Handball

BHC: Podcast zum historischen Erfolg

Sekunden vor dem Schlusspfiff in einem denkwürdigen BHC-Match: Die Handballer fiebern auf der Bank dem gemeinsamen Jubel entgegen.
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Sekunden vor dem Schlusspfiff in einem denkwürdigen BHC-Match: Die Handballer fiebern auf der Bank dem gemeinsamen Jubel entgegen.

Zum Auftakt in die Handball-Bundesliga gewinnen die Löwen beim SC Magdeburg mit 31:27 (14:16). Hier gibt es den Podcast mit Stimmen zum Spiel.

Aus Magdeburg berichtet Thomas Rademacher

Es war ein sporthistorisch besonderer Moment, als am Donnerstagabend um 19 Uhr die ersten vier Partien der neuen Saison in der Handball-Bundesliga angepfiffen wurden. 207 Tage hatte der Wettkampfbetrieb coronabedingt geruht. Die Ungewissheit war gewaltig, zumal keine Mannschaft wusste, wo sie steht. Das galt freilich auch für den Bergischen HC, der beim SC Magdeburg antrat. 60 Netto-Spielminuten später verwandte Sebastian Hinze das gleiche Wort: „Es war ein historischer Sieg für uns“, meinte der BHC-Trainer angesichts des 31:27-Auswärtserfolgs – die erste faustdicke Überraschung dieser jungen Saison.

Fabian Gutbrod machte von Anfang da weiter, wo er in der Vorbereitung aufgehört hatte. Er traf mit viel Wucht aus dem Rückraum – zwei Mal sogar nach dem letzten Pass, während die Schiedsrichter passives Spiel angezeigt hatten. Die Gäste hielten zunächst gut mit, gerieten aber ins Hintertreffen, weil sie ein paar gute Gelegenheiten ausließen und sich Ballverluste im Positionsangriff leisteten. Vor allem aber profitierten die Magdeburger von fünf Zeitstrafen, die Nils Blümel und Jörg Loppaschewski gegen die Löwen verhängten.

Die Hinausstellungen gegen Lukas Stutzke, David Schmidt, Fabian Gutbrud und Tom Kare Nikolaisen waren mitunter extrem kleinliche Pfiffe. Dazu wurde ein Wechselfehler geahndet. Bei einem Rückstand von 11:16 kurz vor der Pause drohten die Bergischen kurzzeitig sogar unterzugehen. Ein schöner Pass von Stutzke auf Max Darj, ein toller Treffer von Stutzke selbst und ein abgefangener Ball von Tomas Babak, der den Gegenstoß zum 14:16 versenkte, gestalteten das Halbzeitergebnis aber viel freundlicher.

Löwen haben zum Schluss noch ein paar Asse im Ärmel

Nach Wiederanpfiff glichen die Löwen durch Darj und Arnor Gunnarsson per Siebenmeter sogar aus. Die Chance für die Löwen war nun da, die Partie an sich zu reißen. Zwar legte der SCM wieder vor, doch die Bergischen blieben dran. Sie ließen sich auch vom nächsten kleinlichen Pfiff gegen Yannick Fraatz nicht schocken. Der Linkshänder soll hinter der Aus-Linie gestartet sein, um das Tor zu machen. Zum 20:20 glichen die Gäste dennoch wieder aus. Stutzke holte sich die Kugel und schloss per Konter ab.

Nun waren sie gefragt, die 1894 Zuschauer in der Getec-Arena. Bei sonst mehr als 6000 Fans in der Halle wäre der Publikumsdruck nun wohl enorm groß gewesen. So aber folgte nur ein deutlich laueres Lüftchen, mit dem der BHC gut umgehen konnte. Max Darj markierte die erste Gäste-Führung der zweiten Halbzeit, Tomas Mrkva parierte einen Ball aus sechs Metern ungewollt mit dem Kopf.

Und dann pfiffen die Unparteiischen auch mal gegen den SCM kleinlich. Ein spät geahndetes Fußspiel ließ Gutbrod die zweite Chance, die er zum 22:20 nutzte. In der Folge verpasste der BHC sogar in zwei Angriffen den Drei-Tore-Vorsprung. Auf dem Feld ging es nun hitzig zu. Mrkvas Kopftreffer war der Anfang, mit einer unsanften Landung von Fabian Gutbrod auf seinem Gegenspieler ging es weiter.

Die Löwen aber blieben im Angriff abgebrüht, und sie profitierten von einer Abwehr, die immer besser ins Spiel fand. Mrkva hielt wichtige Bälle, und vorne traf die Truppe in den von Hinze gerne zitierten Stress-Situationen mit enormer Wucht. Gutbrod schraubte seine Bilanz auf sieben Tore hinauf, aber kurz vor Schluss war es auch David Schmidt, der in Szene gesetzt wurde und mit Gewalt in den Winkel schoss. „Wir haben uns ein paar Spezialbewegungen aufgehoben, bis wir sie in der Schlussphase brauchten“, sagte Hinze. Schmidts 29:27 war die Vorentscheidung. Den Schlusspunkt aber setzte Gutbrod zum 31:27-Endstand. Kurz darauf schallte es „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, über das gesamte Feld.

Rund um den Bergischen HC

Kader: Sebastian Hinze musste nach der Verletzung von Alexander Weck (Kreuzbandanriss) auf zwei weitere Spieler verzichten, um die maximale Kaderstärke von 16 Handballern zu erreichen. Der Coach entschied sich für die Rückraumspieler Daniel Fontaine und Ragnar Johannsson. Beide waren trotzdem in der Halle dabei.

Zuschauer: Die 1894 Zuschauer in der Magdeburger Getec-Arena wurden vor dem Spiel sogar dazu angehalten, möglichst nicht zu viel zu schreien. Die Stimmung war dennoch überraschend gut, auch wenn in Magdeburg sonst stets mehr als 6000 Fans für Furore sorgen. BHC-Anhänger durften gar nicht kommen.

Lesen Sie auch: In der zweiten Halbzeit lösen die Löwen die spielerische Handbremse

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