Handball-Bundesliga

Bergische Löwen treten auf gefährlichem Pflaster an

Tomas Babak ist für seine Schnelligkeit und Zweikampfstärke bekannt – Qualitäten, die ihn auch im Duell gegen die Eulen Ludwigshafen gefährlich machen. Foto: Christian Beier
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Tomas Babak ist für seine Schnelligkeit und Zweikampfstärke bekannt – Qualitäten, die ihn auch im Duell gegen die Eulen Ludwigshafen gefährlich machen.

Am Donnerstagabend möchte der BHC in Ludwigshafen seine Stärke im Tempospiel wiederfinden.

Von Thomas Rademacher

Die Eulen Ludwigshafen sind so etwas wie die unabsteigbare Mannschaft in der Handball-Bundesliga. Zwei Mal rettete sich die Truppe von Trainer Benjamin Matschke spektakulär am letzten Spieltag, in der vergangenen Saison „half“ der Abbruch durch die Corona-Pandemie. Und auch in dieser Spielzeit ergibt sich beim Blick auf die Tabelle das gewohnte Bild. Die Pfälzer stehen auf einem Abstiegsplatz und haben bei fünf Punkten Abstand zum rettenden Ufer noch vage Hoffnungen. Ob die Löwen daher am Donnerstagabend um 19 Uhr klarer Favorit sind? Die Vergangenheit deutet kaum darauf hin.

Denn an der wundersamen Ludwigshafener Rettung 2019 hatte auch der BHC seinen Anteil. Am drittletzten Spieltag wären die Eulen schon bei einem Unentschieden gegen die Bergischen abgestiegen. 19:13 führten die Gäste in der 42. Minute, verließen aber mit einer 22:23-Niederlage das Feld. Für den BHC war dies ein herber Dämpfer im Kampf um Europa, für die Pfälzer die Initialzündung. Mit zwei weiteren Erfolgen hielten sie noch sensationell die Klasse und schickten den VfL Gummersbach ins Tal der Tränen – aus dem er bisher übrigens nicht zurückgekehrt ist.

Dass die BHC-Erinnerungen an die Friedrich-Ebert-Halle alles anders als gut sind, belegt auch das Duell in der vorigen Spielzeit. Vier Minuten vor Schluss führten die Gäste 27:23, mussten sich aber mit einem 27:27 begnügen. „Es entspräche meiner Idealvorstellung, wenn wir eine Viertelstunde vor Schluss wieder klar vorne liegen“, zieht BHC-Trainer Sebastian Hinze die Parallele zu den beiden beschriebenen Partien. „Vergleichbar sind die Situationen aber natürlich nicht. Ich halte Ludwigshafen für viel gefestigter. Mit ihrem Kader dürfen sich die Eulen berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.“

„Es kann schon sein, dass das noch eine Rolle spielt.“

Linus Arnesson, BHC-Spielmacher, zu vergangenen Partien bei den Eulen Ludwigshafen

Die Formkurve zeigt ohnehin nach oben. Die Truppe gewann ihre beiden jüngsten Heimspiele gegen Coburg und Stuttgart und setzte am vorigen Sonntag beim 24:19-Auswärtssieg gegen den HC Erlangen ein Ausrufezeichen. Torhüter Martin Tomovski hielt 17 Mal, was einer Fangquote von 50 Prozent entsprach – ein Wert mit echtem Seltenheitswert. „Das war schon eine herausragende Vorstellung“, findet Hinze. „Aber insgesamt ist die Mannschaft kaum noch mit der Hinrunde zu vergleichen. Sie hatten große personelle Probleme, die sie nun fast nicht mehr haben.“

Zuletzt fehlte zwar Spielmacher Dominik Mappes mit Knieproblemen, doch Pascal Bührer und Max Neuhaus vertraten ihn erfolgreich. „Dazu haben sie in Hendrik Wagner und Azat Valiullin starke Rückraum-Schützen und insgesamt eine hohe körperliche Präsenz. Das wird eine schwierige Aufgabe für uns“, erläutert Hinze. „Geduld wird ein großes Thema sein, denn die haben die Ludwigshafener im Positionsangriff.“ So spielen sie bis zu einer guten Chance. Umgekehrt sei genau diese Qualität auch gegen die stabile Abwehr gefragt.

Ein paar einfache Treffer nach Ballgewinnen oder Torhüter-Paraden aus dem Tempospiel kämen dem BHC also sehr gelegen. Davon hatte die Mannschaft zuletzt beim 21:25 gegen den SC Magdeburg wenige. „Wir hatten sicher nicht die Geschwindigkeit, die wir gebraucht hätten, obwohl das schon zur Idee gehörte“, beschreibt der Coach eine Erkenntnis der Videoanalyse. „Diese Stärke müssen wir uns zurückholen.“ Der BHC wird also zumindest in Phasen das Training auch darauf ausrichten.

Und sollte der Matchplan dann am Donnerstag aufgehen, ist die Mannschaft gewarnt. „Wir wissen, dass die Eulen sich durch besondere Kampfstärke auszeichnen. Das haben wir auch bei den beiden ärgerlichen Auswärtspartien erfahren müssen“, sagt Spielmacher Linus Arnesson. „Es kann also schon sein, dass das noch eine Rolle spielt. Wir dürfen nicht nachlassen, sondern müssen unser Ding bis zum Ende durchziehen.“

Rund um den Bergischen HC

Anreise: Der BHC hatte es in Betracht gezogen, mit Kleinbussen nach Ludwigshafen zu fahren, entschied sich aber doch für einen Reisebus. An Bord ist der 16-köpfige Spieltagskader und ein kleines Funktionsteam.

Bilanz: In der Bundesliga ist der BHC sechs Mal auf die Eulen getroffen und hat nur zwei Mal gewonnen. Auswärts warten die Löwen sogar wettbewerbsübergreifend noch auf den ersten Sieg gegen Ludwigshafen.

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