Handball

Bergische Löwen leisten sich zu viele Fehler

Fabian Gutbrod kam in der zweiten Halbzeit offensiv in Fahrt. Auch mit den Gewaltwürfen des Kapitäns hielt der BHC den Anschluss. Fotos: Christian Beier
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Fabian Gutbrod kam in der zweiten Halbzeit offensiv in Fahrt. Auch mit den Gewaltwürfen des Kapitäns hielt der BHC den Anschluss.

Handball-Bundesliga: Der BHC erreicht gegen den SC DHfK Leipzig seine Topform nicht und verliert 29:30 (14:14).

Mit 29:30 liegt der Bergische HC Sekunden vor dem Ende gegen den SC DHfK Leipzig hinten. Eine letzte Chance zum Ausgleich haben die Löwen noch. David Schmidt, der in der Schlussphase häufiger erfolgreich die Verantwortung übernommen hatte, nimmt sich den Wurf, doch der landet im Leipziger Abwehrblock. „Den Ball muss ich reinwerfen“, wird Schmidt später selbstkritisch sagen. Bei noch sechs Sekunden sind nun fast keine Optionen mehr da. Linus Arnesson versucht es mit dem Mute der Verzweiflung, doch auch dieser Ball geht nicht an der Deckung der Sachsen vorbei. Es ist der Schlussakkord einer aus bergischer Sicht bitter verlaufenen Partie, die mehrere Male in andere Bahnen hätte gelenkt werden können.

So erwischten die Gäste in ihrem ersten Pflichtspiel des Jahres einen schwachen Start. Mit Schwung überrollten die Löwen ihren Gegner in den ersten fünf Minuten. Christopher Rudeck startete mit einer Parade, die Leipziger hatten Probleme mit der BHC-Deckung, und Max Darj sowie zwei Mal Lukas Stutzke stellten auf 3:0. Schmidt hatte sogar noch die Gelegenheit, weiter zu erhöhen, scheiterte allerdings. Zwar traf Stutzke auf Pass von Linus Arnesson noch zum 4:1, doch das Blatt wendete sich schnell.

Tomas Babak bekam deutlich mehr Spielanteile als noch am Donnerstag bei GWD Minden.

Die Löwen hatten große Probleme, gegen die Abwehrreihen zum Erfolg zu kommen. Die Sachsen hingegen fanden nun auch Lösungen in ihrem Positionsangriff. Ob über Maciej Gebala am Kreis, gute Rückraumaktionen oder Abschlüsse über die Außen: Sie gingen 7:5 in Führung und übernahmen das Kommando. Nach einer Auszeit brachte BHC-Coach Sebastian Hinze defensiv Csaba Szücs und offensiv Tomas Babak. Der Leipziger Lauf war damit gestoppt – auch, weil es den Löwen hervorragend gelang, in Unterzahl die plötzlich offensiv agierende gegnerische Deckung auszuspielen. Arnor Gunnarsson versenkte zwei Mal.

Zwar nutzten die Gäste ihre Überzahlchancen jeweils, doch der BHC war wieder im Spiel. Rudeck lieferte eine wichtige Parade gegen Gregor Remke, Max Darj glich zum 11:11 aus. Nachdem Sebastian Damm sich linksaußen durchgetankt und auf 13:12 gestellt hatte, war die Chance da, mit einer Führung in die Pause zu gehen. Ein missglückter von Babak kostete aber genauso die mögliche Zwei-Tore-Führung wie ein überhasteter Fehlwurf von Fabian Gutbrod bei noch 15 Sekunden auf der Uhr. So kamen die Leipziger noch mal an den Ball und glichen durch Remke zum 14:14 aus.

Es blieb die erwartet umkämpfte Partie, bei der sich die Fehler beidseitig rächten. Gutbrod traf nach Wiederanpfiff stark aus dem Rückraum, Babak versenkte noch in arger Bedrängnis. Doch Darj vergab auch frei aus sechs Metern. Nach einem Ballgewinn durch Damm markierte Szücs beim 18:17 die neuerliche BHC-Führung. Vorne aber ließen die Bergischen weiter viel liegen – durch Damm, durch Arnesson, der offensiv einen komplett gebrauchten Tag erwischt hatte, oder auch aufgrund eines Fehlpasses von Babak an den Kreis. In dieser Phase hatten es die Löwen dem im Tor eingewechselten Tomas Mrkva zu verdanken, nicht mit mehr als einem Tor in Rückstand zu geraten.

Zum Schluss fehlte plötzlich eine Defensivaktion

Gunnarsson beendete die kurze Torflaute per Siebenmeter, David Schmidt besorgte beherzt das 20:19, und nach einem tollen Block in der Abwehr stellte Gunnarsson gar auf 21:19. Die Hektik im BHC-Spiel aber blieb zu hoch. Pässe auf die Außenpositionen kamen nicht an. Erst als Leipzig in den letzten zehn Minuten mit zwei Toren in Front ging, fanden die Löwen ihre offensive Durchschlagskraft wieder. Doch es war zu spät, weil die Gäste nun jeden Angriff konsequent verwerteten. Plötzlich fehlte dem BHC die eine wichtige Defensivaktion, um wieder ranzukommen – eine bittere Niederlage.

Rund um den BHC

Premiere: Zum ersten Mal führte Cedric Pick als Hallensprecher durch die Partie. Der Remscheider ist Nachfolger von Jens Scheffler, der beim Verein inklusive Vorgänger rund 30 Jahre aktiv war.

Personal: Wenig überraschend trat der BHC in derselben Besetzung wie am Donnerstag bei GWD Minden an. Es fehlten also Daniel Fontaine, Alexander Weck und Maciej Majdzinski.

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