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Bergischer HC möchte in Lemgo die Party sprengen

So jubelten Tom Kare Nikolaisen (l.) und Jeffrey Boomhouwer nach dem 29:28-Erfolg über Göppingen. Beide stehen wohl auch am Donnerstag in Lemgo im Fokus. Foto: Andreas Fischer
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So jubelten Tom Kare Nikolaisen (l.) und Jeffrey Boomhouwer nach dem 29:28-Erfolg über Göppingen. Beide stehen wohl auch am Donnerstag in Lemgo im Fokus.

Handball-Bundesliga: Die Löwen sind am Donnerstag beim frischgebackenen Pokalsieger zu Gast

Solingen. Am 2. Oktober 2019 trat der Bergische HC beim TBV Lemgo Lippe an. Es war das Achtelfinale des nationalen Pokals, das die Löwen bestritten, während es sportlich gerade nicht rund lief. Und auch diese Partie war kein Erfolg. Lemgo gewann 27:24 und legte damit den Grundstein für das, was sich am vorigen Wochenende ereignete: Mehr als anderthalb Jahre nach dem Lemgoer Einzug ins Final Four fand die Veranstaltung in der Hamburger Barclaycard Arena statt. Und es geschah das, was wohl nur wenige für möglich gehalten hatten: Die Lipper gewannen sensationell den DHB-Pokal. Im ersten Heimspiel danach sind die Löwen am Donnerstag (19 Uhr) zu Gast.

500 Zuschauer werden voraussichtlich in die Halle zurückkehren, um ihre Mannschaft gebührend zu feiern. „Der Club ist zu Recht euphorisiert, das muss man klar so sagen“, betont BHC-Trainer Sebastian Hinze. „Freier kann der Kopf gerade wohl nicht sein.“ Der Mannschaft von Coach Florian Kehrmann ist gelungen, wovon viele träumen. Im Halbfinale lag der TBV gegen den THW Kiel mit 11:18 hinten, stellte die Partie in der Folge aber komplett auf den Kopf und gewann 29:28. Der haushohe Favorit war geschlagen. „Ein solches Spiel sieht man nicht häufig, und gegen Kiel ist es eine noch größere Seltenheit“, sagt Hinze. „Aber so was passiert. Auf einmal läuft alles. Viel beeindruckender fand ich danach den Auftritt im Finale. Das haben sie völlig verdient gewonnen.“ Der MT Melsungen ließ das Kehrmann-Team beim 28:24 kaum eine Chance.

Lemgoer könnten Herausforderung für BHC sein

Dass der Bergische HC vor einer großen Herausforderung steht, ist spätestens seit Sonntag klar, als die Lemgoer noch im Freudentaumel mit 32:25 bei der HSG Nordhorn-Lingen gewannen. „Da kamen sie direkt gut rein und haben das Ding dann mit ihrer Leichtigkeit zu Ende gespielt“, meint Hinze. „Müde haben sie jedenfalls überhaupt nicht ausgesehen“, ergänzt Tom Kare Nikolaisen. Der Kreisläufer dürfte in Lemgo eine große Rolle einnehmen, wenn der Bergische HC versucht, die Lemgoer Party zu sprengen. „Ich bin so glücklich, dass es endlich wieder Fans in den Hallen gibt. Das gibt ein kleines bisschen Extra-Motivation.“ Dass es sich am Donnerstag nicht um Zuschauer handelt, die zum BHC halten, sei nebensächlich. Das sieht auch Hinze so, der erklärt: „Wir haben es ohne Zuschauer gut gelöst, sind immer in den Wettkampfmodus gekommen. Aber auch ich bin froh, dass es wieder möglich ist, vor Publikum zum spielen. Es ist einfach schön, in eine volle Halle zu kommen, und gehört zum Profisport dazu.“

Entsprechend viel Spaß hat dem Coach auch die jüngste Partie in Leipzig vor 1400 Fans gemacht – trotz der 25:27-Niederlage. Mit der gezeigten Leistung ist der 42-Jährige auch in der Analyse zufrieden. „Es hört sich blöd an, wenn ich beim Stand von 3:9 sage, dass wir im Spiel sind. Aber wir haben auch da schon gut gedeckt“, erklärt der Trainer. „Am Ende sind wir natürlich enttäuscht, dass wir ohne Punkte nach Hause gefahren sind, aber insgesamt haben wir viel richtig gemacht. Entscheidend waren acht Minuten Unterzahl, die wir deutlich verloren haben.“

Max Darj ist am Donnerstag wahrscheinlich noch nicht dabei

Einverstanden war Hinze auch mit der Leistung von Tom Kare Nikolaisen. Der Kreisläufer musste auf beiden Seiten des Feldes früh für Max Darj einspringen, der nach einem Zusammenprall mit sieben Stichen über der Augenbraue genäht werden musste. Dass der Schwede am Donnerstag in den Kader zurückkehrt, ist unwahrscheinlich. Die erste Diagnose sah mit Blick auf eine mögliche Gehirnerschütterung zwar recht gut aus, „aber ein Risiko werden wir natürlich nicht eingehen.“ So könnte Nikolaisen erneut im Fokus stehen.

Gleiches gilt voraussichtlich für Jeffrey Boomhouwer auf der rechten Außenbahn. Arnor Gunnarsson fällt mit einer Muskelverletzung in der Wade mindestens zwei Wochen aus, so dass den Bergischen kein gelernter Rechtsaußen zur Verfügung steht. Dass Boomhouwer bereits in Leipzig als Rechtshänder auf der für ihn falschen Seite antrat, begründet Hinze: „Entscheidend sind das Konterspiel und Verteidigen auf der Außenposition. Das hat Jeffrey einfach viel mehr verinnerlicht als Rückraumspieler, die ich dort einsetzen könnte.“ Mit Renars Uscins, Kristian Nippes und David Schmidt stehen immerhin drei Linkshänder theoretisch zur Verfügung.

Um Pokalsieger-Besieger zu werden, müssen die Löwen vor allem gegnerische Konter unterbinden. „Wie Leipzig macht Lemgo das stark“, weiß Hinze. „Gegen so ein Team ist es besonders wichtig, dass wir sie in den Positionsangriff zwingen.“ Beim 33:26 im Hinspiel hat das gut geklappt, doch damals traten die Lipper dezimiert in der Unihalle an. Inzwischen ist die Mannschaft wieder fast komplett, verfügt über einen herausragenden Abwehrblock schwebt derzeit eben im siebten Sportlerhimmel.

Rund um den Bergischen HC

Zuschauer: Am Dienstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Düsseldorf – genau wie in Solingen – am vierten Werktag in Folge unter 35. Hält dieser Trend an, darf der Bergische HC kommende Woche Mittwoch 1000 Zuschauer im ISS Dome gegen die Rhein-Neckar Löwen empfangen. Seine Dauerkarten-Inhaber und Partner hat der Club bereits angeschrieben.

Bilanz: In 14 Bundesliga-Duellen hat der Bergische HC die Nase gegen den TBV Lemgo inzwischen knapp vorne. Sieben Siegen stehen fünf Niederlagen gegenüber. Zwei Mal trennten sich die Teams remis. Die letzten fünf Partien haben die Löwen nicht gegen die Lipper verloren – die 24:27-Niederlage im Pokal ist dabei aber nicht mitgezählt.

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