Handball

Bergische Löwen bewahren kühle Köpfe

Nach seinem dritten Treffer zum 31:26-Endstand klatscht Lukas Stutzke (Trikotnummer 39) mit Trainer Sebastian Hinze und seinen Mannschaftskameraden beim Zurücklaufen ab.
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Nach seinem dritten Treffer zum 31:26-Endstand klatscht Lukas Stutzke (Trikotnummer 39) mit Trainer Sebastian Hinze und seinen Mannschaftskameraden beim Zurücklaufen ab.

Bundesliga: Der BHC hat nach einem 31:26 (15:14) bei der HSG Nordhorn-Lingen 6:0-Punkte

Von Thomas Rademacher

Es war ein besonderer Moment für Daniel Fontaine, als er Ende der ersten Halbzeit eingewechselt wurde. Der Rückraum-Rechtshänder des Bergischen HC kam zum ersten Mal seit dem 20. April 2019 in einer Bundesliga-Partie zum Einsatz. Ein Achillessehnenriss hatte den 31-Jährigen lange außer Gefecht gesetzt. Es blieb bei zwei Minuten für Fontaine, der angesichts des 31:26-Erfolgs seines Bergischen HC bei der HSG Nordhorn-Lingen trotzdem sehr zufrieden war: „Es war ein schönes Gefühl. Ich hoffe, da kommt noch ein bisschen mehr in den nächsten Monaten“, meinte Fontaine angesichts seines Kurzeinsatzes. Die entscheidende Phase hat der Handballer von außen erlebt: „Am Ende sind wir trotz eines recht zerfahrenen Spiels cool geblieben und haben unseren Stiefel versucht, weiter runterzuspielen. Zum Glück hatten wir dann einen Lauf, der uns den Sieg gebracht hat.“

Bis dahin hatten die Löwen aber ein gewaltiges Stück Arbeit verrichten müssen. Den ersten Rückschlag mussten die Gäste in der bis auf ein paar Ehrenamtliche zuschauerlosen EmslandArena bereits nach wenigen Minuten verkraften. Georg Pöhle traf BHC-Torhüter Tomas Mrkva aus kurzer Distanz direkt im Gesicht, so dass Christopher Rudeck eingewechselt werden musste. Der 25-Jährige fand gleich gut in die Partie, hielt nicht nur aus dem Rückraum, sondern nahm den Gastgebern auch den einen oder anderen freien Versuch weg.

Die starke Phase nutzten die Löwen zu einer komfortablen 12:8-Führung, weil sie im Angriff sehr gute Entscheidungen trafen. Yannick Fraatz zum Beispiel traf im erweiterten Gegenstoß, nachdem er den Zweikampf gesucht hatte. In Überzahl markierten Fabian Gutbrod und David Schmidt den Vier-Tore-Vorsprung, der jedoch nicht lange Bestand hatte.

Kampf um jeden Zentimeter: Hier wird David Schmidt (kniend) gegen Julian Possehl Sieger sein und einen wichtigen Gegenstoß für den BHC einleiten.

Die Bergischen gaben den Ball vorne ein paar Mal leichtfertig aus der Hand, und sie fanden nicht immer den bestmöglichen Abschluss. So warf Maciej Majdzinski gleich zwei Mal in den gegnerischen Block. Dass sie trotzdem noch mit einer 15:14-Führung in die Pause gingen, hatten sie auch der individuellen Stärke von Spielmacher Tomas Babak zu verdanken. Der Tscheche agierte wie bereits bei den Erfolgen in Magdeburg und gegen Erlangen hervorragend.

Nach Wiederanpfiff glichen die Gastgeber zwar aus, doch immer wieder schaffte es der BHC, sich zumindest leicht abzusetzen. Höhepunkt war der Treffer von Rechtshänder Babak mit links zum 20:18. Doch auch durch Max Darj’ 23:20 ließ sich Nordhorn-Lingen nicht beirren. Nach drei HSG-Toren in Folge und einer Zeitstrafe gegen Fabian Gutbrod, bei der überhaupt kein Kontakt mit dem Gegenspieler zu erkennen gewesen war, wurde es hektisch.

Stutzke ist erneut ein entscheidender Faktor

Beide Mannschaften vergaben nun Chancen, in Führung zu gehen, während die in der Bundesliga unerfahrenen Unparteiischen eine Zeitstrafe nach der anderen verhängten. Yannick Fraatz war es schließlich, der per Konter auf 24:23 stellte. Den neuerlichen Ausgleich beantworteten Jeffrey Boomhouwer, Lukas Stutzke nach einem Ballgewinn in der Abwehr und Schmidt mit drei Treffern in Serie.

In der entscheidenden Phase behielten die Löwen gerade defensiv einen unheimlich kühlen Kopf. Der Top-Innenblock mit Csaba Szücs und Max Darj funktionierte in der brenzligen Lage zusammen mit David Schmidt und Lukas Stutzke auf den Halbpositionen. Letzterer war so wie schon in Magdeburg ein entscheidender Faktor. Im Angriff aber setzte die Mannschaft auf eine andere Taktik. Waren es zuletzt oft Rückraum-Tore, die wichtig gewesen waren, suchten die Löwen gegen die offensivere HSG-Deckung mit Erfolg die Zweikämpfe.

Personal

Linus Arnesson: Der Schwede war im Auswärtsspiel nicht Teil des Kaders. Nach dem Abschlusstraining hatte der Spielmacher muskuläre Probleme, so dass der Bergische HC kein Risiko eingehen wollte.

Ragnar Johannsson: Außer dem langzeitverletzten Alexander Weck musste Trainer Sebastian Hinze auf einen weiteren Spieler verzichten, um den Kader auf 16 Spieler zu reduzieren. Die Entscheidung fiel auf den Isländer.

Lesen Sie auch: Große Sorge um Tomas Mrkva nach frühem Kopftreffer

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