Handball

BHC ist auf der Suche nach dem Spielglück

Djibril M'Bengue hat in Stuttgart seinen Anteil an der 17:12-Pausenführung gehabt. Es war eine der besten Halbzeiten der bisherigen Saison, für die sich der Bergische HC allerdings nicht belohnen konnte.
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Djibril M'Bengue hat in Stuttgart seinen Anteil an der 17:12-Pausenführung gehabt. Es war eine der besten Halbzeiten der bisherigen Saison, für die sich der Bergische HC allerdings nicht belohnen konnte.

Bundesliga: Die Bergischen Löwen treten am Donnerstagabend beim HC Erlangen an.

Von Thomas Rademacher

Solingen. Schnell abhaken konnte der Bergische HC das Bundesligaspiel beim TVB Stuttgart nicht. Nicht etwa, weil es die zweite 26:27-Niederlage in Folge war, sondern vielmehr aufgrund der Fehlentscheidung, die etwa zehn Sekunden vor Schluss dafür gesorgt hatte. „Es gibt keine zwei Meinungen, was diese Situation betrifft“, sagt Jamal Naji. Der BHC-Trainer möchte allerdings nicht zu viel Energie in den gesamten Vorgang stecken und begründet dies: „Wir können es eben leider nicht mehr ändern. Wir müssen unsere Kraft nun in Dinge setzen, die wir beeinflussen können.“ Das ist das bereits an diesem Donnerstag bevorstehende Auswärtsspiel beim HC Erlangen. Anwurf in der Nürnberger Arena ist um 19.05 Uhr.

Dennoch gewährt der Coach einen Einblick in seine Gefühlswelt nach der Niederlage: „Aus der Enttäuschung wurde Frust und daraus Wut. Jeder weiß, dass da einiges schiefgelaufen ist.“ Gut zehn Sekunden vor Schluss hatten sich die Stuttgarter ein Stürmerfoul erlaubt, womit der BHC in Ballbesitz kam. Wie auf den Aufnahmen eindeutig zu erkennen ist, ertönt erst danach das Signal zur Auszeit für die Schwaben – Trainer Michael Schweikardt hatte also zu spät auf den Buzzer gedrückt. Trotzdem entschieden die Unparteiischen nach Rücksprache mit dem Technischen Delegierten auf Ballbesitz für die Stuttgarter, die mit dem letzten Wurf zum Sieg trafen.

Selbst bei für die Schwaben günstigster Auslegung der Regel hätte der BHC zumindest den Ball bekommen müssen. Dies gilt, wenn die Buzzer-Betätigung unabsichtlich bei Ballbesitz des Gegners geschieht. In allen anderen Fällen hätten die Löwen sogar einen Siebenmeter bekommen müssen. Diese „krasse Fehlentscheidung“, wie Naji sie inzwischen bezeichnet, wird allerdings ohne Folgen bleiben, da der BHC es versäumt hat, vor Ort seinen Einspruch anzukündigen. Das Endergebnis ist damit amtlich. Eine Aufklärung seitens Schiedsrichter-Chefin Jutta Ehrmann-Wolf, wie es in der Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Technischem Delegierten zu diesem Fehler kommen konnte, soll es trotzdem geben.

Mit diesem Thema möchte sich Jamal Naji freilich nicht beschäftigen: „Wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen und es hinter uns gelassen. Wir müssen uns ankreiden lassen, dass wir es nie zu dieser Situation hätten kommen lassen dürfen.“ Der Trainer bezieht sich damit auf sieben frei vergebene Chancen aus sechs Metern in der zweiten Halbzeit und vor allem auf „zwölf wirklich schwache Angriffsminuten“. Nachdem die Schwaben vom 12:17-Pausenrückstand wieder zurück ins Spiel gefunden hatten, „haben wir uns mit der Eventualität des Scheiterns beschäftigt“, erklärt Naji einen wichtigen Grund für die Niederlage.

Dass bei zwei 26:27-Niederlagen in Serie auch an der einen oder anderen Stelle das Glück fehlte, ist offenkundig. „Das kommt irgendwann zurück“, ist der Coach überzeugt. „Wir machen weiter und versuchen jetzt, die angestaute Wut positiv für uns zu nutzen.“ Die sei bereits im Training spürbar gewesen, und die Hoffnung ist groß, dass am Donnerstagabend auch der HC Erlangen etwas davon abbekommt. Einfach dürfte die Aufgabe nicht sein, schließlich ist der HCE mit 9:3-Punkten erfolgreich in die Saison gestartet.

„Die Erlanger spielen sehr schlau und wissen, wann sie mal liegen bleiben oder sich ins Gesicht fassen müssen. Außerdem verfügen sie über einen sehr variablen und breiten Kader – sie können ohne Substanzverlust wechseln“, sagt Naji, der diese Qualität bei seiner Mannschaft noch nicht sieht. „Mit Fabian Gutbrod fehlt uns ein wichtiger Spieler im linken Rückraum, und auf der anderen Seite hat Djibril M'Bengue noch Trainingsrückstand. Wobei ich finde, dass er in Stuttgart auch im Angriff einen Schritt nach vorne gemacht hat.“

Rund um den Bergischen HC

Kader: Rechtsaußen Isak Persson könnte nach überstandener Mandelentzündung in die Mannschaft zurückkehren. Dafür fällt Kreisläufer Tom Bergner erkrankt aus. Nicht dabei sind weiterhin die beiden langzeitverletzten Csaba Szücs und Fabian Gutbrod, so dass dem BHC in Nürnberg maximal 15 Spieler zur Verfügung stehen.

Bilanz: Auswärts hat der BHC fast traditionell Probleme mit dem HC Erlangen. Vorige Saison setzte es eine 23:30-Packung. Eine Ausnahme bildet die Spielzeit 2020/21, als die Löwen mit 25:20 in Nürnberg gewannen. Die Bundesliga-Bilanz führt der BHC mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen knapp an.

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