Handball-Bundesliga

Bei Hinze herrscht eher Wut statt Wehmut

Während der Vorbereitung wird Sebastian Hinze nicht nur mit der Taktiktafel arbeiten, sondern auch die konditionelle Basis legen.
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Während der Vorbereitung wird Sebastian Hinze nicht nur mit der Taktiktafel arbeiten, sondern auch die konditionelle Basis legen.

Der Bergische HC startet in die letzte Wintervorbereitung unter dem alten Trainer.

Von Thomas Rademacher

16 Spiele bestreitet der Bergische HC noch in der Rückrunde der Handball-Bundesliga. Es werden die letzten unter Sebastian Hinze sein. Der Trainer wechselt im Sommer zu den Rhein-Neckar Löwen. Ob angesichts der an diesem Montag beginnenden Wintervorbereitung Wehmut aufkommt? „Da bin ich eh kein Typ für“, sagt der 42-Jährige und ergänzt: „Man könnte ein paar Buchstaben aus der Mitte des Wortes herausnehmen. Das trifft es eher.“ Die Wut bezieht sich offenbar auf die Ereignisse rund um die sportliche Krise seines Teams mit zehn nicht gewonnenen Pflichtspielen in Serie, die im letzten Duell 2021 durch einen 27:26-Erfolg in Hamburg beendet wurde. „Man hat wieder einmal gesehen, wer sich mit der Sache beschäftigt – und wer nicht.“

„Wir werden unsere konditionellen Grundlagen verbessern.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Was und wen Hinze genau meint, lässt er offen, doch es ist naheliegend, dass er sich an extremen Sichtweisen reibt, zumal er anfügt: „Während der Phase war nicht alles schlecht, genauso wie jetzt nicht alles gut ist.“ Daher wird die nun beginnende Vorbereitung wohl richtungsweisend für die Restsaison sein. „Spielerisch werden wir nicht so viel machen, weil zu viele fehlen“, sagt der Trainer, der in den ersten beiden Wochen jeweils nur zwei Einheiten in der Halle geplant hat. „Wir werden unsere konditionellen Grundlagen verbessern.“

Das heißt für das Team, dass viel Laufen und Athletik auf dem Programm stehen. „Es gehört zur Wahrheit, dass wir während des personellen Engpasses auch im konditionellen Bereich Probleme hatten. Das ist kein Vorwurf an irgendwen, schließlich war die Sommervorbereitung verkürzt, und es gab noch einige weitere Faktoren“, erläutert Hinze. „Aber im Dezember waren wir auf diese Basis angewiesen.“ Ziel wird also nicht nur sein, dass die Mannschaft ein hohes Tempo länger durchhalten kann, sondern zum Beispiel auch, dass der vierte Wurf genauso hart ist wie der zweite. So stellt der Coach die rhetorische Frage: „Wann, wenn nicht jetzt, sollen wir so etwas machen?“

In den Halleneinheiten stehen dann vermehrt individuelle Verbesserungen und Kleingruppenarbeit auf dem Programm. „Das Umschaltspiel auf engem Raum wird auch zu den Inhalten gehören“, sagt Hinze, der in der ersten Woche der Vorbereitung auf neun Spieler des Kernkaders verzichten muss. Linus Arnesson und Fabian Gutbrod sind noch verletzt und beginnen frühestens Ende Januar wieder. Langzeit-Ausfall Maciej Majdzinski fehlt ebenfalls weiterhin. Dazu sind Max Darj, Jeffrey Boomhouwer, Tomas Mrkva sowie Tomas Babak bei der Europameisterschaft im Einsatz. Als Erstes kehren Simen Schönningsen und Tom Kare Nikolaisen zurück zum Team. Die beiden Norweger waren mit der B-Nationalmannschaft unterwegs und steigen kommende Woche wieder ins BHC-Training ein.

Yannick Fraatz, der die komplette Hinrunde aufgrund der Reha nach seiner schweren Knieverletzung ausgefallen war, ist in den Einheiten seit einer Weile wieder dabei und wird im Februar vermutlich auch sein Bundesliga-Comeback geben. Tobias Schmitz aus der Reserve sowie Torhüter Joonas Klama, der ein Zweitspielrecht für Bayer Dormagen besitzt, stehen dem Coach ebenfalls zur Verfügung.

„Wir hoffen, dass wir mit dem Kader gut durch die Trainingswochen kommen“, sagt der Coach nicht nur mit Blick auf nie auszuschließende Verletzungen, sondern auch die Omikron-Welle, von der die BHC-Spieler bislang verschont wurden. „Wir testen wieder regelmäßig.“

Zum Abschluss der Vorbereitung möchte Sebastian Hinze am liebsten zwei Testspiele absolvieren. „Mir schweben Begegnungen am 26. Januar und 2. Februar vor – eine ohne die EM-Fahrer und eine mit“, berichtet der Coach, der zumindest beim ersten Termin zuversichtlich ist. „Anfang Februar ist es vielleicht etwas schwieriger, weil die 2. Liga schon wieder anfängt und damit weniger Gegner verfügbar sind.“

Rund um den Bergischen HC

Ausblick: Am Mittwoch, 9. Februar, beginnt die Restsaison in der Handball-Bundesliga für die Löwen mit einem Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen. Anpfiff in der Klingenhalle ist um 18.30 Uhr.

Situation: Der BHC hat als 14. der Tabelle vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, verfügt aber gleichzeitig über Anschluss zum oberen Mittelfeld. Drei Punkte fehlen zu Rang zehn, fünf zu Rang acht.

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