Handball

Bergischer HC setzt ein dickes Ausrufezeichen

Dieser Sieg sorgte sogar bei den Spielern des BHC mitunter für überraschte, aber vor allem zufriedene Gesichter.
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Dieser Sieg sorgte sogar bei den Spielern des BHC mitunter für überraschte, aber vor allem zufriedene Gesichter.

Die Löwen gewinnen beim 24:21 (9:7) zum ersten Mal in ihrer Historie bei der SG Flensburg-Handewitt.

Von Thomas Rademacher

Spielfreude hatte sich Sebastian Hinze von seinen Handballern für die letzten beiden Partien dieser Bundesliga-Saison gewünscht. Wenn Tore verhindern Spaß macht, hat der Bergische HC bei der SG Flensburg-Handewitt definitiv geliefert. Die Gastgeber bissen sich an den Löwen die Zähne aus und kassierten beim 21:24 (7:9) ihre zweite Heimniederlage der gesamten Spielzeit.

Die erste Halbzeit in der Flens-Arena gehörte zu den kurioseren dieser Handball-Saison. Nicht nur hielt Tomas Mrkva insbesondere bei Würfen aus sechs Metern überragend und erhielt dabei hervorragende Unterstützung des Abwehrblocks, auch Pfosten und Latte waren aufseiten des tschechischen Torhüters. So kamen die Gastgeber vor eigener Kulisse in 30 Minuten lediglich zu sieben Toren. Selbst die Umstellung auf den siebten Feldspieler nutzte der SG wenig. Selten kam sie zu guten Gelegenheiten – oder Mrkva war eben da.

Der BHC tat sich zwar schwer darin, sich für die Erfolgserlebnisse in der Abwehr auf der anderen Seite des Feldes zu belohnen, drehte die Partie im Laufe der ersten Halbzeit aber dennoch. Von 2:4 über 6:6 erarbeiteten sich die Löwen einen 9:7-Vorsprung zur Pause. Das Mittel der Wahl: der siebte Feldspieler. Beide Teams rieben sich dermaßen an der gegnerischen Abwehr auf, dass sie auf die risikobehaftete Taktik setzten. Einen Treffer ins leere Tor kassierten in der ersten Hälfte weder die Bergischen noch Flensburg, Tempospiel war ohnehin Mangelware. Nachdem Linus Arnesson sein fünftes Tor zum 8:7 erzielt hatte, stellte Max Darj mit der letzten Aktion vor der Pause zum Halbzeitstand.

So konnte es eigentlich nicht weitergehen – oder doch? Darj besorgte unmittelbar nach Wiederanpfiff den Drei-Tore-Vorsprung, und langsam, aber sicher deutete sich eine gesprengte Party an. Die SG wollte Lasse Svan nach 14 Jahren im Flensburger Trikot freilich mit einem Sieg verabschieden. Den Pfosten trafen die Gastgeber weiterhin gut, so zum Beispiel Emil Jakobsen beim Siebenmeter oder Franz Semper beim Abschluss aus sechs Metern. Zäh blieb es allerdings. In einen offensiven Rausch spielten sich die Bergischen wahrlich ebenfalls nicht. Und als Mads Mensah mit zwei schnellen Toren einen Zwischenspurt hinlegte, stand es prompt wieder 11:11.

Erst jetzt kam etwas mehr Tempo in die Begegnung. David Schmidt traf nach der schnellen Mitte, Jeffrey Boomhouwer nutzte einen der ersten Gegenstöße des Matches zum 14:12. Eine Balleroberung verwertete Arnor Gunnarsson zum 16:13. Die Überraschung war nun greifbar nah. Zwar trafen die Flensburger nun besser, aber der BHC überzeugte mit tollen Anspielen an den Kreis zu Darj oder den in jeder Hinsicht starken Arnesson, der vorgerückt war.

Aus BHC-Sicht perfekt lief die Phase nach einer Auszeit beim Stand von 18:19. Dem Treffer zum 20:18 folgten zwei Flensburger Ballverluste, die die Löwen jeweils durch Gunnarsson im leeren Tor unterbrachten und die Entscheidung bedeuteten. Der SG fehlten neben Mittelmann Jim Gottfridsson zwar noch weitere Spieler, doch dieser BHC-Sieg im finalen Auswärtsspiel der Saison war dennoch ein dickes Ausrufezeichen. Es war der erste in der Flens-Arena und erst der zweite gegen die Nordlichter überhaupt. Apropos gesprengte Party: Svan sollte 90 Sekunden vor Schluss noch zu einem letzten Heimtor per Siebenmeter kommen. Christopher Rudeck rückte zwischen die Pfosten und parierte – der BHC-Keeper wirkte fast ein wenig peinlich berührt. Kurz darauf feierte er mit seinem Team den unverhofften Erfolg.

„Über eine gute Torwartleistung sind wir ins Spiel gekommen, und vor der Pause haben wir das Duell mit dem siebten Feldspieler gewonnen“, analysierte Hinze und freute sich: „Wir hatten heute eine sehr gute Moral.“

Personal: David Schmidt war nach überwundener Krankheit wieder für Kurzeinsätze bereit. Er absolvierte eine gute Partie mit drei Toren und zwei Assists.

Historie: Seinen ersten und bis Mittwoch einzigen Sieg über Flensburg feierte der BHC beim 36:21 im März 2015.

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