Handball

Bergischer HC arbeitet den Fehlstart solide auf

Lukas Stutzke drehte gegen seinen früheren Verein zum Ende hin mächtig auf und gab dem Zweitligisten mit seiner Wucht mehrfach das Nachsehen.
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Lukas Stutzke drehte gegen seinen früheren Verein zum Ende hin mächtig auf und gab dem Zweitligisten mit seiner Wucht mehrfach das Nachsehen.

Handball-Test des Bundesligisten bringt 37:30-Erfolg über Zweitligist Dormagen.

Von Jürgen König

Solingen. Djibril M'Bengue packte in der Defensive effektiv zu, stellte per Tor und klasse Anspiel zu Kreisläufer Jannik Kohlbacher die Weichen zur 25:24-Führung in der 53. Minute, patzte dann aber ebenso im Abschluss wie seine deutschen Kollegen. Die Folge bei der Weltmeisterschaft war eine 26:28-Niederlage gegen den Titelmitfavoriten Norwegen. Lob gab es für den Rückraum-Linkshänder des Bergischen HC, der bei vier Versuchen einmal traf, dennoch sowohl von Bundestrainer Alfred Gislason wie auch von Vereinscoach Jamal Naji. „Bis auf die Abschlüsse nach den Durchbrüchen hat er ein gutes Spiel gemacht“, sagte dieser am späten Dienstagnachmittag – rund 1000 Kilometer vom WM-Spielort Kattowitz entfernt im heimischen Leistungszentrum an der Höhscheider Kanalstraße. Mit 37:30 (14:10) entschied der Bundesliga-Elfte dort ein Testspiel gegen den Zweitliga-13. TSV Bayer Dormagen zu seinen Gunsten.

Dass Naji nach einer Viertelstunde eine Auszeit nehmen würde, um sein Personal auf fünf Positionen zu tauschen, war keine Überraschung. Dass es aber bei einem 3:7-Rückstand passierte, fiel dann schon aus dem Rahmen. „Das Angriffsspiel hat mir in den ersten Minuten überhaupt nicht gefallen, auch in der Abwehr waren wir zu passiv“, kritisierte Naji, der über die kompletten 60 Minuten viele Fehlwürfe aus bester Situation miterleben musste. „Wir haben es nicht gut gemacht.“ Mit der ersten großen Rotation kam aber frischer Wind ins von anstrengenden Trainingseinheiten geschwächte und dadurch einer hohen Belastung ausgesetzte BHC-Team. Linksaußen Noah Beyer, mit sieben Treffern insgesamt bester Schütze der Löwen, stand mit seiner Dynamik für das bessere Gesicht.

Frederik Ladefoged überwindet hier den lange Zeit überragend haltenden Christian Simonsen.

„Wir waren ohne Linkshänder im Rückraum auch taktisch eingeschränkt“, sagte der Trainer, der es mit Alexander Weck oder Fabian Gutbrod auf der rechten Halbposition versuchte. So habe die Improvisation im Vordergrund gestanden und die Suche nach einer Lösung, falls so etwas mal in der Saison vorkommt. Neben M'Bengue fehlte Simen Schönningsen, der ebenso wie Tim Nothdurft und Tom Bergner noch auf der Verletztenliste steht – geschont wurden Christopher Rudeck und Csaba Szücs.

Die ohne den zukünftigen BHCer Aron Seesing angetretenen Gäste büßten nach dem 9:9 (23. Minute) den Anschluss ein, kurze Zeit später hieß es 9:13. Diesen Vorsprung bauten die Hausherren mit einer soliden Vorstellung in Hälfte zwei etwas aus, was Jamal Naji aber nicht vollends erfreute. „Wir müssen noch ein bisschen was machen“, lautete sein Spiel-Fazit. Nach hinten heraus war indes eine Menge Tempo und Druck im Spiel, gut harmonierte da auch das Linkshänder-Duo auf dem rechten Flügel. Arnor Gunnarsson bediente als „Halber“ mehrmals gekonnt Isak Persson, der vollendete. Insgesamt schon weit auf dem Weg war das Spiel am Kreis, wo insbesondere Frederik Ladefoged mit zunehmender Spielzeit nicht zu halten war.

Vom Leckerbissen blieb die Partie dennoch deutlich entfernt, was aber in der jetzigen intensiven Phase der Winter-Vorbereitung auch nicht erwartet worden war. In Abwesenheit von Rudeck war Louis Oberosler zweiter Torhüter hinter dem Schweden Peter Johannesson, der österreichische Junioren-Nationaltorhüter konnte seinen rund viertelstündigen Auftritt allerdings nicht mit Glanztaten versehen.

BHC: Johannesson, Oberosler; Beyer (7, 2), Ladefoged (6), Schmitz (5), Persson (4), Nikolaisen (3), Stutzke (3), Weck (3), Gunnarsson (2), Gutbrod (2), Arnesson (2, 2), Babak

Winter Cup

Es folgt die Teilnahme am Winter Cup, der am Freitag (19 Uhr, Sporthalle Schloß Holte-Stukenbrock) gegen SønderjyskE und am Samstag (16.30 Uhr, Sporthalle am Hallenbad in Herzebrock) gegen KIF Kolding Håndbold zwei aufschlussreiche Vergleiche mit dänischen Mannschaften bereithält. Jamal Naji glaubt fest an eine spielerische Steigerung, zumal man dann ausgeruhter sei als im Dormagen-Match.

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