Handball

M'Bengue ist beim Bergischen HC angekommen

Der glückliche 24:23-Erfolg über die HSG Wetzlar setzte auch bei Djibril M'Bengue Emotionen frei. Der Rückraum-Linkshänder hofft, dass der erleichternde Sieg für den BHC einen Wendepunkt in dieser Saison darstellt.
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Der glückliche 24:23-Erfolg über die HSG Wetzlar setzte auch bei Djibril M'Bengue Emotionen frei. Der Rückraum-Linkshänder hofft, dass der erleichternde Sieg für den BHC einen Wendepunkt in dieser Saison darstellt.

Handball-Bundesliga: Der 24:23-Erfolg über Wetzlar soll als Brustlöser für das bergische Derby gegen Gummersbach dienen

Von Thomas Rademacher

Es war nicht zu verhehlen: Die ersten Wochen in der Handball-Bundesliga sind Djibril M'Bengue schwer gefallen. Der aus Porto zum Bergischen HC gewechselte Rückraum-Linkshänder hatte den wichtigsten Teil der Vorbereitung mit Rückenproblemen verpasst, zu Beginn der Saison stand daher zumeist Positionskollege Simen Schönningsen in der Startformation – und wenn M'Bengue dann seine Chance bekam, tendierte er dazu, etwas übermotiviert zu wirken. „Als ich beispielsweise in Kiel aufs Feld kam, wollte ich es allen beweisen und habe überdreht“, sagt der 30-Jährige, dessen offensive Aktionen in dieser Partie erfolglos blieben. Umso glücklicher ist er, dass sich knapp zwei Monate später das Blatt gewendet hat. Spätestens nach dem 24:23-Erfolg über die HSG Wetzlar ist M'Bengue in der Bundesliga angekommen. Die Vorfreude auf das bergische Derby gegen den VfL Gummersbach (Sonntag, 16.05 Uhr, Klingenhalle) ist auch beim ihm groß.

Positiv war der Trend bei M'Bengue schon etwas länger. Bei der letztlich bittersten Saisonniederlage in Stuttgart (26:27) erzielte er im Zeitspiel ein Tor über den Block, das „sich richtig gut angefühlt hat“, wie er es beschreibt. „Auch weil Freunde und Familie in der Halle waren.“ Es folgten weitere lange und zum Teil gute Einsätze beim HC Erlangen, im Pokalspiel gegen Göppingen, in Berlin und eben zuletzt gegen Wetzlar, als er fast 60 Minuten auf der Platte stand.

Ich schiebe das auf die Emotionen, die mit dem Spiel verbunden waren.

Djibril M‘Bengue über Wetzlars Torhüter Till Klimpke

Viele Optionen hat Trainer Jamal Naji in diesen Tagen im rechten Rückraum schließlich nicht. Schönningsen fällt mindestens bis Ende des Jahres mit einer Verletzung des Wurfarmes aus, zudem gestaltet sich die Nachverpflichtung einer Verstärkung auf dieser am Markt begehrten Position zu diesem Zeitpunkt der Saison offenbar schwierig. M'Bengue macht das Beste aus der Situation. „Die größere Verantwortung ist für das Selbstvertrauen gut – vor allem natürlich, wenn wir gewinnen“, sagt der Linkshänder.

Keine Frage, ernst genommen wird er in der Bundesliga auch von seinen Gegnern. So konnte es M'Bengue beinahe als Kompliment auffassen, dass Wetzlars Torhüter Till Klimpke gleich nach seinem ersten Wurf etwas vermutlich nicht ganz so Freundliches hinterherrief. Die beiden wurden während der Partie augenscheinlich keine Freunde mehr, auch bei der Verabschiedung war die Distanz sichtbar. „Ich schiebe das auf die Emotionen, die mit dem Spiel verbunden waren“, ordnet M'Bengue ein. „Wir werden kein nachhaltiges Problem miteinander haben.“ Beide kennen und schätzen sich aus der Nationalmannschaft.

M'Bengues Funktionieren im Team ist ein Puzzleteil zu mehr Mannschaftserfolgen. Reif wirkt der BHC in diesen Tagen allerdings noch nicht. Gegen Wetzlar blieben 12:9-, 20:16- und 23:21-Führungen ungenutzt. „Es ist teilweise unerklärlich, warum wir dann die Tore nicht machen. Da lasse ich auch die hohe Belastung nicht als Ausrede für uns gelten“, sagt der Handballer. „Nah dran waren wir in vielen Spielen. Gegen Wetzlar hatten wir dann endlich mal das Glück. Ich hoffe, dass das der Brustlöser war, den wir gebraucht haben – und uns dieser auch für die kommenden Aufgaben hilft.“

Am liebsten freilich schon gegen den VfL Gummersbach. Dass das bergische Derby etwas Besonderes ist, spürt auch M'Bengue. „Wir bestellen ja für unsere Freunde und Familie Tickets. Die Anfragen sind diesmal enorm“, beschreibt er. „Ich bin gespannt, wie sich das anfühlt.“ Die Klingenhalle jedenfalls wird gut gefüllt sein. Nach zuletzt nur knapp 1700 Fans gegen Wetzlar könnten die Löwen am Sonntag vor ausverkauftem Haus spielen. Aktuell sind nur noch Tickets für eine Hintertortribüne sowie ein paar Plätze am Rand der Haupttribüne verfügbar.

Djibril M'Bengue

Bundesliga: Nach vier Jahren beim FC Porto kehrte der gebürtige Schorndorfer ins deutsche Handball-Oberhaus zurück. Der Start beim BHC fiel schwer. „In Zweifel habe ich die Entscheidung aber nie gezogen“, sagt M'Bengue. „Es war nicht das erste kleine Tief meiner Karriere. Da wollte ich mich rauskämpfen.“

Status quo: M'Bengues Form wird immer besser, doch am Ziel sieht er sich noch lange nicht. „Da geht noch mehr“, ist er sich sicher. „Ich bin jetzt im Rhythmus und fühle mich – auch im Spielsystem – immer sicherer. Aber auf beiden Seiten des Feldes habe ich noch Potenzial. Genau wie wir als Team auch.“

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