Handball-Bundesliga

BHC beendet eine besondere Bundesliga-Saison in Berlin

Im Hinspiel ließ Hans Lindberg BHC-Schlussmann Christopher Rudeck selten eine Chance. Der Däne erzielte zehn Treffer auf dem Weg zum 31:29-Erfolg der Berliner. Foto: Kurt Kosler
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Im Hinspiel ließ Hans Lindberg BHC-Schlussmann Christopher Rudeck selten eine Chance. Der Däne erzielte zehn Treffer auf dem Weg zum 31:29-Erfolg der Berliner.

Am Sonntag absolvieren die Löwen ihr 38. und letztes Spiel bei den neun Mal in Folge siegreichen Füchsen.

Von Thomas Rademacher

Csaba Szücs bekam gegen Stuttgart eine Hand ins Gesicht. Er spielte aber mit einem Cut weiter und ist auch in Berlin dabei.

Die Taktung war in dieser Saison ohnehin extrem. Vom 1. Oktober 2020 bis zum 27. Juni 2021 galt es, 38 Partien zu absolvieren. Im Januar war WM-Pause, dazu konnte der Bergische HC bedingt durch zwei Quarantänen im April fast gar nicht spielen. Doch am Sonntag endet die außergewöhnlichste Saison, die die Löwen in der Handball-Bundesliga bislang absolviert haben. Bei den Füchsen Berlin geht es ab 15.30 Uhr um die Frage, ob der BHC die Spielzeit auf dem elften oder zwölften Rang abschließt – faktisch steht also nicht viel auf dem Spiel.

Das sieht auch Geschäftsführer Jörg Föste so. Ziel sei es gewesen, bei allen Unwägbarkeiten, frühzeitig mit den unteren Tabellenregionen nichts mehr zu tun zu haben. Das ist dem Club gelungen. Trotzdem werde das Team nicht nach Berlin fahren, um den Füchsen als Punktelieferant für deren zehnten Sieg in Folge zu dienen. „Im Moment haben wir aber auch nicht die Substanz, um über 60 Minuten erfolgreich zu spielen“, meint Föste, der damit rechnet, dass es auch in Berlin Schwächephasen geben werde.

Dass die Füchse klarer Favorit sind, belegen nicht nur neun Siege in Serie, sondern auch die Art und Weise der Erfolge. So brachte die Truppe der SG Flensburg-Handewitt ihre erste Bundesliga-Heimniederlage nach zuvor 55 ungeschlagenen Partien in der Flens-Arena bei. Beim 33:29 überragte der eingewechselte Paul Drux in der zweiten Halbzeit und hatte großen Anteil an dem historischen Sieg. „Im breiten Berliner Kader hat jeder seine Rolle gefunden“, sagt BHC-Coach Sebastian Hinze anerkennend. „Vor allem haben sie die Positionen mit unterschiedlichen Stärken besetzt. Wenn Drux in linken Rückraum hereinkommt, bringt er enorme Eins-gegen-Eins-Fähigkeiten mit. Das ist eine andere Qualität als die von Lasse Andersson, der eher schussstark ist. Gerade solche Wechsel nutzen sie überragend.“

So habe es zwar eine Weile gebraucht, bis die Berliner dieses Level erreicht haben, doch „das ist völlig normal. Jetzt punkten sie kontinuierlich. Da sie wenige Verletzungen und einen breiten Kader haben, ist das fast eine logische Folge“, erläutert Hinze, der sich mit seinem Team im letzten Saisonspiel trotzdem etwas ausrechnet. „Es sind die letzten 60 Minuten der Saison. Auch in diesem Spiel ist es unser Anspruch, das Bestmögliche herauszuholen.“

„Ich freue mich mehr denn je auf Urlaub, denn diese Saison war wirklich lang.“

Christopher Rudeck, BHC-Torhüter

Dabei muss es sich nicht unbedingt um einen Sieg handeln. „Selbst wenn wir eine Topleistung zeigen, ist es mit unserer Personaldecke natürlich nicht sicher, dass wir dann in Berlin gewinnen“, weiß Hinze. „Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass die Berliner derzeit trotz perfekter Leistung von uns besser sind. Aber wir können es offen halten – da bin ich sicher. Und wenn das gelingt, wollen wir natürlich auch die Chance auf Punkte bekommen.“

Gerade die erste Halbzeit des Mittwochspiels gegen den TVB Stuttgart stimmt den Coach positiv: „Das war eine überragende Hälfte mit super vielen Tempotoren. Genau so wünschen wir uns alle den Bergischen HC. Es ist nur schade, dass wir den 17:13-Vorsprung nach der Pause so leicht aus der Hand gegeben haben.“ In Berlin wird der Coach den identischen Kader zur Verfügung haben. So fallen Maciej Majdzinski, Yannick Fraatz, Arnor Gunnarsson, Kristian Nippes, David Schmidt, und Daniel Fontaine weiterhin aus.

Die Tour nach Berlin wird die letzte Amtshandlung der Mannschaft in dieser Saison sein. Nach der Rückkehr ist bis zum 27. Juli frei. „Ich freue mich mehr denn je auf Urlaub, denn diese Saison war wirklich lang“, findet Torhüter Christopher Rudeck und spricht damit wohl vielen aus der Seele. „Ein paar Wochen Ruhe werden guttun, um dann voller Elan in die nächste Runde zu gehen.“ So kündigt auch Coach Hinze an, vier Wochen nahezu abzuschalten: „Ich werde die Saison noch nachbereiten und ab der zweiten Woche mit meiner Frau und Hund in den Wanderurlaub fahren.“

Bilanz

15 Mal ist der Bergische HC in der Bundesliga bereits auf die Füchse Berlin getroffen. Gegen die Hauptstädter holten die Löwen im März 2020 ihren immer noch einzigen Punkt im ISS Dome. Währen die Berliner zehn Mal gewannen, blieb der BHC immerhin vier Mal Sieger – zwei Mal bereits in der Max-Schmeling-Halle.

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