Handball

Mit Podcast: BHC legt einen Traumstart ins Handball-Jahr hin

Tom Kare Nikolaisen zeigt es an: Der Weg des Bergischen HC zeigt nach oben. Aus den jüngsten drei Partien holten die Löwen fünf Punkte. Foto: Christian Beier
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Tom Kare Nikolaisen zeigt es an: Der Weg des Bergischen HC zeigt nach oben. Aus den jüngsten drei Partien holten die Löwen fünf Punkte.

Bundesliga: Nach einer überragenden ersten Halbzeit lassen die Löwen Frisch Auf Göppingen beim 33:27 (17:9) keine Chance.

Von Thomas Rademacher

So richtig wisse niemand, was ihn am ersten Spieltag nach einer längeren Pause erwartet, hatte Sebastian Hinze im Vorfeld des Bundesligaspiels seines Bergischen HC gegen Frisch Auf Göppingen gesagt. Und tatsächlich: Die erste Partie des Jahres verlief wohl auch für den BHC-Trainer überraschend. In der ersten Halbzeit demontierten die Löwen die fehleranfälligen Schwaben nach allen Regeln der Kunst inklusive eines 7:1-Torelaufs und feierten nach einem 17:9-Pausenvorsprung einen in dieser Form spektakulären 33:27-Erfolg.

Offensiv war Linus Arnesson der entscheidende Handballer auf dem Feld. Der Schwede war nahezu an allen Treffern auf dem Weg zur 10:5-Führung beteiligt. Er setzte Kreisläufer Tom Kare Nikolaisen genauso in Szene wie Linksaußen Jeffrey Boomhouwer und den entschlossen wirkenden Simen Schönningsen auf der rechten Rückraumseite. Dazu strahlte er selbst Torgefahr aus und versenkte alle Siebenmeter.

Auf der anderen Seite des Feldes bildeten Nikolaisen und Max Darj den Innenblock einer Abwehr, von der sich die Göppinger sichtbar beeindrucken ließen. Die Schwaben warfen allerdings ungewöhnlich häufig den Ball auch ohne großen Druck weg, so dass Trainer Hartmut Mayerhoffer in der ersten Hälfte gleich zwei seiner drei Auszeiten verwendete. Nach der ersten zogen die Hausherren in der stimmungsvollen Klingenhalle von 6:3 auf 12:6 davon – und auch nach Mayerhoffers zweiter Ansprache wendete sich das Blatt nicht.

Dem BHC gelang unheimlich viel, vor allem auch dann, wenn die Dinge eigentlich schon schief gelaufen waren. Alexander Wecks Pass auf Darj war fast schon beim Gegner, doch der Schwede sprang in den Kreis, um die Kugel Richtung Boomhouwer abzufälschen. Der Niederländer vollstreckte souverän zum 16:7.

Der 17:9-Halbzeitstand ließ die 846 Fans in der Klingenhalle bereits auf einen klaren Sieg hoffen. Doch ganz so locker konnte es aus BHC-Sicht kaum weitergehen. Oder doch? Einfache Tore des Gegners verhinderten die Löwen jedenfalls weiterhin. Im Positionsangriff zeigten die Gastgeber viel Verantwortung für den Ball, so dass die Göppinger, denen nun die Zeit davonlief, keinen echten Zugriff mehr auf die Partie bekamen. Sie mühten sich im gebundenen Angriff – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

So stand der BHC zu keinem Zeitpunkt unter Zugzwang, unbedingt ein Tor erzielen zu müssen. Entsprechend leicht sahen manche Aktionen der Bergischen aus. Tomas Babak schleuderte die Kugel einfach über die Abwehr, Simen Schönningsen bestätigte den starken Eindruck der ersten Hälfte mit viel Zug zum Tor. Und nachdem Arnesson einen seltenen technischen Fehler fabriziert hatte, bügelte der Spielmacher den Fauxpas im nächsten Angriff mit einem schönen Dreher aus.

In der Schlussphase konnte Hinze munter durchwechseln. Kreisläufer Tom Bergner bekam genauso Einsatzzeit wie Yannick Fraatz, der nach überstandener Knieverletzung zum ersten Mal seit zehneinhalb Monaten wieder auf der Platte stand. Dass die letzten fünf Minuten nicht mehr so flüssig wie die ersten 55 liefen, spielte keine Rolle mehr. Die Mannschaft hatte sich die stehenden Ovationen nach einem souveränen Sieg über den Sechsten verdient.

„Wir sind natürlich sehr glücklich“, sagte Sebastian Hinze nach dem Schlusspfiff. „Aber wir müssen es auch vernünftig einordnen. Wir sind einfach besser ins Spiel gekommen. Gut gefallen hat mir, dass wir auch in der zweiten Halbzeit, immer wieder die Chance im Tempospiel gesucht haben und so den Abstand gehalten haben.“

Rund um den Bergischen HC

Personal: Erwartungsgemäß mussten die Löwen auf den ebenfalls mit Corona infizierten Csaba Szücs und den an der Schulter verletzten Fabian Gutbrod verzichten. Kurzfristig fiel zudem Tomas Mrkva aus. Der tschechische Torhüter hat das Abschlusstraining mit muskulären Problemen in der Wade abgebrochen. Eine Untersuchung hat keine schwere Verletzung ergeben, doch der BHC ließ für das Duell gegen Göppingen lieber Vorsicht walten.

Ausblick: Eine lange Pause haben die Löwen nicht. Bereits am Sonntag (16 Uhr) kommt der THW Kiel in den PSD Bank Dome nach Düsseldorf. Während beim Spiel gegen Göppingen in der Klingenhalle nur Partner und Dauerkarten-Inhaber dabei sein durften, sind in der Landeshauptstadt aufgrund der größeren Hallenkapazität bis zu 4000 Zuschauer zugelassen. Tickets sind online sowie an Vorverkaufsstellen erhältlich.

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