Handball

Mit Trotz und Optimismus in die neue Saison

Arnor Gunnarsson erhält Unterstützung auf der rechten Außenbahn. Foto: Christian Beier
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Arnor Gunnarsson erhält Unterstützung auf der rechten Außenbahn.

Der Bergische HC hat die Handball-Bundesliga auf dem zwölften Platz beendet - mit Luft nach oben.

Von Thomas Rademacher

8:24-Punkte hat der Bergische HC in den letzten drei Monaten der vor knapp vier Wochen beendeten Bundesliga-Saison geholt. Eine ernüchternde Ausbeute, mit denen die Handballer nicht zufrieden waren. „Es hat für Frust gesorgt, weil wir die Dinge nicht mehr auf den Punkt gespielt bekommen haben“, blickt Trainer Sebastian Hinze zurück. Erklärbar ist der sportliche Rückschritt allerdings. Fast den kompletten April befanden sich die Handballer in Quarantäne. „Das hat uns den Stecker gezogen“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste. „Unter dem Strich sind die Leistung der Mannschaft und der zwölfte Platz, der letztlich herausgesprungen ist, sehr positiv.“

So bitter die letzten Saisonwochen mit nur wenigen Highlights - wie einem 29:28 gegen Göppingen oder 25:24 gegen Minden - waren, so stark hatte sich die Mannschaft von Oktober bis März präsentiert. Mit 27:17-Punkten standen die Bergischen auf dem sechsten Platz und ließen ihre Fans von einem europäischen Startplatz träumen. „Wir sind formidabel in die Saison gekommen, sind dadurch nie auch nur in die Nähe eines Abstiegsplatzes geraten. Das war in einer Saison voller Unwägbarkeiten besonders wichtig“, findet Föste, dem als absoluter Höhepunkt der 31:27-Auswärtserfolg gegen den SC Magdeburg in Erinnerung bleiben wird. „Das war ein historischer Sieg für uns, der erste gegen ein Spitzenteam in fremder Halle überhaupt.“

Auf Begegnungen wie diese hoffen die Bergischen in der kommenden Saison ebenfalls. Und freilich weniger Unwägbarkeiten, also coronabedingte Überraschungen wie Spielverlegungen oder Quarantänen. „Die Geschäftsführer der Bundesliga haben daher beschlossen, alles daranzusetzen, ihre Teams bis zum Saisonstart durchgeimpft zu haben“, erläutert Föste. „Ziel ist, damit mehr Planungssicherheit zu haben und zumindest deutlich weniger Tests durchführen zu müssen.“ Auf der stetig wachsenden Impfquote ruht auch der Optimismus, mit möglichst vollen Hallen in die Saison zu starten.

Die Hoffnung, dass der Bergische HC eine erfolgreiche Saison absolviert, ist groß. „Wenn man irgendetwas Positives aus den fünf Wochen Quarantäne und dem danach folgenden Formtief ziehen möchte, dann vielleicht den Trotz, sich in der neuen Saison einmal mehr beweisen zu wollen, auch durchziehen zu wollen bis zum letzten Spieltag“, sagt Föste, der seinem Team viel zutraut: „Wir haben eine Mannschaft, die sehr wettbewerbsfähig ist. Zwischen Oktober 20 und März 21 haben wir viele Spiele dominiert und deutlich gewonnen - das war neu in der Geschichte des BHC.“

Dass Sebastian Hinze in seine letzte Saison als Coach der Bergischen geht, bevor er im Sommer 2022 zu den Rhein-Neckar Löwen wechselt, sieht Föste nicht als Problem an. „Im Gegenteil“, betont er. „Sebastian Hinze ist BHCer durch und durch. Er wird die nächste Saison positiv gestalten wollen - und die Mannschaft folgt ihm ohnehin.“ Das kann der Geschäftsführer voller Überzeugung sagen, denn ein großes Plus des BHC wird 2021/22 der nahezu unveränderte Kader sein. Renars Uscins, der interimsweise aus Magdeburg an die Wupper gewechselt war, ist zurück in Sachsen-Anhalt. Für ihn kommt Simen Schönningsen aus Elverum (Norwegen) für die rechte Rückraumposition. Rechtsaußen sicherte sich der Verein zudem die Dienste von Emil Hansson. Der Schwede kommt aus Helsingborg, wird zweiter Mann hinter Arnor Gunnarsson, um dem noch langfristig am Knie verletzten Yannick Fraatz die Zeit zum Auskurieren zu geben.

Die Saison beginnt für die Löwen voraussichtlich am 8. oder 9. September mit einem Auswärtsspiel bei einem der beiden Aufsteiger, Tus N-Lübbecke oder HSV Hamburg. Bereits drei beziehungsweise vier Tage später soll am Sonntag das andere der beiden Teams zu Gast im Bergischen sein. „Die Terminierung erweist sich für alle Beteiligten als außerordentlich kompliziert“, sagt Jörg Föste. „Das liegt vor allem an der Verfügbarkeit der Spielstätten.“ Von denen betreibt der BHC, der nach dem Abstieg des Tusem Essen einziger Handball-Bundesligist im Umkreis von 200 Kilometern ist, auch in der kommenden Saison drei Stück. In der Solinger Klingenhalle und Wuppertaler Unihalle findet das Gros der Partien statt, mindestens vier Mal geht es für Heimspiele in den Düsseldorfer PSD Bank Dome (ehemals ISS Dome).

Dass der BHC mittelfristig nur noch in einer Arena spielen wird, davon ist der 60-Jährige fest überzeugt: „Es wird im dritten Quartal eine Entscheidung darüber geben, ob in Wuppertal oder Solingen gebaut wird. Dass es dazu kommt, daran zweifle ich jetzt nicht mehr.“

Vorbereitung

Mit Ausnahme von Olympia-Teilnehmer Max Darj startet der Bergische HC am kommenden Dienstag in die Vorbereitung auf die neue Saison. Nach zwei Tagen Leistungsdiagnostik geht es ab Donnerstag ins Trainingszentrum an der Solinger Kanalstraße. Im August folgen Testspiele gegen den VfL Gummersbach, GOG Handbold (Dänemark) und GWD Minden. Im Rahmen des Linden-Cups treten die Löwen ab dem 16. August außerdem gegen den TV Hüttenberg (2. Liga) sowie die Ligakonkurrenten HSG Wetzlar und MT Melsungen an. Nach einem Jahr Pause geht der Verein wieder ins Trainingslager. Die Mannschaft bleibt dabei allerdings in der Region - im Sportcentrum in Kamen-Kaiserau vom 7. bis 12. August.

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