Handball-Bundesliga

BHC-Handballer starten Anfang Oktober

Nach einer siebenmonatigen Spielpause hoffen die Löwen im Herbst endlich wieder mit ihren Fans einen Sieg in der Handball-Bundesliga feiern zu dürfen. Foto: Kurt Kosler
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Nach einer siebenmonatigen Spielpause hoffen die Löwen, im Herbst endlich wieder mit ihren Fans einen Sieg in der Handball-Bundesliga feiern zu dürfen.

Verspäteter Auftakt in die Bundesliga-Saison zwingt zur Ausdehnung bis Ende Juni 2021.

Von Thomas Rademacher

Lange war darüber spekuliert worden, wann die Handball-Bundesliga (HBL) in die neue Saison starten würde. Jetzt steht fest: Zwischen dem 1. und 4. Oktober findet der erste Spieltag statt. Ein paar Tage zuvor wird im Düsseldorfer ISS Dome bereits der Super Cup zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt ausgetragen. Das alles soll vor Publikum stattfinden. „Das entscheidende Kriterium für den Oktober-Termin war die Aussicht darauf, wieder vor Zuschauern spielen zu können“, erläutert Jörg Föste. Der Geschäftsführer des Bergischen HC hatte sich einen Auftakt im September gewünscht, „aber wir akzeptieren die Entscheidung des Präsidiums natürlich.“

Aus BHC-Sicht hatte vor allem die hohe Belastung für die Spieler gegen einen so späten Start gesprochen. Zwar wird die Bundesliga-Saison bis Ende Juni ausgedehnt, doch es müssen durch die Aufstockung der Liga auf 20 Teams auch vier Partien mehr pro Mannschaft absolviert werden. „Dazu sind die Nationalspieler im Januar bei der Weltmeisterschaft in Ägypten gefordert, und für die Olympia-Teilnehmer geht es nach der Saison direkt weiter“, verdeutlicht Föste die Dichte des Terminplans. „Allen Beteiligten ist klar, dass die Saison zu einer Rosskur wird.“

In Anbetracht der Tatsache, dass die Interessenlagen in der HBL von Verein zu Verein teilweise sehr unterschiedlich sind, ist Föste stolz auf die gemeinschaftlich gefundene Lösung. „Wir haben zusammen den Abbruch beschlossen, einen Meister gekürt und nun den Weg für den Wiedereinstieg bestimmt“, sagt der 59-Jährige. „Damit können wir nun planen.“

„Für den Fall der Fälle bedarf es ausgeklügelter Hygienekonzepte.“

Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

Der Bergische HC bleibt bei seinem Vorbereitungsstart am 7. Juli. „Aber wir werden jetzt mit zwei Phasen arbeiten“, erklärt Trainer Sebastian Hinze. „Bis Ende Juli bauen wir langsam wieder auf und werden nur einen geringen Anteil des Trainings in der Halle absolvieren.“ Etwa ab dem 10. August starten die Löwen dann in die gewohnte sechswöchige intensive Vorbereitungsphase. Das für Juli geplante Trainingslager in Österreich fällt in diesem Jahr aus.

Der Start im Oktober ist nicht Jörg Föstes Wunschlösung, doch der BHC-Geschäftsführer ist froh, planen zu können.

Auch Hinze hat sich aus sportlicher Sicht den Saisonauftakt im September gewünscht. „Auch, um mehr Luft für Termine haben“, sagt der 41-Jährige. „Der Oktober ist aber trotzdem als Starttermin nachvollziehbar, um eine Wettbewerbsgleichheit herzustellen. Schließlich sind nicht in allen Bundesländern die Bedingungen derzeit identisch.“ Gleichzeitig weiß der Coach, dass „nicht viel passieren darf. Ausweichtermine wird es kaum welche geben.“

Die Chance, im Oktober wieder vor Publikum spielen zu dürfen, ist groß. Damit dies gelingt, arbeitet die HBL ein Hygienekonzept aus. „Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um passende Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit Zuschauern zu ermöglichen. Denn Sport lebt von Emotionen – und die gibt es eben nur zu 100 Prozent auf dem Spielfeld und vor vollen Rängen. Das bleibt unser Ziel“, sagt HBL-Präsident Uwe Schwenker.

Offen lässt die HBL die Frage, ob im Notfall auch komplett ohne Publikum gestartet werden soll. Jörg Föste aber ist sich sicher, dass in jedem Fall gespielt wird: „Wir haben Anfang Oktober als Auftakt nun beschlossen. Dann werden wir auch spielen.“ Der BHC-Geschäftsführer ist aber zugleich überzeugt, dass es nicht zu einem kompletten Ausschluss des Publikums kommen wird. Wahrscheinlich ist hingegen, dass gerade zu Beginn die Auflagen für Hallenveranstaltungen hoch sein werden. Föste: „Für den Fall der Fälle bedarf es ausgeklügelter Hygienekonzepte.“

Konjunkturpaket

Am 29. Juni soll in Bundestag und Bundesrat ein umfangreiches Konjunkturpaket verabschiedet werden. Profisportvereine abseits der 1. und 2. Fußball-Bundesliga werden demnach mit 150 Millionen Euro unterstützt. „Wenn wir im Oktober in die Saison starten, werden wir sieben Monate keinen Spielbetrieb gehabt haben“, sagt BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. „Es ist also absolut notwendig, dass die Unterstützung gewährt wird. Unsere Ausfälle müssen kompensiert werden. Darauf ist jeder Club angewiesen.“ Ob die Summe hoch genug ist, kann Föste nicht einschätzen „Sicher bin ich, dass ein vernünftiger Schlüssel gefunden wird, um die Überbrückungsgelder zu verteilen.“

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