Handball

BHC hofft zum 18. Mal auf das Handball-Wunder

Tomas Babak war gegen die TSV Hannover-Burgdorf in der zweiten Halbzeit gefährlichster BHC-Spieler. Eine Steigerung als Mannschaft ist zwingend, um in Kiel eine Außenseiterchance zu haben.
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Tomas Babak war gegen die TSV Hannover-Burgdorf in der zweiten Halbzeit gefährlichster BHC-Spieler. Eine Steigerung als Mannschaft ist zwingend, um in Kiel eine Außenseiterchance zu haben.

Handball-Bundesliga: Am Sonntag spielen die Löwen beim THW Kiel, dem neuen Team von Torhüter Tomas Mrkva.

Von Thomas Rademacher

So nah dran wie vorige Saison war der Bergische HC noch nie. In der Wunderino-Arena hatte Fabian Gutbrod die Chance, mit dem letzten Wurf der Partie zum 24:24 gegen den großen THW Kiel auszugleichen. Es wäre die Sensation gewesen, zumal die Löwen 14 Minuten vor Schluss noch 15:22 hintengelegen hatten. So war die 23:24-Niederlage nur ein Achtungserfolg für die BHC-Handballer – genau wie das Rückspiel, in dem sich die Mannschaft gut schlug, aber 24:26 unterlag. Der THW ist seit vielen Jahren der einzige übriggebliebene Bundesliga-Konkurrent, gegen den die Bergischen noch nie gepunktet haben. Ob sich das am Sonntag beim 18. Aufeinandertreffen (14 Uhr, Wunderino-Arena) ändert? Die Vorzeichen sprechen nicht unbedingt dafür, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Für Jamal Naji ist die BHC-Historie gegen die Kieler freilich nur ein statistischer Wert, der ihm nicht einmal bekannt war. Der neue Löwen-Coach will aber die Chance ergreifen, wenn sie sich bietet. „Kiel muss natürlich etwas zulassen, während bei uns alles passt. Wenn es so kommt, wollen wir nach dem Strohhalm greifen“, sagt der 36-Jährige. Die Wahrscheinlichkeit eines schwachen Kieler Auftritts ist zumindest mit Blick auf die ersten beiden Spieltage aber äußerst gering. Die Norddeutschen schlugen den TVB Stuttgart 36:23 und setzten sich beim SC DHfK Leipzig mit 32:22 durch. Tomas Mrkva hatte vor allem am Auftaktsieg einen gehörigen Anteil. Der Torhüter, der in den vergangenen drei Jahren beim BHC aktiv war, lieferte in seinem ersten Heimspiel für Kiel 15 Paraden bei einer Fangquote von 39,5 Prozent. „Besser kann man nicht anfangen“, findet auch der Tscheche, der in seiner gewohnt bescheidenen Art ergänzt: „Es ist aber nur ein Spiel von vielen. Das aber hat richtig Spaß gemacht.“

Auf das Wiedersehen mit seinen alten Mannschaftskameraden freut er sich. „Es ist schon ein etwas komisches Gefühl, dass wir so früh in der Saison aufeinandertreffen“, sagt der 33-Jährige. „Freunde sind jetzt plötzlich Gegner.“ Ob Mrkva zwischen den Pfosten beginnen wird, weiß er noch nicht. Ob er einen Vorteil gegen die ihm bekannten BHCer hätte, ist ebenfalls fraglich: „Ich habe es in beide Richtungen in Spielen gegen Ex-Teams erlebt.“

„Ich kenne die Jungs. Die kommen nicht nach Kiel, um Punkte abzugeben.“

Tomas Mrkva, THW-Torhüter

Heimisch fühlt sich Tomas Mrkva bereits in Kiel. „Durch die Geburt unserer Tochter ging alles ganz schnell.“ Ehefrau Katerina hat im August Adela zur Welt gebracht. „Es macht richtig Spaß, und Schlaf bekomme ich auch noch genug“, sagt der Torhüter, der in der Kieler Innenstadt bereits erkannt wird. „Man merkt schon, dass man ein Spieler des THW ist. Es ist eine angenehme Aufmerksamkeit.“

Tomas Mrkva hat mit Kiel bereits seinen ersten Titel gewonnen: den Super Cup. Der Start im neuen Verein ist für den ehemaligen BHC-Keeper bislang insgesamt sehr erfolgreich.

Am Sonntag könnte Mrkva seinen Bekanntheitsgrad mit einer Topleistung gegen den BHC noch erhöhen: „Aber ich kenne die Jungs. Die kommen nicht nach Kiel, um Punkte abzugeben. Wir müssen aufpassen.“ Diese Aussage beschreibt auch in etwa, was Jamal Naji von seiner Mannschaft erwartet. „Ich möchte in Kiel den nächsten Schritt von uns sehen. Wir wollen die zuletzt starken Abwehrleistungen bestätigen und uns im Angriff steigern.“

Die jüngste 22:23-Niederlage gegen die TSV Hannover-Burgdorf sei ärgerlich, weil schon ein kleines Muster erkennbar war. „Wie in Minden waren wir vorne nicht gut genug. Dass es dann trotz der Verteidigung gegen eine Mannschaft von höherer Qualität eng wird, ist selbsterklärend“, sagt der Coach.

Kiel bezeichnet Naji als „eigentlich sehr leichtes Spiel“. Denn die Erwartungshaltung sei gering – zumindest mit Blick auf das Resultat. „Der THW muss das Spiel gewinnen. Wenn wir etwas holen würden, wäre es eine große Überraschung“, meint der Trainer, der erneut auf denselben Kader zurückgreifen kann wie in den ersten beiden Partien. Nur Fabian Gutbrod und Csaba Szücs sind weiterhin verletzt. Bei den Kielern fehlt zwar Superstar Sander Sagosen, aber „durch die Verpflichtungen von Eric Johansson und Karl Wallinius haben sie noch mal enorme Qualität hinzugewonnen und sind damit eine der am breitesten besetzten Mannschaften überhaupt“.

Zöppkesmarkt: Auf der Bühne am Neumarkt ist am Sonntag ab 11.45 Uhr Mannschaftskapitän Fabian Gutbrod zum Gespräch zu Gast. Die ursprünglich geplante Übertragung des Spiels fällt aus lizenzrechtlichen Gründen aus.

Pokal: Der Vorverkauf für das Zweitrundenspiel gegen Frisch Auf Göppingen hat begonnen. Die Tickets kosten zwischen 15 und 20 Euro. Das Duell wird am Donnerstag, 20. Oktober, 19 Uhr in der Klingenhalle angepfiffen.

bhc06.de/tickets

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