Handball

Bergische Löwen schaffen den Befreiungsschlag

Der Schlusspfiff wirkte wie eine Erlösung für die Bundesliga-Profis des Bergischen HC. Sie bejubelten den ersten doppelten Punktgewinn nach zehn sieglosen Pflichtspielen in Serie.
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Der Schlusspfiff wirkte wie eine Erlösung für die Bundesliga-Profis des Bergischen HC. Sie bejubelten den ersten doppelten Punktgewinn nach zehn sieglosen Pflichtspielen in Serie.

Bundesliga: Der BHC holt in 17 Minuten einen 17:21-Rückstand auf und schlägt den HSV Hamburg in einem Drama 27:26 (12:15)

Aus Hamburg berichtet Thomas Rademacher

Dramatischer konnte es für den Bergischen HC in Hamburg nicht laufen. Alexander Weck hatte das 27:26 in der vorletzten Minute erzielt, doch die Aufregung ging erst los. Nach einer spektakulären Parade von Tomas Mrkva hatte Lukas Stutzke die Entscheidung in der Hand. Die Unparteiischen entschieden auf Stürmerfoul. Ein Pfiff, der sogar BHC-Coach Sebastian Hinze nicht auf der Bank hielt. Im Gegenzug hatten die Hanseaten noch einmal zwölf Sekunden, um auszugleichen. Sie versuchten es mit einem Kempa-Trick, doch Csaba Szücs kam dazwischen. Irgendwie. Der BHC hat es geschafft. Nach zehn sieglosen Pflichtspielen gelang ein 27:26 (12:15) beim HSV Hamburg. Hinze beschrieb die Stimmung: „Wir sind alle erleichtert.“

Arnor Gunnarsson erzielte nicht nur ganz wichtige Treffer, der Rechtsaußen hatte auch eine perfekte Ausbeute: Sechs Tore bei sechs Versuchen.

Bevor die Gastgeber das Kommando übernahmen, hatten die Bergischen noch im Tempospiel dagegengehalten. Tomas Babak besorgte im Zeitspiel sogar die 6:5-Führung. In der Folge aber fungierte Johannes Bitter als Dosenöffner für den HSV Hamburg. Der erfahrene Torhüter hielt frei gegen Tom Kare Nikolaisen, Lukas Stutzke und wieder Nikolaisen, während seine Mitspieler auf der anderen Seite trafen.

Der BHC schaffte es defensiv zu selten, Zugriff auf die Hamburger zu bekommen. Mrkva hatte zwar auch einige Paraden, doch die Gastgeber hatten es leicht, gute Gelegenheiten herauszuarbeiten. Nach einem Fehlpass von David Schmidt erhöhten die Hanseaten erstmals auf drei Tore, wenig später lag die Truppe sogar 12:8 und 14:9 in Front. Gegen Ende der ersten Hälfte fingen sich die Löwen zwar kurz defensiv, hatten aber weiterhin Probleme gegen Bitter. Immerhin zeigte Simen Schönningsen etwas mehr Selbstvertrauen bei seinem Tor zum 10:14. Mrkva parierte einen Siebenmeter, und Max Darj egalisierte die zweite Hinausstellung gegen Tobias Schmitz, der auf der linken Außenbahn erneut den Vorzug vor Jeffrey Boomhouwer erhalten hatte. Der 12:15-Halbzeitstand ließ sich aus BHC-Sicht als Schadensbegrenzung bezeichnen, die die Tür zum Comeback weiterhin offenhielt.

Der Tatendrang war der Mannschaft nach Wiederanpfiff anzusehen. Den ersten Hamburger Angriff entschärfte Mrkva, auf der anderen Seite traf Stutzke. Doch schon der nächste Ballgewinn verpuffte, als Boomhouwer von außen scheiterte. Vorne haderten die Gäste nun auch mit den Unparteiischen, die ein Foul an Schönningsen nicht erkannt hatten. Stutzke war es, der seine Farben in dieser Phase mit aller Überzeugung noch irgendwie in der Partie hielt.

Trotzdem: Die Bergischen bekamen die HSV-Offensive nicht gestoppt. Gefühlt mühelos hielten die Hausherren einen recht komfortablen Vorsprung von drei oder vier Toren. Hinze nahm beim 17:21 die Auszeit, stellte Nikolaisen neben Szücs ins Zentrum, brachte Schmidt und Alexander Weck zurück. Der Impuls zeigte Wirkung. Schmidt traf zwei Mal mit Gewalt aus dem Rückraum, Boomhouwer nutzte ein Szücs-Anspiel von außen. Eine Viertelstunde vor Schluss trennte die Gäste nur noch ein Tor vom HSV, eine Mrkva-Parade und einen Gunnarsson-Siebenmeter später stand es 21:21.

BHC knackt Bitter, lässt dann aber gegen Vortmann liegen

Das Momentum gehörte nun den Gästen. In doppelter Überzahl verpasste die Truppe die Chance zur Führung noch recht kläglich durch Weck, der den völlig freien Gunnarsson übersah, doch kurz danach stellte Letztgenannter mit einem Wurf ins leere Tor doch noch auf 22:21, Nikolaisen erhöhte auf Zuckerpass Babak. Der BHC hatte die Hanseaten nun da, wo er sie haben wollte. Ein übles Foul gegen Schmidt wurde zwar nur mit zwei Minuten gegen Tobias Schimmelbauer geahndet, doch die Überzahl nutzte Gunnarsson. Bitter hatten die Löwen inzwischen übrigens auch geknackt. Jens Vortmann stand zwischen den HSV-Pfosten. Der hielt auch gleich gegen Schmidt, und kurz danach stand es auch schon 26:26. So kam es doch noch zum Drama, das der BHC für sich entschied – irgendwie.

Rund um den BHC

Personal: Bis auf den erkrankten Sebastian Damm stand den Löwen derselbe Kader wie zuletzt in Lemgo zur Verfügung. Es fehlten also weiterhin Fabian Gutbrod, Linus Arnesson, Yannick Fraatz und Maciej Majdzinski.

Pause: Bis einschließlich zum 9. Januar hat der BHC trainingsfrei. Die erste gemeinsame Einheit zur Vorbereitung auf die Restsaison steigt am 10. Januar.

Lesen Sie auch: Schmidt: „Das Wichtigste ist Siggi, dann kommt der Sieg, erst dann ich“

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