Handball-Bundesliga

Bergischer HC legt eine gute Grundlage für die Saison

Am Donnerstagabend war die Stimmung bei Max Darj (r.) verständlicherweise gedrückt. Insgesamt aber darf der schwedische Leistungsträger nicht nur mit sich zufrieden sein. Foto: Moritz Alex
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Am Donnerstagabend war die Stimmung bei Max Darj (r.) verständlicherweise gedrückt. Insgesamt aber darf der schwedische Leistungsträger nicht nur mit sich zufrieden sein.

Trotz der enttäuschenden 20:22-Niederlage gegen die HSG Wetzlar ist die Prognose für die Löwen positiv.

Von Thomas Rademacher

Der Bergische HC hätte am Donnerstag erneut etwas Historisches schaffen können. Durch einen Sieg über die HSG Wetzlar wären die Löwen mit 8:0-Punkten an die Tabellenspitze der Handball-Bundesliga gestürmt. Dort stand der Club - mit der Ausnahme des ersten Spieltags der Saison 2014/15 - noch nie. So bemerkenswert diese Momentaufnahme gewesen wäre, so klar ist auch, dass die Mannschaft diese Position nicht über die lange Saison halten würde. Daher ist das 20:22 gegen die Mittelhessen nur eine – wenn auch vermeidbare – Niederlage, wie sie in dieser Saison wohl noch das eine oder andere Mal vorkommen wird.

Die Stimmung war freilich gedämpft. „Wir haben am Ende noch mal großes Kämpferherz gezeigt, aber wir müssen darüber sprechen, wie der hohe Rückstand in der zweiten Halbzeit zustande gekommen war“, meinte Mannschaftskapitän Fabian Gutbrod angesichts des 16:21-Zwischenstandes sechs Minuten vor dem Ende. „Wetzlar hat hier keine Top-Leistung gebracht, sondern es lag zu großen Teilen an uns. Deshalb tut diese Niederlage sehr weh.“

„Es hat teilweise schon stümperhaft ausgeschaut.“

Fabian Gutbrod, BHC-Kapitän

In den 24 schwachen Minuten nach der Pause brach den Bergischen das Tempospiel weg. „Und im gebundenen Angriff ist es uns nicht gelungen, mit einem guten Timing in die Aktionen zu kommen. Es hat teilweise schon stümperhaft ausgeschaut, wie wir uns da bewegt haben“, fand Gutbrod klare Worte. „Dennoch muss man das jetzt nicht überdramatisieren. Es geht schließlich nur um dieses eine Spiel.“

Eine Begegnung, in der trotz der deutlichen Defizite alles möglich war. Denn in der Endphase kämpften sich die Löwen mit der Umstellung auf eine offene Manndeckung noch mal heran und hatten per Siebenmeter sogar noch die Chance zum 21:21. Hätten die Bergischen in diesen wilden letzten sechs Minuten nicht weitere Fehler im Angriff gemacht, wären sie sogar noch für einen Sieg in Frage gekommen.

So ärgerlich die erste Saisonniederlage war, stimmt sie dennoch mit Blick auf die kommenden Wochen optimistisch. Denn die Grundlagen, um Erfolg zu haben, hat die Mannschaft in den ersten vier Spielen gelegt. Nicht nur kämpft sie auch in vermeintlich ausweglosen Situationen bis zum Schluss, sie hat ihre große Stärke in dieser Saison noch weiter verbessert. Die Abwehr funktionierte in allen vier Partien über weite Strecken hervorragend. „Das gilt auch für das Spiel gegen Wetzlar“, betont Geschäftsführer Jörg Föste. Über die Deckungsreihe gewinnen die Löwen in der Regel ihre Spiele – und nur dieser Qualität hatten sie es zu verdanken, dass Wetzlar kurz vor Schluss „nur“ mit fünf Toren führte und überhaupt noch eine Aufholjagd drin war.

Auffallend besser als in der vorigen Saison agieren auch die Torhüter. Tomas Mrkva überragte in Magdeburg und gegen Erlangen. Christopher Rudeck hielt bei der HSG Nordhorn-Lingen und gegen Wetzlar stark. „Gerade bei den freien Bällen ist eine deutliche Verbesserung zu sehen. Die Quote ist so gut wie lange nicht“, sagt Föste, der entsprechend zuversichtlich in die sportliche Zukunft blickt und den Saisonstart mit 6:2-Punkten als „vollauf gelungen“ bezeichnet.

Die Mannschaft hat nun eine Woche Zeit, um sich auf die nächste Partie bei der TSV Hannover-Burgdorf (Donnerstag, 19 Uhr) vorzubereiten. „Die Gründe, warum bei uns die Entschlossenheit im Angriff verloren ging, werden wir bis dahin aufarbeiten“, ist sich Fabian Gutbrod sicher. Am Samstag, 31. Oktober, hoffen die Bergischen, gegen die SG Flensburg-Handewitt zum ersten Mal in der Klingenhalle vor Zuschauern spielen zu dürfen. „Dass das derzeit nicht geht, ist höchst bedauerlich“, sagt Jörg Föste. „Aber es liegt leider nicht in unserer Hand.“ Weil das so ist, habe der BHC sich schon im April auf eine reine Mediensaison eingestellt. Zuschauereinnahmen aus Tagestickets hat der Club jedenfalls nicht in seine wirtschaftlichen Planungen einfließen lassen.

Korrektur

In unserer Freitagausgabe berichteten wir, dass die beiden BHC-Spiele im Düsseldorfer ISS Dome am 15. und 21. Oktober ausgetragen werden. Dabei handelt es sich um einen Fehler, für den wir uns entschuldigen. Tatsächlich finden die Partien am 15. und 21. November statt. Gegner sind der THW Kiel und die Füchse Berlin.

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