Handball-Bundesliga

Bergischer HC stellt die sportlichen Weichen frühzeitig

Ragnar Johannsson (l.) und Arnor Gunnarsson mussten sich nach dem jüngsten Spiel in Stuttgart verabschieden. Der eine Isländer geht, der andere bleibt bis mindestens Sommer 2022. Foto: Andreas Fischer
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Ragnar Johannsson (l.) und Arnor Gunnarsson mussten sich nach dem jüngsten Spiel in Stuttgart verabschieden. Der eine Isländer geht, der andere bleibt bis mindestens Sommer 2022.

Ragnar Johannsson verlässt die Löwen auf eigenen Wunsch – vier Leistungsträger verlängern ihre Verträge.

Von Thomas Rademacher

Tomas Babak besticht als Spielmacher durch seine Zweikampfstärke. Der Tscheche geht gerne in die Eins-gegen-Eins-Situationen, zieht zum Kreis und sorgt für Torgefahr.

Jörg Föste ist zufrieden. „Im Vergleich zu früheren Jahren haben wir jetzt in etwa den gleichen Kenntnisstand, wenn es um die Kaderplanung geht. Das ist unter den besonderen Umständen anständig“, sagt der Geschäftsführer des Bergischen HC, der die meisten offenen Personalfragen für die kommende Saison beantwortet hat. Mit Tomas Babak, Fabian Gutbrod, Christopher Rudeck und Arnor Gunnarsson haben gleich vier Leistungsträger ihre eigentlich im kommenden Sommer auslaufenden Verträge vorzeitig verlängert. Indes wird Ragnar Johannsson den Handball-Bundesligisten zum 31. Dezember verlassen. Den Isländer zieht es zurück in die Heimat

„Diese Situation gefällt uns nicht vollends“, sagt Föste, „zumal wir mit David Schmidt und Maciej Majdzinski unsere beiden anderen Rückraum-Linkshänder im Januar für die WM in Ägypten abstellen. Wir hoffen, dass die beiden wohlbehalten zurückkommen.“ Der Geschäftsführer entsprach dennoch dem Wunsch Johannssons und seiner Familie, zurück in die Heimat zu wollen. „Das hatte sich schon während der Hinrunde angebahnt, doch vor unserer Zustimmung zur Vertragsauflösung wollten wir noch abwarten. Vorige Woche haben wir den Schritt dann vereinbart“, erklärt der 60-Jährige. „Die Gespräche mit Ragnar haben auch ergeben, dass es keinen Sinn mehr macht, ihn umstimmen zu wollen.“

„Sie sind ein ganz wesentlicher Bestandteil der BHC-Philosophie.“

Jörg Föste über Fabian Gutbrod und Arnor Gunnarsson
Christopher Rudeck hat es als BHC-Spieler vor zwei Jahren ins deutsche Nationalteam geschafft. Zuletzt hielt er wieder stark.

Der 30-jährige Isländer war vorige Saison zum BHC gestoßen und wird den Fans wohl vor allem für sein Ausgleichstor in letzter Sekunde beim 24:24 gegen die MT Melsungen im August 2019 in Erinnerung bleiben. In dieser Saison war Johannsson aufgrund der starken Konkurrenz auf seiner Position nicht mehr zum Einsatz gekommen. In den Schlussminuten gegen den Tusem Essen kam er vorige Woche zu seinen ersten Minuten auf dem Feld und erzielte zwei Tore zum Abschied.

Kurzfristig wird der BHC im rechten Rückraum keinen Ersatz verpflichten. „Ziel ist, mit David Schmidt und Maciej Majdzinski durch die Saison zu kommen“, sagt Föste. „Was passiert, wenn das aus irgendeinem Grund nicht klappt, werden wir dann eruieren.“ Ob die Position ab kommendem Sommer mit einem dritten Spieler besetzt wird, lässt der Geschäftsführer zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls noch offen.

Davon abgesehen steht nahezu fest, mit welchem Personal die Bergischen in die kommende Saison gehen werden. Fabian Gutbrod, Tomas Babak, Christopher Rudeck und Arnor Gunnarsson haben ihre Verträge über die laufende Spielzeit hinaus verlängert. Die drei Erstgenannten bleiben mindestens bis zum 30. Juni 2023, Gunnarsson hat sich bis Sommer 2022 an den BHC gebunden, wobei sein Vertrag – wie der von Gutbrod – eine Option für eine weitere Spielserie hat.

Seit 2013 tritt Fabian Gutbrod für die Löwen an. Inzwischen ist der torgefährliche Rückraumspieler Kapitän der Mannschaft.

„Bei dem Quartett gab es auf beiden Seiten keine anderen Gedanken“, meint Föste. „Es spricht für unseren Club, dass sich Spieler, die sich bei uns weiterentwickelt haben und auch noch Potenzial haben – wie Rudeck oder Babak – hier weiter machen wollen.“ Der spielstarke Babak ist das optimale Gegenstück zu Linus Arnesson auf der Mittelposition, Arnor Gunnarsson und Fabian Gutbrod sind die beiden dienstältesten Spieler des Kaders und „inzwischen ein ganz wesentlicher Bestandteil der BHC-Philosophie“, wie Föste betont. Bei Torhüter Rudeck rechnet der Geschäftsführer damit, dass der 26-Jährige vor den wichtigsten Jahren seiner Karriere steht: „Ich bin sehr überzeugt davon, dass er sich noch weiter steigern wird.“

Personalsituation des Bergischen HC

Linksaußen: Offen ist noch, wer in der kommenden Saison auf der linken Außenbahn spielen wird. Die Verträge von Jeffrey Boomhouwer und Sebastian Damm laufen aus. „Diese Position haben wir uns für die WM-Pause vorgenommen, so dass die Entscheidung im Januar fallen soll“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste.

Daniel Fontaine: Seit April 2019 ist der Rückraum-Rechtshänder, der sich einen Achillessehnenriss zugezogen hatte, nicht mehr fit. „Wir schauen uns das erste Quartal 2021 an, um zu sehen, inwieweit er wieder Fuß fassen kann. Eine Bewertung ist noch zu früh“, sagt Föste.

Saison 2022/23: Abgesehen von Fabian Gutbrod, Tomas Babak und Christopher Rudeck haben Alexander Weck und Linus Arnesson bis Sommer 2023 Vertrag.

Unsere Meldung vom 28. Dezember, 10 Uhr:

Gleich vier Spieler, deren Verträge im kommenden Sommer ausgelaufen wären, bleiben den Bergischen Löwen längerfristig erhalten. So verlängerten Fabian Gutbrod, Christopher Rudeck und Tomas Babak ihre Kontrakte bis zum 30. Juni 2023. Arnor Gunnarsson bleibt mindestens bis zum gleichen Datum 2022.

Sein letztes BHC-Spiel hat hingegen Ragnar Johannsson in Stuttgart gemacht. Der Isländer geht auf eigenen Wunsch zurück in die Heimat, so dass sein Engagement am 31. Dezember dieses Jahres endet.

Die Löwen haben damit bereits fast alle Weichen für die sportliche Zukunft gestellt. Offen ist noch, ob Jeffrey Boomhouwer und Sebastian Damm erhalten bleiben. Die Verträge der beiden Linksaußen laufen nach aktuellem Stand nach dem Saisonende aus.

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