Handball

Bergischer HC kassiert Pleite beim Schlusslicht

Ein Bild, das alles sagt: Bei Max Darj herrschte nach dem Schlusspfiff purer Frust und Enttäuschung. Foto: Mathias M. Lehmann
+
Ein Bild, das alles sagt: Bei Max Darj herrschte nach dem Schlusspfiff purer Frust und Enttäuschung.

Bundesliga: GWD Minden feiert beim 25:21 (12:11) gegen die Löwen seinen zweiten Saisonsieg

Aus Minden berichtet Thomas Rademacher

Der Begriff „Schicksalsspiel“ würde die Lage vor der Partie des Bergischen HC bei GWD Minden wohl dramatisieren. Doch richtungsweisend dürfte das Duell der seit Ende Oktober sieglosen Löwen gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten der Handball-Bundesliga wohl gewesen sein. Mit einem Sieg hätte der personell arg gebeutelte BHC (| Kasten) frisches Selbstvertrauen tanken und einen deutlich optimistischeren Blick auf die Tabelle gewinnen können, die 21:25 (12:11)-Niederlage wird aber wohl dafür sorgen, dass sich das Team von Trainer Sebastian Hinze vorerst nach unten orientieren muss.

Es dauerte eine Weile, bis beide Mannschaften in der Kampa-Halle in Schwung kamen. Zunächst hatten sich die Teams im Positionsangriff aufgerieben. Diese schloss der BHC nach zwei sehenswerten Pässen von Tomas Babak an den Kreis zu Tom Kare Nikolaisen erfolgreich ab. Auch Csaba Szücs bediente den Norweger stark zum 4:3. Weder BHC noch GWD gelang es, sich entscheidend abzusetzen – zu selten blitzte das Tempospiel beider Teams auf.

Das änderte sich zehn Minuten vor der Pause, als Szücs im Umschaltspiel zunächst Arnor Gunnarsson fand und kurz darauf selbst traf. Den nächsten Gegenstoß nutzte Jeffrey Boomhouwer zum 10:7. Beim Stand von 12:9 hatten die Löwen alle Chancen, mit einem komfortablen Vorsprung in die Halbzeit zu gehen, verloren aber zwei Mal den Ball und luden Minden zu Kontern ein. Einen davon entschärfte Tomas Mrkva gegen Max Staar. Nachdem Gunnarsson einen Siebenmeter ungenutzt gelassen hatte, verkürzten die Gastgeber noch zum 11:12 – und glichen nach Wiederanpfiff sogar durch Niclas Pieczkowski aus.

Zwar legten die Gäste über die Außenpositionen noch mal mit zwei Treffern vor, doch GWD erwischte insgesamt den besseren Start in die zweite Hälfte. Malte Semisch hielt gegen Tomas Babak, so dass Staar das Duell wieder ausglich. Auch Nikolaisen verlor das Duell gegen den Mindener Keeper, was sich nur deshalb nicht rächte, weil Nikola Jukic ein Stürmerfoul beging. Ab dieser Phase waren die Bergischen nicht effektiv genug, gleichzeitig aber auch nicht schnell genug im Rückzug. Beide Problem bekam die Truppe auch kaum noch in den Griff. Babak warf drüber, Weck scheiterte aus dem Rückraum, Max Darj vergab aus sechs Metern, und dann ließ Boomhouwer sogar einen Gegenstoß aus.

Als Szücs seine dritte Strafzeit kassierte und daher Rot bekam, standen die Löwen mit dem Rücken zur Wand. Da auch Minden nicht kaltschnäuzig alle sich bietenden Gelegenheiten nutzte, blieben die Gäste in Reichweite, liefen aber bald einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Babak übernahm noch ein paarmal erfolgreich Verantwortung, doch es half alles nichts. GWD schlug vorne nun immer wieder zu, dann kassierte Sebastian Damm sogar ein Offensivfoul.

Die Ostwestfalen schienen nun auch mehr an den Sieg zu glauben. So traf Semisch beim Wurf ins leere Tor zwar nur den Pfosten, doch Mohamed Darmoul war hinterhergesprintet und erreichte die tippende Kugel noch vor dem zurück in seinen Kasten eilenden Christopher Rudeck und drückte sie ins Netz. Momente wie diese rissen die Fans in der Kampa-Halle mit und waren pures Gift für die Löwen-Seele. Die Bergischen waren nun von der Rolle: Weck warf im erweiterten Gegenstoß neben das Tor, Babak scheiterte aus sechs Metern. Vier Minuten vor dem Ende war alles klar für Minden. Der Hauptgrund für die Niederlage war für Trainer Sebastian Hinze schnell klar: „Wir machen die Bälle einfach nicht rein.“

Rund um den Bergischen HC

Ausfälle: Trainer Sebastian Hinze hatte es im Vorfeld befürchtet: Linus Arnesson und Fabian Gutbrod mussten in Minden passen. Beide haben sich verletzt und werden konservativ behandelt – Arnesson am Sprunggelenk, Gutbrod an der Schulter. Sie werden bis auf weiteres ausfallen und nicht mehr in diesem Jahr zurückerwartet.

Ausblick: Bevor es für die Löwen in der Bundesliga kommende Woche Samstag gegen den SC Magdeburg weitergeht, muss das Team im Achtelfinale des DHB-Pokals ran. Am Mittwoch ist die MT Melsungen Gastgeber und zumindest statistisch hoher Favorit. In der Liga war für den BHC in Kassel noch nie etwas zu holen.

Lesen Sie auch: BHC hilft nächstem Torhüter zur Topleistung

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der souveräne BHC II ist zu Hause eine Macht
Der souveräne BHC II ist zu Hause eine Macht
Der souveräne BHC II ist zu Hause eine Macht
Szücs sieht Perspektive für BHC-Talente
Szücs sieht Perspektive für BHC-Talente
Szücs sieht Perspektive für BHC-Talente
Mathias Fuchs: Eine Legende des Solinger Profihandballs
Mathias Fuchs: Eine Legende des Solinger Profihandballs
Mathias Fuchs: Eine Legende des Solinger Profihandballs

Kommentare