Handball-Bundesliga

BHC feiert einen Sieg für die Löwen-Seele

Die Anspannung bei Trainer Sebastian Hinze und seinem Team war riesig gewesen – umso größer war auch die Erleichterung. Foto: Christian Beier
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Die Anspannung bei Trainer Sebastian Hinze und seinem Team war riesig gewesen – umso größer war auch die Erleichterung.

Der Bergische HC hat nach vier Niederlagen in Folge wieder gewonnen.

Von Thomas Rademacher

Das 25:24 (13:12) im Bundesliga-Duell gegen GWD Minden hat spürbar für Erleichterung gesorgt. „Wir sind gerade nicht in der Verfassung, den Gegner taktisch auseinanderzunehmen“, sagte Mannschaftskapitän Fabian Gutbrod. „Angesichts der schweren Phase, in der wir uns befinden, haben wir das gut gemacht. Wir haben den Kampf angenommen und uns von Misserfolgen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Weil es dann endlich auch gereicht hat, um in einem engen Spiel zu punkten, war tatsächlich die Erleichterung größer als die Freude.“

„Solange man selber den Ball hat, kann man kein Gegentor bekommen.“

Fabian Gutbrod, BHC-Kapitän

Zur Pause hätten die Löwen bereits mit drei Toren führen können. Der überragende Tomas Mrkva hielt beim 13:11-Vorsprung, warf den Gegenstoß-Pass aber genau in die Hände des Gegners, der unmittelbar vor dem Pausenpfiff noch auf einen Treffer verkürzte. „So etwas kann einfach in unserer derzeitigen Situation passieren“, ordnete BHC-Geschäftsführer Jörg Föste nicht ohne Stolz ein: „Das muss man wissen und wegstecken. Die Mannschaft hat die Größe und Stärke gehabt, dies anzunehmen.“

Dass dann nach einer zerfahrenen zweiten Hälfte in der Schlussphase plötzlich alles passte, war Balsam für die Löwen-Seele. Trainer Sebastian Hinze setzte auf eine erfahrene Aufstellung, brachte daher auch Kristian Nippes im rechten Rückraum. Der 33-Jährige eigentlich bereits vor der Saison abgetretene Handballer holte geschickt eine Zeitstrafe heraus, die Fabian Gutbrod zunächst zum Ausgleich nutzte. Nach einer Mrkva-Parade holte Linus Arnesson den Abpraller, sah Jeffrey Boomhouwer auf der anderen Seite des Feldes und spielte den präzisen Express-Pass, den der Niederländer zum 25:24 verwertete.

„In der entscheidenden Phase haben wir es auch wirklich auf den Punkt gespielt“, freute sich Gutbrod. „Mein Kompliment geht da an Linus und Sebastian, die die richtigen Lösungen gefunden haben.“ Einer hervorragenden Abwehrarbeit, in der Minden keinen nennenswerten Wurf auf das BHC-Gehäuse hinbekam, folgten die letzten 60 Sekunden. „Abgezockt ist das Wort, das mir dazu einfällt. Fabian hat auf bemerkenswerte Art und Weise den Freiwurf rausgeholt und nicht den Schuss genommen. Wäre dieser nicht reingegangen, hätten wir schließlich noch ins Remis laufen können“, meinte Föste. „Das hat die Mannschaft in stoischer Ruhe heruntergespielt und perfekt gelöst.“

Trainierbar ist ein derartiges Halten des Balles – ohne dabei passiv zu wirken – freilich kaum: „Am Schluss standen nicht umsonst die Spieler drauf, die das schon mal erlebt haben“, sagte Gutbrod. „Die alte Weisheit ist: Solange man selber den Ball hat, kann man kein Gegentor bekommen. Das haben wir gut gemacht.“ Und die Zeitspielregel konsequent ausgenutzt. Bei gehobenem Arm der Schiedsrichter sind noch sechs Pässe zugelassen, wenn sie dazu dienen, den Weg Richtung Tor zu suchen. „Wir haben uns das irgendwie auch verdient“, fand der Kapitän. „Nachdem zuletzt so viele Dinge gegen uns gelaufen waren, war das Glück diesmal auf unserer Seite.“

Mit gestärktem Selbstbewusstsein geht es nun am Samstag (20.30 Uhr) bei der HSG Wetzlar weiter. Einen ausführlichen Vorbericht lesen Sie in unserer Ausgabe am Samstag. Mehr Stimmen zum 25:24-Sieg gegen Minden gibt es in der Löwenzeit, dem BHC-Podcast von Radio RSG und ST, online auf iTunes und Spotify sowie unter: solinger-tageblatt.de/solingen/podcast

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