Handball

Bergischer HC verpasst historischen Punkt in Kiel

Alexander Weck war mit sechs Treffern nicht nur erfolgreichster BHC-Torschütze, er traf auch sehr gute Entscheidungen. Foto: Mathias M. Lehmann
+
Alexander Weck war mit sechs Treffern nicht nur erfolgreichster BHC-Torschütze, er traf auch sehr gute Entscheidungen.

Bundesliga: Die Löwen unterliegen beim THW nach toller Aufholjagd mit 23:24 (12:15)

Von Thomas Rademacher

Auch im 16. Anlauf hat der Bergische HC eine Sensation gegen den THW Kiel verpasst. Die Löwen hatten gegen den Favoriten in der Wunderino-Arena in letzter Sekunde noch die Chance zum Unentschieden, Fabian Gutbrod versuchte es, scheiterte aber an Torhüter Niklas Landin, der damit nach einer grandiosen BHC-Aufholjagd den 24:23 (15:12)-Sieg des Deutschen Meisters festhielt.

Die ersten Minuten der Bundesliga-Partie gehörten den Löwen. Die Kieler hatten Probleme, gegen die vor allem auf den Halbpositionen offensiv ausgerichtete BHC-Deckung zu guten Chancen zu kommen, auf der anderen Seite erarbeiteten sich die Gäste viele gute Würfe. Nach einem von Linus Arnesson abgefangenen Ball scheiterte Jeffrey Boomhouwer zwar frei an Landin, doch kurz darauf nutzte er seine Chance von der Außenposition. Im Rückraum drehte Fabian Gutbrod mit vier Toren auf, so dass die Bergischen überraschend mit 6:4 und 7:5 in Führung lagen.

Diese währte allerdings nicht lange. Die erste Zeitstrafe von Tom Kare Nikolaisen verkraftete die Mannschaft zwar noch gut, als Csaba Szücs kurz danach vm Feld musste, nutzte der THW dies zum Ausgleich. Sander Sagosen hatte zum 6:7 getroffen, nach einem Fehlpass von David Schmidt zu Gutbrod fiel der Ausgleich. In der Folge bekamen die Hausherren den BHC-Angriff über eine 3:2:1-Abwehr in den Griff. Gegen diese Formation fanden die Gäste zunächst keine Lösungen und gerieten folgerichtig mit 8:12 auf die Verliererstraße.

Doch immerhin: Vor der Pause kämpften sich die Löwen zurück ins Spiel und verkürzten unter anderem durch Alexander Weck und Emil Hansson, der den Vorzug vor Arnor Gunnarsson auf der rechten Außenbahn bekommen hatte. Beim 12:15 zur Halbzeit waren die Gäste in Reichweite und kamen durch Weck auch auf zwei Tore heran. Hansson aber, der in der ersten Halbzeit für seine drei Tore drei Versuche benötigt hatte, vergab gleich zwei gute Möglichkeiten, um das Ergebnis noch enger zu gestalten.

Tomas Mrkva, der schon in der ersten Hälfte nach gut 20 Minuten für Christopher Rudeck zwischen die Pfosten gerückt war, kam nun mit einigen Paraden immer besser in Schwung. Der Tscheche hielt sogar einen Siebenmeter gegen Niclas Ekberg, nachdem Nikolaisen seine dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte kassiert hatte. Doch die Paraden halfen zunächst kaum, weil die Gäste im Angriff den Ball verloren und an Landin scheiterten – auch, weil die Chancen häufig nicht besonders zwingend waren.

Löwen stellen den Chancenwucher erfolgreich ab

Trainer Sebastian Hinze hatte im Vorfeld betont, dass die Effektivität im Angriff hoch sein muss, um beim Topfavoriten eine Chance zu haben. Doch genau diese Voraussetzung erfüllten die Löwen noch nicht. Beispielhaft dafür stand ein Sechs-Meter-Wurf von Lukas Stutzke. Der Rechtshänder konnte es völlig unbedrängt versuchen, das Tor traf er nicht. Kaum überraschend ging auch der Coach in seiner letzten Auszeit auf den Chancenwucher ein. „Wir verballern zu viel“, sagte er und nahm eine weitere Umstellung vor. Nicht nur setzte er zum wiederholten Male auf den siebten Feldspieler, er nutzte dabei Linus Arnesson als zweiten Kreisläufer und brachte Gutbrod zurück. Ein 5:0-Lauf zum 20:22 folgte – dazu gerieten die Kieler in doppelte Unterzahl. Da war sie wieder da, die kleine BHC-Chance. Mrkva hielt gegen Duvnjak, Weck traf zügig.

Obwohl Szücs, Weck und Arnesson scheiterten, netzte Gutbrod 90 Sekunden vor dem Ende zum 23:24 ein. Dann kassierte Kiels Harald Reinkind ein Offensivfoul, und der BHC hatte die Chance, zum ersten Mal in seiner Historie gegen den THW zu punkten. Gutbrod fasste sich ein Herz – doch Landin war da und der Traum geplatzt.

Rund um den Bergischen HC

Nachholspiel: Die wegen eines medizinischen Notfalls abgebrochene Partie gegen die HSG Wetzlar wird am Dienstag, 23. November, um 19 Uhr in der Klingenhalle nachgeholt. Tickets der annullierten Begegnung behalten ihre Gültigkeit.

Personal: Der BHC trat in Kiel mit exakt derselben Besetzung wie im Heimspiel zuvor gegen den SC DHfK Leipzig an. Das heißt: Neben den langzeitverletzten Maciej Majdzinski und Yannick Fraatz fehlten Max Darj und Tomas Babak.

Lesen Sie auch: Die Stimmen zum Spiel

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

BHC vergoldet den Kraftakt mit einem Punkt
BHC vergoldet den Kraftakt mit einem Punkt
BHC vergoldet den Kraftakt mit einem Punkt

Kommentare