Handball-Bundesliga

Analyse: Bergischer HC lässt die Konstanz völlig vermissen

Mit finsteren Mienen und hängenden Köpfen verließ der Bergische HC in Hamburg das Feld.
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Mit finsteren Mienen und hängenden Köpfen verließ der Bergische HC in Hamburg das Feld.

Auf den Bundesliga-Hochpunkt gegen Lemgo folgt der Tiefpunkt in Hamburg. Was sagt das über den Bundesligisten? Thomas Rademacher analysiert die aktuelle Lage des BHC.

Bemerkenswert war die Auszeit von Jamal Naji 13 Minuten vor Schluss. In einem leidenschaftlichen Appell richtete sich der Trainer an seine Mannschaft, sie solle nicht der ganzen Welt zeigen, dass gerade einfach alles schlecht sei.

Tatsächlich gab der Bergische HC bei seinem Gastspiel in Hamburg ein trauriges Bild ab. Nicht nur klappte insbesondere offensiv nahezu nichts, die Mannschaft schien sich teilweise untereinander aufzureiben oder ihren Frust in Diskussionen mit den Schiedsrichtern zu kanalisieren. Der 33:23 (15:11)-Erfolg des HSV war die logische Folge.

Schönzureden gab es an der Partie wahrlich wenig. Naji hat freilich recht, wenn er sagt, dass Hamburg einen guten Plan in der Abwehr hatte. Dass daraus alleine neun Ballverluste in der ersten Hälfte resultierten, erklärt dies aber nicht.

Einige schwach, der Rest mäßig

Hatten eine Woche zuvor beim 32:28 gegen Lemgo noch mehrere BHC-Spieler einen herausragenden Tag erwischt und eigentlich alle Normalform erreicht, präsentierte sich das Team beim HSV wie ausgewechselt. Böse formuliert agierten einige besonders schwach und der Rest mäßig.

Knackpunkt: Es fehlt Konstanz

Es ist ein Problem, das schon in der vorigen Saison bestanden hatte. Auch in der letzten Spielzeit unter der Leitung von Sebastian Hinze fehlte der Mannschaft die Konstanz. Auf eine Heimniederlage gegen abstiegsbedrohte Mindener folgte ein furioser Erfolg in Leipzig, wo der Verein bis dahin noch nie gewonnen hatte. Nach einer derben Pleite gegen Melsungen siegte das Team zum ersten Mal überhaupt in Flensburg – das sind nur zwei Beispiele, die in Erinnerung geblieben sind.

Ist die aktuelle Situation also ernüchternd? Ja, denn natürlich hatte jeder gehofft, dass nach dem Sieg über Lemgo der Knoten geplatzt ist. Mit einer Zehn-Tore-Niederlage auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden, macht nie Spaß. Und natürlich ist es auch unschön, dass die Mannschaft zum Schluss jedwede selbstbewusste Körpersprache hat vermissen lassen – auch wenn die Niederlage längst besiegelt war.

Trotz allem: Es bleibt eine Momentaufnahme

Ist die Situation aber alarmierend? Ein solches Urteil wäre viel zu früh. Das Team ist frisch formiert, hat einen neuen Trainer und muss sich noch finden. Auch wenn das 23:33 böse war, war es doch nur ein Spiel und damit eine Momentaufnahme.

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