Interview

Baldige Fan-Rückkehr unwahrscheinlich

Jörg Föste (gestikulierend im schwarzen Shirt) hat derzeit bei den Heimspielen des Bergischen HC die Tribüne für sich und den Kern der Mannschaft. Foto: Moritz Alex
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Jörg Föste (gestikulierend im schwarzen Shirt) hat derzeit bei den Heimspielen des Bergischen HC die Tribüne für sich und den Kern der Mannschaft.

BHC-Geschäftsführer Jörg Föste lobt das Hygienekonzept der Handball-Bundesliga.

Das Gespräch führte Thomas Rademacher

Der Bergische HC ist mit 7:3-Punkten in die neue Saison der Handball-Bundesliga gestartet. Am kommenden Samstag empfangen die Löwen die SG Flensburg-Handewitt in der Klingenhalle – es wird sich wohl erneut um ein Geisterspiel handeln. Im Rahmen des eigenen Einflussbereichs kommt der BHC bislang aber gut durch die Krise, findet Geschäftsführer Jörg Föste.

Herr Föste, was überwiegt bei Ihnen? Die Freude über die sportlichen Erfolge oder die Sorge rund um die Corona-Entwicklung?

Jörg Föste: Sagen wir so: Das eine können wir beeinflussen, das andere nur bedingt durch unser Verhalten. Die sportliche Entwicklung ist wirklich sehr erfreulich. Man sieht, dass wir weitergekommen sind. Die Trainingsarbeit ist außerordentlich, das Coaching herausragend. Wir haben einen ausgewogenen Kader, der für die Möglichkeiten des BHC perfekt besetzt ist. Dass wir zuletzt in Hannover 30:30 gespielt haben, schreibe ich einem Großteil dem Umstand zu, dass wir einen großen Kader haben, der in der Lage ist, Ausfälle wie von Linus Arnesson und Max Darj zu kompensieren, ohne an Qualität einzubüßen. Dazu ist die Moral des Teams einfach nur vorbildlich. Was Corona betrifft, hatten wir in unserem Team und seinem engsten Kern noch keinen einzigen Fall. Das spricht für das professionelle Verhalten aller Beteiligter.

Machen Sie der Mannschaft aufgrund des hohen Inzidenzwerts im Bergischen Land besondere Vorschriften?

Föste: Nicht mehr als vorher auch. Wir haben schon in der Vorbereitung darauf geachtet, uns bestmöglich zu schützen. Es reicht vollkommen, wenn man an die Vernunft appelliert und sich jeder entsprechend verhält. Würden das alle so handhaben, könnte es nicht zu den derzeitigen Ansteckungszahlen kommen – zumindest nicht in der Breite.

Max Darj fiel zuletzt mit einem grippalen Infekt aus. Er wurde sicherheitshalber ein zweites Mal auf Covid-19 getestet – mit negativem Befund. Wissen Sie, was genau passiert, wenn doch mal ein Spieler positiv sein sollte?

Föste: Wir haben schon ein paar Mal Testungen außerhalb der üblichen Frequenz vorgenommen, wenn jemand aus unserer Gruppe über Symptome geklagt hat. Das Gleiche war nun bei Max der Fall. Mit einem positiven Fall müssen wir uns zum Glück noch nicht befassen, dennoch macht es Sinn, sich im Konjunktiv zu bewegen, weil es natürlich nicht auszuschließen ist. Wäre jemand aus dem Mannschaftskern positiv, würde er natürlich vom Rest isoliert. Der Vorteil der Regeltestungen ist aber, dass es wohl nicht notwendig wäre, Großteile des Teams in Quarantäne zu schicken. Das Hygienekonzept der Handball-Bundesliga funktioniert bislang ausgezeichnet. Das zeigt sich auch dadurch, dass wir noch keinen Spielausfall zu verzeichnen hatten. Da glaube ich auch nicht an einen Zufall im Vergleich zu anderen Ligen, in denen es schon vielfach zu Absagen gekommen ist.

Am Samstag kommt Flensburg in die Klingenhalle. Wie groß ist die Hoffnung, dass Fans dabei sein dürfen?

Föste: Die Sieben-Tage-Inzidenz am Tag vor der Veranstaltung muss unter 35 (in Solingen aktuell 229,4; d. Red.) liegen. Das ist entscheidend, so dass alle Zahlen seit Samstag gezählt werden müssen. Ich gehe also leider davon aus, dass man wohl schon am Montag entscheiden wird, dass ohne Publikum gespielt werden muss.

Wird das am 15. November gegen den THW Kiel im ISS Dome anders sein?

Föste: Der Inzidenzwert in Düsseldorf liegt derzeit bei etwa 100. Das heißt, ein Promille der Bevölkerung ist infiziert. Es zählt derzeit offensichtlich nur, wer krank, und nicht, wer gesund ist. Am 5. November findet ein Handball-Länderspiel im ISS Dome statt. Dort werden wir sehen, inwieweit dem Hygienekonzept in der aktuellen Lage vertraut wird. Für uns ist das richtungsweisend.

Zuschauer

Die Handball-Clubs belastet die Aussperrung von Publikum finanziell und atmosphärisch. Dass an manchen Spielorten vor Fans gespielt wird und an anderen nicht, ordnet Jörg Föste aber nicht als Wettbewerbsverzerrung ein: „Für uns ist das in diesen Tagen nicht relevant. Wir nehmen es als positive Stimulanz wahr, dass Menschen in der Halle sind – auch wenn sie gegen uns sind.“

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