Bergische Löwen

Handball-Bundesliga: Ladefoged tritt beim BHC in gewaltige Fußstapfen

Frederik Ladefoged (2.v.l.) soll beim BHC zu einer tragenden Säulen in der Abwehr avancieren.
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Handball-Bundesliga: Frederik Ladefoged (2.v.l.) soll beim BHC zu einer tragenden Säulen in der Abwehr avancieren.

Der 26-jährige Däne ist der neue Hoffnungsträger der Löwen am Kreis und in der Deckung. Er ist in diesem Sommer der einzige Zugang für den Innenblock.

Von Thomas Rademacher

Die Deckung ist das Prunkstück des Bergischen HC. Der Handball-Bundesligist verpflichtet seit geraumer Zeit ausschließlich Spieler, die zumindest auch dort ihre Stärken haben. Auf Frederik Ladefoged trifft dies gewiss zu. Der Däne verfügt mit 2,01 Meter Körpergröße bei etwa 110 Kilo über die Gardemaße eines schwierig zu bespielenden Abwehrrecken. „Es klingt sicher komisch, aber die Verteidigung ist tatsächlich der Bereich des Spiels, der mir immer am meisten Spaß gemacht hat“, sagt der BHC-Zugang. „Darin war ich schnell sehr gut. Der Angriff kam dann nach und nach hinzu.“ Der Kreisläufer wird also sicherlich auch auf der anderen Seite des Feldes zu finden sein.

Dennoch: Er ist in diesem Sommer der einzige Zugang für den Innenblock. Csaba Szücs, Tom Kare Nikolaisen, Lukas Stutzke und Tom Bergner werden ebenfalls dort zum Einsatz kommen, doch Ladefoged ist es zuzutrauen, dass er im Deckungszentrum zu einem Schlüsselspieler avanciert. Ähnlich, wie es seinem Vorgänger gelungen ist. Frederik Ladefoged tritt in die gewaltigen Fußstapfen von Max Darj, der zu den Füchsen Berlin gewechselt ist.

Der BHC ist die erste Auslandsstation für den Dänen.

Der Vergleich mit dem Schweden ist freilich ein wenig unfair. Die beiden Spieler haben unterschiedliche Anlagen – Darj ist längst nicht so wuchtig, dafür aber schneller. Und dass er sich so herausragend beim BHC entwickeln würde, wie es letztlich gelang, war auch nicht planbar gewesen. „Max Darj ist für mich eine Inspiration, ein absolut faszinierender Spieler“, sagt Ladefoged. „Der Vergleich ist für mich also keinesfalls negativ, aber ich bin natürlich nicht der neue Darj. Ich bin einer von drei Kreisläufern beim BHC und hoffe, dass es mir gelingt, in allen Bereichen des Spiels besser zu werden.“

Jamal Naji sieht den Zugang auf einem sehr guten Weg. „Er ist ein richtig guter Block-Spieler – und ich bin zuversichtlich, dass er sehr gut mit Tom Kare Nikolaisen zusammenspielen kann“, erläutert der Trainer, der auch Ladefogeds offensive Qualitäten hervorhebt: „Sein Fangverhalten gefällt mir genauso wie seine Würfe. Er muss aber auch noch etwas mobiler werden.“ Ob die Erwartungen an den Zugang zu groß sein könnten? Angesichts der Tatsache, dass Darj so schnell beim BHC einschlug und Nikolaisen eine rasante Entwicklung hingelegt hat, besteht diese Gefahr. Nicht selten benötigen Spieler, die ihre ersten Erfahrungen in der Bundesliga sammeln, aber eine Weile, um sich an das Level zu gewöhnen.

Frederik Ladefoged hat beim dänischen Erstligisten SonderjyskE in der letzten Saison 78 Tore erzielt

Den Schritt geht der Däne ganz bewusst. „Das war der Antrieb, meine Heimat zu verlassen“, betont er. „Bei einem Bundesligisten zu spielen, ist für mich die Erfüllung eines Traumes. Und die Entscheidung für den BHC fühlt sich genau richtig an.“ Er habe andere Angebote gehabt. „Aber hier habe ich die Chance, um meinen Platz in der Mannschaft zu spielen. Zudem habe ich den Eindruck, dass der BHC sich gut entwickelt.“ Was er mit dem Club erreichen möchte, behält der Kreisläufer aber lieber für sich. „Ich male mir schon Dinge aus und habe Träume, will da aber nicht ins Detail gehen.“

Für Frederik Ladefoged sind die Löwen die erste Station im Ausland überhaupt. Er kommt vom dänischen Erstligisten SonderjyskE, für den er in der vergangenen Saison 78 Tore erzielte. „Das Ganze fühlt sich wie ein Abenteuer an. Tatsächlich kam ich mir an meinem ersten Tag hier sogar ein bisschen verloren vor“, sagt der Handballer. „Das meine ich aber im positiven Sinne. Ich konnte gar nicht glauben, wie günstig die Preise im Supermarkt sind.“ Eine bemerkenswerte Aussage gerade mit Blick auf die allgemeinen Preissteigerungen. Doch Ladefoged setzt noch einen drauf: „Das Tanken ist auch so preiswert hier.“ Er ist freilich die Preise aus Dänemark gewohnt. „Ein Liter Diesel kostet dort 2,50 Euro – und im Supermarkt ist es sicher 30 bis 40 Prozent teurer.“

„Das Tanken ist auch so preiswert hier.“

Frederik Ladefoged, BHC-Zugang

Inzwischen hat er sich an die neue Umgebung und sein neues Team genauso gewöhnt wie an die Wohnung in Solingen-Merscheid, die er alleine bewohnt. Er hatte in der Schule ein paar Jahre Deutsch, nimmt aber zeitnah gemeinsam mit einem weiteren BHC-Zugang, Isak Persson, Unterricht, um flüssig sprechen zu können. „Noch bin ich froh, dass ich skandinavische Mitspieler habe, die mir im Training helfen.“ Der 26-Jährige spielt am besten Handball, mag aber auch andere Sportarten. Das in Deutschland recht unbekannte Padel-Tennis steht in seiner Gunst genauso weit oben wie Fußball. „Ich gucke die Premier League so oft ich kann.“ Ein Besuch in einem Bundesliga-Stadion stehe weit oben auf der To-do-Liste.

Hintergrund

Laufbahn: Seine Karriere begann Frederik Ladefoged in seiner Heimat Holstebro. Von 2016 bis 2018 spielte der Kreisläufer bei Skanderborg Aarhus, bevor es für vier Saisons zu SonderjyskE ging.

Nationalteam: In der Jugend trat er international an, bei den Männern ist es ihm noch nicht gelungen. „Ich hoffe auf die Chance, wenn ich nun in der Bundesliga spiele – der größten Handball-Bühne der Welt.“

Der BHC tritt am Mittwochabend übrigens auf fremdem Terrain gegen ein anderes Solinger Team an.

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