Handball

Bergischer HC empfängt Erlangen im „Fifty-Fifty-Spiel“

Sebastian Damm absolviert voraussichtlich die letzte Saison für den Bergischen HC. Seine Einsatzzeiten hat er jüngst gesteigert und einige Glanzlichter gesetzt. Foto: Mathias M. Lehmann
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Sebastian Damm absolviert voraussichtlich die letzte Saison für den Bergischen HC. Seine Einsatzzeiten hat er jüngst gesteigert und einige Glanzlichter gesetzt.

Handball-Bundesliga: Am Donnerstagabend setzen die Löwen auf ihren Heimvorteil in der Klingenhalle

Von Thomas Rademacher

Im vergangenen März war der Bergische HC auf dem Höhepunkt seines sportlichen Schaffens. Zum ersten Mal überhaupt gewannen die Löwen ein Bundesligaspiel beim HC Erlangen und überzeugten beim 25:20-Erfolg nahezu durch die Bank. Eine doppelte Quarantäne stoppte kurz darauf aber den sehr guten Lauf des Teams für die Saison nachhaltig. In der neuen Spielzeit haben die Löwen bisher noch keine Serie gestartet. „Vielleicht gelingt uns das am Donnerstag“, sagt Linksaußen Sebastian Damm vor dem Duell gegen die Mittelfranken in der Klingenhalle (Anwurf: 19.05 Uhr).

„Viele Spieler der Erlanger sind oberes Bundesliga-Regal.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

„Ich sehe die Erlanger aber schon als Favoriten“, sagt der 26-Jährige. „Sie spielen sehr guten Handball, mit Simon Jeppsson und Christoph Steinert kommt eine Menge Torgefahr speziell auf den Halbpositionen auf uns zu, und sie reiten derzeit auf einer leichten Erfolgswelle.“ So kegelte der HCE die SG Flensburg-Handewitt aus dem DHB-Pokal, punktete auch in der Liga an der Förde und hat zuletzt in Balingen (25:23) und gegen Hamburg (23:22) gewonnen. „Ich bin sicher, dass sie mit dem Anspruch eines Sieges bei uns auflaufen.“

Dass der nicht aus der Luft gegriffen ist, sieht wohl auch Sebastian Hinze so. „Viele Spieler der Erlanger sind oberes Bundesliga-Regal“, sagt der BHC-Coach und nennt neben den bereits erwähnten Handballern die Ex-Nationalspieler Steffen Fäth und Johannes Sellin sowie Torhüter Klemen Ferlin als Beispiele. Letzterer war mit einer Fangquote von mehr als 46 Prozent einer der Garanten des Sieges gegen Hamburg. „Die Erlanger haben eine ähnliche Spielidee wie wir. Mit starken Defensivreihen und einer hohen Zweikampfbereitschaft“, sagt Hinze. Vor zwei Wochen stand die Mannschaft sogar kurz davor, dem SC Magdeburg den ersten Punkt der gesamten Saison abzuluchsen. Erst durch einen Siebenmeter in der Schlusssekunde entschied der Tabellenführer das Duell mit 28:27 für sich.

„Trotzdem haben wir die Qualität, den HCE zu schlagen“, sagt Hinze und spricht mit Blick auf die Tatsache, dass die Partie zu Hause stattfindet, von einem „Fifty-Fifty-Spiel“. Diesen Vorteil will auch Damm, der zuletzt auf der Linksaußen-Position ordentlich agiert und immer größere Spielanteile bekommen hat, ausnutzen. „Mit den Fans im Rücken ist es einfach leichter“, sagt er. „Das haben wir in Balingen leider auch umgekehrt zu spüren bekommen.“

Über die 28:30-Niederlage bei den Galliern von der Alb habe er sich auf der Rückfahrt noch lange mit seinen Mannschaftskameraden unterhalten. „Balingen ist ein Team der unteren Tabellenregion. Auch wenn es ein schwieriges Spiel war: Da wollen wir gewinnen. Aber wir haben unsere Leistung nicht gebracht – vor allem defensiv“, sagt Damm. Gerade das Umschaltspiel sei ein Problem gewesen. „Die zweite Welle und schnelle Mitte haben wir lange überhaupt nicht gestoppt bekommen.“

Nachdem die Bergischen am Montag trainingsfrei hatten, liegt der Fokus nun aber auf dem nächsten Gegner. „Balingen ist abgehakt. In einer Phase, in der wir so oft spielen, muss der Blick nach vorne gehen“, betont der Sportler. Er meint natürlich die nächste Aufgabe, doch die Zukunft Damms ist nach wie vor nicht geklärt. Da in der nächsten Saison Tim Nothdurft und Noah Beyer für die Linksaußen-Position kommen, ist mit dem Abgang von Jeffrey Boomhouwer und Damm zu rechnen. „Leider kann ich mich aktuell nicht dazu äußern, wie es für mich weitergeht“, sagt der 26-Jährige und lässt dabei auch offen, ob er ein anderes Angebot hat.

Wie der Kader des BHC in der kommenden Saison aussieht, wird indes immer klarer. Mit der Verpflichtung von Djibril M’Bengue hat der Verein eine weitere wichtige Weiche gestellt. Geschäftsführer Jörg Föste betont: „Er war unsere klare Wunschlösung für die Position im rechten Rückraum, und das haben wir ihm auch deutlich zu verstehen gegeben.“

Rund um den Bergischen HC

Personal: Csaba Szücs hat sich in Balingen eine Prellung zugezogen, musste daher aussetzen und fehlt zunächst im Training. Trotzdem hofft Trainer Hinze, dass der Umschaltspezialist am Donnerstag dabei ist.

Bilanz: Von zehn Bundesligaspielen gewann der BHC sechs und Erlangen drei. Zudem gab es ein Remis. Zu Hause blieben die Löwen bislang immer Sieger, in der vorigen Spielzeit gelang der erste Auswärtserfolg.

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