Handball-Bundesliga

Podcast: Beachtliche Aufholjagd des BHC in Berlin bleibt unbelohnt

In einer Auszeit wurde Sebastian Hinze ungewohnt emotional, doch Wirkung hatte die Ansprache des BHC-Trainers. Foto: Mathias M. Lehmann
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In einer Auszeit wurde Sebastian Hinze ungewohnt emotional, doch Wirkung hatte die Ansprache des BHC-Trainers.

Im letzten Saisonspiel verlieren die Löwen 27:29 (13:15) bei den Füchsen Berlin.

Von Thomas Rademacher

Im letzten Spiel dieser Bundesliga-Saison erwischte der Bergische HC bei den Füchsen Berlin einen guten Start, bot eine tolle Aufholjagd, musste sich aber doch geschlagen geben. Die Hauptstädter befinden sich seit einigen Wochen in Topform, zeigten dies phasenweise auch gegen die Löwen und gewannen ihre zehnte Partie in Serie. Beim 29:27 (13:15) fehlte den Gästen jeweils kurz das offensive und defensive Mittel.

Personell kompensierten die Bergischen das Fehlen von fünf Linkshändern sowie den kurzfristigen Ausfall von Kapitän Fabian Gutbrod (Probleme mit der Achillesssehne) zunächst erfolgreich. Renars Uscins erzielte in der Anfangsphase zwei schöne Treffer aus dem Rückraum. Linus Arnesson besorgte mit drei Toren in Serie sogar einen 7:5-Vorsprung.

Je länger die Partie dauerte, desto mehr übernahmen die Hausherren aber die Kontrolle. Sie fanden offensiv Lücken in der BHC-Deckung, ließen in der eigenen Abwehr kaum noch gute Chancen zu und profitierten zudem von ihrem Torhüter Dejan Milosavljev. Der hielt einen Arnesson-Wurf einfach fest und blieb auch gegen den 18-jährigen Julian Thomas Sieger. BHC-Coach Sebastian Hinze stellte um, brachte Tomas Babak als Rechtshänder auf der rechten Rückraumseite und auf der linken in seinem letzten Spiel für den BHC Daniel Fontaine, doch in den letzten sechs Minuten vor der Pause traf nur noch Arnesson per Siebenmeter zum 13:15.

Trainer Hinze mit emotionaler Pausenansprache beim BHC in Berlin

Nach Wiederanpfiff fiel Uscins mit einer schönen Einzelaktion, die zum Tor führte, auf. Und auch Thomas markierte den zweiten Bundesliga-Treffer seine Karriere. Nicht begeistert war Hinze allerdings von der Abwehr. Die Berliner kamen recht einfach zu Toren, was dem Coach hörbar missfiel. Seine Ansage in der Auszeit zeigte Wirkung, so dass sich nun auch die Füchse mühten und zudem mehrmals am eingewechselten Tomas Mrkva zwischen den Pfosten scheiterten.
Fans, Sponsoren und Partner schauten das Spiel Füchse Berlin - BHC übrigens beim Sommerfest an der Wuppertaler Stadthalle. Dort gab es auch überraschende Aussagen zu einer möglichen neuen Halle.

Linus Arnesson war nicht nur der Aktivposten im BHC-Spiel, sondern mit sieben Treffern auch erfolgreichster Schütze.

Durch einen 5:0-Lauf, den Jeffrey Boomhouwer mit einem Abschluss hinter dem Rücken sehenswert komplettierte, waren die Gäste völlig unerwartet wieder auf 21:22 dran. Julian Thomas und Linus Arnesson erzielten sogar noch die Treffer zum 23:23. Die Partie stand nun auf der Kippe, aber Berlin erarbeitete sich wieder einen Vorteil. Lasse Andersson und Paul Drux brachten ihre Farben fünf Minuten vor dem Ende wieder mit zwei Toren in Front.

Dennoch: Der letzte Kraftakt der Saison war aus bergischer Sicht ein ansehnlicher. Max Darj, Arnesson und Babak schafften jeweils noch den Anschluss, bevor dem BHC die Zeit weglief. Fünf Sekunden vor Schluss besiegelte Milos Vujovic den Erfolg für die Hauptstädter.

Trainer Sebastian Hinze zeigt sich insgesamt zufrieden

„Das war eine beachtliche Leistung als Schlusspunkt der Saison“, lobte Geschäftsführer Jörg Föste die Mannschaft. Und auch Trainer Sebastian Hinze zeigte sich insgesamt zufrieden. „Wir hatten eine kleine Phase, in der wir technische Fehler machen und nicht in den Abschluss kommen, und in der zweiten Halbzeit waren wir am Anfang nicht zu 100 Prozent in den Zweikämpfen“, erläuterte der Coach. „Nach meiner emotionalen Auszeit haben die Jungs es aber super gemacht und sich wieder zurückgekämpft. Das zeigt, dass wir jeder Mannschaft Probleme machen können, wenn wir so auftreten. Da ist die Besetzung, mit der wir auftreten, dann auch egal.“
Dazu passt: Neues von EX-BHC-Spielern - Petrovsky steigt auf, Szilagyi ist Meister

Standpunkt von Thomas Rademacher: Die Lust auf mehr

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Die Saison war lang und anstrengend. Gerade die vergangenen beiden Monate, als der BHC 14 Bundesliga-Spiele in 54 Tagen absolvierte, war für alle Beteiligten eine enorme Belastung. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Löwen in der zweiten Halbzeit beim 16:22-Zwischenstand in der 40. Minute bei den Füchsen Berlin nicht haben abreißen lassen. Im Gegenteil: Sie setzten zu einem letzten Kraftakt an und schafften beim 23:23 sogar noch einmal den Ausgleich gegen den diesmal haushohen Favoriten. Die Hauptstädter hatten schließlich neun Mal in Folge gewonnen.

Ein Zurückkommen in dieser Form nötigt immer Respekt ab. Aber am letzten Spieltag, an dem es für das Hinze-Team nur noch um den elften oder zwölften Platz ging, lässt sich das mit besonderer Überzeugung sagen. Die Leistung wird in Erinnerung sein, wenn in ein paar Wochen die Vorfreude auf die neue Saison beginnt. Sie macht Lust auf mehr.

Dasselbe gilt für die Rückkehr von Zuschauern. Was in der Klingenhalle vorigen Mittwoch beim letzten Heimspiel gegen Stuttgart oder am Sonntag beim BHC-Sommerfest los war, will man einfach nie wieder missen müssen.

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