Handball-Bundesliga

Bergische Löwen vergolden ihren November

Die Glückseligkeit ist den BHC-Profis nach dem Schlusspfiff anzusehen. Durch den knappen Sieg bleiben sie in diesem Monat ungeschlagen.
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Die Glückseligkeit ist den BHC-Profis nach dem Schlusspfiff anzusehen. Durch den knappen Sieg bleiben sie in diesem Monat ungeschlagen.

Der BHC ringt Frisch Auf Göppingen mit 28:26 (15:10) nieder.

Von Thomas Rademacher

Bezeichnend waren die letzten Sekunden im Duell zwischen dem Bergischen HC und Frisch Auf Göppingen. Zumal auch in diesem entscheidenden Moment nur der BHC abgeklärt agierte. Noah Beyer traf in der Klingenhalle zum von 1821 Fans umjubelten 27:25, doch im Gegenzug schienen die Schwaben umgehend wieder auf ein Tor zu verkürzen. Was kaum jemand gehört hatte: Göppingens Coach Hartmut Mayerhoffer hatte den Buzzer zur Auszeit betätigt. Die Folge: Kein Tor, und Frisch Auf benötigte wertvolle Sekunden, um durch Kresimir Kozina doch noch zu treffen. Die letzten 40 Sekunden brachte der BHC inklusive eigener Auszeit souverän über die Bühne. Arnor Gunnarsson machte den 28:26 (15:10)-Erfolg perfekt und verbesserte die Punkteausbeute der BHC-Handballer im November damit auf 7:1-Punkte.

„Ich bin mir sicher, dass wir dieses Spiel am Anfang der Saison nicht gewonnen hätten.“ 

Jamal Naji, BHC-Trainer

Das Zeitmanagement war den Hausherren auch in der ersten Halbzeit besser gelungen. Zehn Sekunden vor der Pause schritt Axel Goller für die Gäste zur Siebenmeter-Linie, um diese auf 10:14 heranzubringen und zumindest mit einem etwas besseren Gefühl in die Halbzeit zu schicken. Das gelang auch, doch zuletzt lachte der BHC. Torhüter Peter Johannesson haderte kurz, bemerkte dann aber die gebotene Eile und feuerte die Kugel zur Mitte. Über Tom Kare Nikolaisen und Linus Arnesson landete der Ball gel bei Fabian Gutbrod, der ihn in die Maschen drosch.

Angesichts der Tatsache, dass der BHC gut darin war, Antworten zu geben, hätte das Spiel auch zur klaren Sache werden können. Die Hausherren hatten sich schnell ein Übergewicht erarbeitet. Im Positionsangriff kamen sie immer wieder zu freien Chancen, die besonders von Frederik Ladefoged sicher verwandelt wurden. Linus Arnesson war für ein paar eingestreute Rückraum-Treffer verantwortlich, und aus der Deckung heraus sowie vor allem nach Paraden von Peter Johannesson kam der BHC ins Tempospiel, das oft durch Noah Beyer erfolgreich beendet wurde. Eine solche Ausgewogenheit hatten die Göppinger nicht in ihrem Angriffsspiel.

Trotzdem war das 15:10 aus BHC-Sicht noch nicht die halbe Miete. In Überzahl kamen die Schwaben auf drei Tore heran und hatten fortan aus dem Rückraum mehr Erfolg. Die Bergischen wirkten in der Deckung nun auch etwas zu passiv. Nachdem Beyer eine klare Chance ausgelassen hatte, stellte Kozina auf 16:18. Göppingen war damit wieder dran und profitierte von diversen Fehlern im BHC-Angriff sowie nach Gegentoren von der eigenen schnellen Mitte. Den Löwen gelang es nicht, zügig genug in die geordnete Deckung zu kommen.

Tobias Ellebaek glich erstmals für die Gäste aus. Die Hausherren mussten Lösungen finden. Das schafften sie, doch die Bälle landeten nicht mehr im Netz. Daniel Rebmann hielt gegen Ladefoged sowie Tomas Babak. Zudem blieb Marin Sego beim Siebenmeter gegen Linus Arnesson Sieger. Zehn Minuten vor Schluss war es schließlich soweit: Hatte der zwischen den Pfosten eingewechselte Christopher Rudeck es zuvor noch verhindert, war er bei Josip Sarac' Durchbruch an den Kreis machtlos. Frisch Auf führte 22:21. Eine BHC-Antwort blieb diesmal aus, auch Beyer scheiterte beim Strafwurf. David Schmidt stellte auf 23:21.

Die Bergischen besannen sich nun aber auf ihre Stärken, hatten wieder deutlich mehr Zugriff in der Deckung – und vor allem funktionierte das Angriffsspiel mit Arnesson in Kooperation mit Ladefoged am Kreis herausragend. Das Duo war für die erneute Wende verantwortlich und vergoldete damit den November. „Wir haben sehr knappe Spiele gesehen und 7:1-Punkte geholt“, urteilte Geschäftsführer Jörg Föste. „Wer damit nicht zufrieden ist, ist nicht ganz gescheit.“ Und Trainer Jamal Naji betonte: „Ich bin mir sicher, dass wir dieses Spiel am Anfang der Saison nicht gewonnen hätten.“ Auch das passt ins Bild: In der sportlichen Krise ist aktuell schließlich Frisch Auf Göppingen – nicht aber der BHC. -trd-

WM-Kader

Bundestrainer Alfred Gislason hat den erweiterten Kader für die Weltmeisterschaft in Polen und Schweden (11. bis 29. Januar) bekanntgegeben. Mit dabei: Djibril M'Bengue und Lukas Stutzke vom Bergischen HC. Aktuell stehen noch 35 Spieler auf der Liste, bis zur WM muss der Kader auf 18 Handballer reduziert werden.

Kommentar: BHC wird stabiler

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Recht hat BHC-Trainer Jamal Naji, wenn er sagt, dass seine Mannschaft dieses Spiel gegen Frisch Auf Göppingen zu Beginn der Saison nicht gewonnen hätte. Tatsächlich waren die Vorzeichen eindeutig: Der Gegner steckt in der Krise, der BHC hat sich bereits herausgekämpft. In kritischen Phasen ist dann zumeist das Team stabiler, das sich besser fühlt – und genau so kam es. Die Schwaben bleiben im Tal der Tränen, der BHC schaut selbstbewusst nach vorn.

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