GWD-Beteiligung müssen verschoben werden – inklusive der gegen den BHC. „Es zeigt sich, dass wir alle gemeinsam darauf achten sollten, Erstkontakte von positiv getesteten Spielern unbedingt fünf Tage in Isolation zu schicken“, sagt Jörg Föste. „Das ist im Fall von GWD Minden leider nicht geschehen.“ So wurden zwar vorsichtshalber am Mittwoch und Donnerstag einige Bundesliga-Partien abgesagt, doch am Sonntag sollen die betroffenen Mannschaften wieder antreten – was voraussichtlich auch gelingt, da die gefährdeten Spieler bislang nicht am Mannschaftstraining teilgenommen haben. Die Mindener bilden als nun komplett betroffenes Team in Quarantäne eine Ausnahme.

„Wir können nur hoffen, dass das nicht wieder vorkommt“, meint Föste und betont: „Jedes Spiel, das nicht ausgetragen werden kann, belastet die Termindichte noch weiter. Wäre es bei uns zu dieser Situation gekommen, hätte der Spieler nicht am Teamtraining teilgenommen – und selbstredend auch nicht am Punktspiel. Das Wichtigste jetzt aber ist, dass alle positiv getesteten Spieler genesen. Wir wünschen Juri schnelle Symptomfreiheit.“

Wurzel des Problems sind freilich auch die internationalen Einsätze im Nationalteam, da bei einem Ausbruch zahlreiche Vereine direkt betroffen sind. „Internationale Wettkämpfe sind von besonderen Risiken begleitet“, weiß Föste. „Wir kommen unserer Abstellungspflicht nach. Aber größte Sorgfalt ist obligatorisch. Das zeigt dieser Fall.“

Rund um den Bergischen HC

Ausblick: Am Sonntag empfängt der BHC den THW Kiel im ISS Dome. Viktor Szilagyi sorgt sich allerdings um die Austragung der Partie. Die für Donnerstag geplante Begegnung des Deutschen Meisters gegen die Füchse Berlin war aufgrund von Corona-Infektionen innerhalb der deutschen Nationalmannschaft abgesagt worden. Ob die Kieler nach Düsseldorf kommen, „werden wir wohl erst einen Tag vorher beantworten können“, sagt der ehemalige BHC-Kapitän und aktuelle Geschäftsführer des THW Kiel. Löwen-Geschäftsführer Jörg Föste ist hingegen zuversichtlich, dass das Duell wie geplant stattfindet.

Ausfälle: Fünf von zehn Spielen sind am Mittwoch und Donnerstag coronabedingt verlegt worden. Neben den Spielen des BHC und THW sind es: Flensburg – Melsungen, Hannover – Göppingen, sowie Leipzig – Essen. Letzteres wurde bereits vor einiger Zeit abgesetzt.

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