Handball-Bundesliga

Bergische Löwen nehmen Hinzes künftigen Club ins Visier

Im Hinspiel macht Tomas Babak Trainer Sebastian Hinze auf etwas aufmerksam. Der BHC steht vor dem Sieg, verliert aber 23:24. Foto: Mathias M. Lehmann
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Im Hinspiel macht Tomas Babak Trainer Sebastian Hinze auf etwas aufmerksam. Der BHC steht vor dem Sieg, verliert aber 23:24.

1000 Zuschauer dürfen am Mittwochabend im Düsseldorfer ISS Dome gegen die Rhein-Neckar Löwen dabei sein.

Von Thomas Rademacher

Max Darj wurde zuletzt schmerzlich vermisst, ist jedoch am Mittwoch wieder dabei.

Es ist in doppelter Hinsicht ein besonderes Bundesliga-Spiel, das der Bergische HC am Mittwochabend um 19 Uhr im Düsseldorfer ISS Dome bestreitet. Zum einen treten die Löwen – nach 17 Heimspielen ohne Publikum – am viertletzten Spieltag zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison zu Hause vor Zuschauern an. Zum anderen sind die Rhein-Neckar Löwen zu Gast. Zu denen wechselt BHC-Coach Sebastian Hinze bekanntlich im Sommer 2022.

Ob die Mannheimer am Mittwoch gegen ihren künftigen Trainer besonders motiviert sind, ist natürlich Spekulation. Doch auf dem Match liegt auch in dieser Hinsicht freilich ein besonderes Augenmerk. Hinze selbst sieht diese Aufregung nicht. „Für mich ist das ein Spiel wie jedes andere auch. Dass ich beim Gegner mal arbeiten werde, spielt gar keine Rolle“, sagt der Trainer, der in dieser Auffassung von Torhüter Tomas Mrkva unterstützt wird: „Natürlich wissen wir, dass er dorthin gehen wird, aber das ist für den Moment komplett egal und auch nicht wichtig.“

Im Vordergrund steht eine Leistungssteigerung im Vergleich zum jüngsten Auftritt beim 23:31 (12:17) in Lemgo. „Wir haben es nicht geschafft, diese absolute Leidenschaft aufs Feld zu bekommen“, erläutert Hinze. „Das war auch in der Hinrunde manchmal so, aber da sind wir über unser System zurückgekommen. Das klappt derzeit nicht. Für die Jungs ist das nicht einfach, alle drei Tage ans absolute Limit zu gehen. Nur wenn wir diese Endspiel-Mentalität erreichen, können wir in der jetzigen Situation Erfolgserlebnisse sammeln.“ Hinze ist überzeugt, dass die aktuelle Phase lehrreich sein wird. „Wir machen gerade einen Prozess durch, der sich nicht gut anfühlt. Aber wir werden erstarkt daraus hervorgehen.“

„Wir wollen vier Mal den BHC auf die Platte bringen.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Vier Partien binnen zwölf Tagen absolviert der BHC in dieser Saison noch. „Man merkt, dass man an der Belastungsgrenze ist. Aber jetzt ist das Ende auch in Sicht“, sagt der Trainer und gibt einen Einblick in die aktuelle Gefühlslage, die für ihn und gleichermaßen seine Mannschaft gelte: „Das ziehen wir jetzt durch.“ Als Ziel habe er keine Punktzahl vorgegeben, sondern „weichere Faktoren, die viel wichtiger sind.“ So stehe ein Bestreben an oberster Stelle: „Wir wollen vier Mal den BHC auf die Platte bringen.“

Dazu gehört ein starkes Abwehr-Torhüter-Paket und ein gutes Tempospiel, das auch gegen die Rhein-Neckar Löwen Grundvoraussetzung sein wird, um eine Chance zu haben. Das gilt, auch wenn die Mannheimer seit Wochen nicht in Topform agieren. Zuletzt gewann das von Interimscoach Klaus Gärtner eingestellte Team zwar überzeugend mit 31:22 gegen die MT Melsungen, und in Flensburg war zuvor ein 26:26 herausgesprungen, doch empfindliche Niederlagen in Balingen (30:32) gegen Erlangen (26:30) und in Stuttgart (28:32) gehören auch zum Status des Deutschen Meisters von 2016 und 2017.

„Wir haben natürlich auch einen Plan für den Angriff entwickelt“, meint Hinze. „Grundsätzlich brauchen wir vorne und hinten viel Bewegung, eine gute Beinarbeit.“ Dass dabei bis zu 1000 Zuschauer im ISS Dome unterstützen, freut den 42-Jährigen sehr. „Ich hoffe, dass uns das hilft. Wenn wir gut ins Spiel kommen, kann die Wirkung sehr positiv sein. Es ist jedenfalls total schön, endlich wieder Menschen in der Halle zu haben.“

Etwas mehr Normalität dürfte es auch auf dem Feld beim BHC wieder geben. Max Darj musste in Lemgo noch passen, nachdem er im Spiel zuvor mit sieben Stichen am Kopf genäht worden war. Der schwedische Leistungsträger ist inzwischen ins Training zurückgekehrt und sollte am Mittwoch einsatzbereit sein. Dasselbe gilt für Kapitän Fabian Gutbrod, der spontan mit Rückenproblemen ausfiel. Fehlen wird hingegen noch Rechtsaußen Arnor Gunnarsson mit einer Wadenverletzung. Hinze hat deshalb den A-Jugendlichen Julian Thomas in den Profikader hochgezogen, nachdem dieser seine Abschlussprüfungen in der Schule absolviert hat und somit seine Kontakte in ähnlicher Form reduzieren kann wie die Profis. „Er braucht natürlich etwas Zeit“, betont Hinze.

Rund um den BHC

Tickets: Für die Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen sind weiterhin Karten im freien Verkauf online und ausschließlich über den Verein verfügbar. Ein negativer Test ist im Vorfeld verpflichtend, eine Abendkasse wird es nicht geben.

bhc06.de/tickets

Bilanz: In 15 Bundesliga-Partien hat der BHC nur ein Mal gegen die Rhein-Neckar Löwen gewonnen: Am 13. September 2014 hieß es 24:23. Sonst kam der Sieger immer aus Mannheim.

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