Handball

BHC hat das Zeug zum Überraschungsteam

Blickten bei der Auftakt-Pressekonferenz optimistisch nach vorn (v.l.): Philipp Tychy, Jörg Föste, Jamal Naji und Peer Pütz.
+
Blickten bei der Auftakt-Pressekonferenz optimistisch nach vorn (v.l.): Philipp Tychy, Jörg Föste, Jamal Naji und Peer Pütz.

Handball-Bundesliga: Nach dem personellen Umbruch starten die Bergischen am Sonntag bei GWD Minden in die Saison.

Von Thomas Rademacher

Der Bergische HC hat ein neues Gesicht. Die Ära von Trainer Sebastian Hinze ist beendet, künftig steht Jamal Naji für die sportlichen Geschicke des Handball-Clubs. Der 36-Jährige hat eigene Ideen, einen auf vielen Positionen veränderten Kader und gerade die erste Saisonvorbereitung als BHC-Coach abgeschlossen. „Wir sind mit einem guten Gefühl aus dem letzten Test gegen Saporischschja gegangen. Das ist sehr wichtig, weil es natürlich hier und da auch noch Abstimmungsprobleme in der Vorbereitung gab“, sagte Naji im Rahmen der Pressekonferenz zum Saisonauftakt.

Wo genau die Löwen stehen, ist vor dem ersten Spieltag bei GWD Minden (Sonntag, 16.05 Uhr) freilich ungewiss. „Das ist jedes Jahr ähnlich“, meint Geschäftsführer Jörg Föste. „Wenn wir gut starten und in einen Flow kommen, geht vieles einfacher. Beginnt es holprig, kann genau das Gegenteil geschehen. Daher ist das nächste Spiel von größerer Bedeutung – das müssen wir nicht kleinreden. Minden ist der erste Meilenstein dieser Saison.“

Nicht nur Föste ist davon überzeugt, dass die Mannschaft in der Lage ist, diese Hürde zu nehmen. „Wir haben ein sehr gutes Gegenstoßspiel, unsere Außen sind unfassbar torhungrig und abschlusssicher“, beschreibt der 61-Jährige seine positiven Eindrücke. „Und man sieht, dass wir einen enormen Siegeswillen haben. Das hat vor allem das Endspiel des Linden-Cups gezeigt.“ Dieses gewann der BHC mit nur zwei gelernten Rückraumspielern 31:30 gegen Bundesliga-Konkurrent HSG Wetzlar. „Die Qualität, kein einziges Spiel verloren zu geben, wollen wir auch im Ligabetrieb zeigen.“

„Minden ist der erste Meilenstein dieser Saison.“

Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

Ein konkretes Saisonziel möchten die Verantwortlichen – wenig überraschend – nicht nennen. Doch Najis Vorstellungen decken sich mit Föstes. „Uns ist wichtig, dass die Leute mit einem guten Gefühl aus der Halle gehen, wenn sie ein Spiel von uns gesehen haben“, erläutert der Coach. „Das Ergebnis kann dabei sekundär sein. Wenn erkennbar ist, dass die Mannschaft mit Herzblut agiert und alles auf der Platte gelassen hat, was möglich war, ist das erstmal wichtig. Dafür wollen wir stehen, das wollen wir ausstrahlen. Dann ist es am Ende des Tages auch gar nicht so wichtig, ob man 8., 10., 12. oder 14. ist.“ Dennoch, und das räumt der Trainer ebenfalls ein, hätte niemand etwas dagegen, sich so früh wie möglich aus einem möglichen Abstiegskampf herauszuhalten.

Linus Arnesson führt den BHC als Kapitän an. Der Schwede übt das Amt gleichberechtigt mit Fabian Gutbrod aus.

Ein Selbstläufer wird dies trotz des elften Ranges der vorigen Saison nicht. „Ein paar Verletzte in der Vorbereitung haben die Situation erschwert“, weiß Co-Trainer Peer Pütz. „Wir haben uns stetig verbessert, sehen aber natürlich auch noch viel Potenzial.“ Dazu kommt, dass eine umkämpfte Liga zu erwarten ist. „Wenn die Bundesliga jemals das Prädikat 'Stärkste Liga der Welt' verdient hat, dann in dieser Saison. Es ist mindestens ein gesamter Kader, der international auf hochklassigem Niveau agiert, in die Spielklasse gewechselt.“ Ein Handballer, der gewiss dazugehört, ist Djibril M'Bengue, der beim FC Porto Stammspieler in der Champions League war und nun für die Bergischen auf Torejagd geht. „Insgesamt wird der Zugewinn an Attraktivität dazu führen, dass die Spiele gut besucht sein werden“, prognostiziert Föste für die gesamte Liga. „Wir erwarten einen Boom. Nicht sofort, aber mittelfristig.“ Ein Schnitt von mehr als 3000 Fans pro Spiel hält der Geschäftsführer für realistisch.

Und welches Team hat das Zeug zur größten sportlichen Überraschung? Jamal Naji rechnet mit dem TVB Stuttgart, Peer Pütz sieht die TSV Hannover-Burgdorf stark. Und auch für Jörg Föste ist die Antwort klar: „Bergischer HC. Wir blicken in Summe sehr optimistisch auf die Saison.“

Vierter Spielort: In der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle wird der BHC vier Heimspiele bestreiten. „Wir rechnen mit einer stimmungsvollen Kulisse“, sagt Geschäftsführer Philipp Tychy. Erster Gegner am neuen Spielort wird aus BHC-Sicht ein besonderer sein: Ex-Coach Sebastian Hinze kommt am 29. September mit den Rhein-Neckar Löwen.

Etat: Der BHC plant in dieser Saison mit 3,7 Millionen Euro für den Lizenzspieler-Bereich.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Analyse: Bergischer HC lässt die Konstanz völlig vermissen
Analyse: Bergischer HC lässt die Konstanz völlig vermissen
Analyse: Bergischer HC lässt die Konstanz völlig vermissen
BHC findet seine gute Linie nicht mehr wieder
BHC findet seine gute Linie nicht mehr wieder
BHC findet seine gute Linie nicht mehr wieder

Kommentare