Handball

Bergischer HC lässt in Essen viel liegen

Tomas Babak (r.) überzeugte Ende der ersten Halbzeit mit seiner Zweikampfstärke und traf drei Mal binnen fünf Minuten. Foto: Andreas Fischer
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Tomas Babak (r.) überzeugte Ende der ersten Halbzeit mit seiner Zweikampfstärke und traf drei Mal binnen fünf Minuten.

Im ersten Spiel vor Zuschauern seit mehr als einem halben Jahr gewinnen die Löwen 28:26 (14:12)

Von Thomas Rademacher

Der Test des Bergischen HC beim Tusem Essen war ein besonderer. Zwar musste die Partie aufgrund der noch geltenden Beschränkung auf 300 Zuschauer vom Düsseldorfer ISS Dome in den Sportpark „Am Hallo“ verlegt werden, doch Gastgeber Essen nutzte die Gelegenheit dennoch, um Publikum einzulassen. So trat der BHC zum ersten Mal seit dem 5. März vor zumindest ein paar Fans an. „Auch wenn es nicht so viele waren, hat es deutlich mehr Spaß gemacht als unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu spielen“, meinte Jeffrey Boomhouwer nach dem 28:26-Erfolg.

Die Organisation war den Tusem-Verantwortlichen gelungen. Vor dem Einlass wurde ein im Vorfeld ausgedruckter Gesundheitsbogen gegen das Ticket getauscht. Am Eingang desinfizierten eifrige Mitarbeiter die Hände aller Zuschauer, die Mund-Nase-Schutz tragen mussten, diesen aber am Sitzplatz ablegen durften. Auf einen Hallensprecher und musikalische Beschallung musste das Publikum allerdings verzichten – der Fokus lag offenbar einzig auf Testung der Hygienevorgaben.

„Am Ende muss der Ball auch ins Tor.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Während dies gelang, konzentrierten sich die Teams auf den sportlichen Test. „Wir wollten uns in der 6:0-Abwehr noch weiter steigern. Das ist uns sehr gut gelungen“, lobte Sebastian Hinze im Anschluss an den 28:26-Erfolg über den Bundesliga-Aufsteiger. Der Coach testete verschiedene Varianten, zum Beispiel mit Lukas Stutzke und Max Darj im Zentrum. „Die Abwehr hat auch gut gestanden, wenn wir im Block gewechselt haben. Da ist es schließlich manchmal schwieriger, in den Rhythmus zu finden.“

Aus einer gut aufgestellten Deckung folgt bei den Löwen traditionell ein starkes Tempospiel. Auch das funktionierte, so dass zwei frühe Tusem-Führungen (5:2 und 7:5) kein Problem darstellten. Allerdings ließ der BHC bereits in der ersten Halbzeit viel liegen. Alexander Weck hatte bei drei Latten- beziehungsweise Pfostentreffern Pech, aber auch Boomhouwer und viele andere vergaben teilweise komplett freie Chancen.

Eine Halbzeitführung sprang für die Gäste dennoch heraus. Tomas Babak hatte eine gute Phase mit vielen gewonnenen Zweikämpfen und drei Treffern binnen fünf Minuten. Zuvor war es Maciej Majdzinski, der sich auf der rechten Seite mehrere Male durchgesetzt hatte. Die Treffer zum 14:12 zur Pause besorgten Ragnar Johannsson und Boomhouwer.

Nach Wiederanpfiff unterstrichen die Bergischen früh, dass sie die Partie gewinnen würden. Linus Arnesson, Fabian Gutbrod und David Schmidt sorgten für Gefahr im Positionsangriff. Von 14:13 bauten die Löwen ihren Vorsprung auf 19:13 aus. Trotzdem kamen die Essener immer wieder auf. Zunächst verkürzten sie auf 19:21, kurz vor Schluss holten sie einen 22:27-Rückstand noch auf und beendeten die Partie mit 26:28 – ein aus Tusem-Sicht versöhnliches Ergebnis.

„Es ist eine Sache, das Spiel über 60 Minuten zu kontrollieren, eine andere, das Maximum herauszuholen. Das haben wir nicht geschafft“, zeigte sich Sebastian Hinze nach Spielschluss dann auch eher unzufrieden. „Wir machen eigentlich ein gutes Spiel, aber am Ende muss der Ball auch ins Tor. Wir haben aus sehr guten Positionen einfach viel zu viel liegengelassen.“

BHC: Mrkva, Rudeck (n.e.); Babak (3), Stutzke (3), Majdzinski (3), Schmidt (3), Johannsson (3), Arnesson (2), Gutbrod (2), Bergner (2), Boomhouwer (2), Weck (1), Damm (1), Gunnarsson (1), Fraatz (1), Nikolaisen (1), Darj

Rund um den BHC

Personal: Auf Csaba Szücs (Leistenbeschwerden) und Daniel Fontaine (Rücken) hat der BHC noch verzichtet. Auch Torhüter Christopher Rudeck spielte mit Fußproblemen vorsorglich nicht.

Programm: Am Mittwoch empfangen die Löwen die HSG Wetzlar zum nächsten Testspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am Freitag geht es dann zum Spielo-Cup des Tus N-Lübbecke. Erster Gegner ist GWD Minden.

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