Handball

Babaks Rückkehr tut den Löwen „total gut“

Der zweikampfstarke Tomas Babak konnte knapp anderthalb Monate nicht antreten und wurde als Alternative auf der Spielmacher-Position schmerzlich vermisst. Foto: Moritz Alex
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Der zweikampfstarke Tomas Babak konnte knapp anderthalb Monate nicht antreten und wurde als Alternative auf der Spielmacher-Position schmerzlich vermisst.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC empfängt die SG Flensburg-Handewitt in der Wuppertaler Unihalle.

Von Thomas Rademacher

Die 17:32 (8:14)-Niederlage bei den Füchsen Berlin wirkte in der Mannschaft des Bergischen HC nach. Je länger die Partie gedauert hatte, desto mehr Individual-Handball spielten die Löwen, die sich letztlich in ihr Schicksal ergaben und mit der dicksten Packung seit langer Zeit zurück nach Hause geschickt wurden. „Die Jungs wissen, dass das nicht gut war“, sagt Trainer Sebastian Hinze. „Im Training war das auch spürbar. Das ist immer intensiv, aber in dieser Woche war noch einmal mehr Zug drin. Geholfen hat sicher auch, dass wir seit langem mal wieder sechs gegen sechs spielen konnten.“ So kehrt Tomas Babak am Samstagabend (18.30 Uhr, Unihalle Wuppertal) gegen die SG Flensburg-Handewitt zurück in den Löwen-Kader.

„Dass Tomas wieder voll dabei ist, tut uns total gut“, sagt Hinze. Zum einen lastet nicht mehr ganz so viel Druck auf Linus Arnesson, weil in Babak ein zweiter Spielmacher bereitsteht. Dazu wisse der Tscheche ganz genau, was in welcher Situation des BHC-Spielsystems zu tun sei. „Eigentlich haben das alle verinnerlicht, aber in Berlin haben wir viele Dinge, die bei uns ansonsten selbstverständlich sind, nicht mehr umgesetzt.“

„Wir müssen uns auf uns konzentrieren, unseren Handball spielen – und vor allem: bis zum Ende kämpfen.“

Tomas Babak, BHC-Spielmacher

Umso fundamentaler sei es unter der Woche gewesen, auch im Training noch ein paar „Anker zu setzen“, wie Hinze es formuliert. „Es ist wichtig, dass wir auch in den bittersten Spielphasen, in denen alle sauer sind, auf unser Grundsystem zurückgreifen können. Da muss jeder wissen, was er zu tun hat. Das sind wir noch mal durchgegangen.“ Bedeutsam sei in solch kritischen Spielphasen auch, Mut nicht mit Übermut zu verwechseln. „Es gilt, mit Überzeugung und Disziplin zu spielen, selbst wenn alle aufgrund des Verlaufs gefrustet sind.“

Arnor Gunnarsson und der Bergische HC bissen sich in Berlin die Zähne an Torhüter Dejan Milosavljev aus. Solche Misserfolge sollen künftig weniger Wirkung entfalten.

So schmerzlich die 15-Tore-Niederlage war, hatten die Löwen nicht von Anfang an derart unterlegen ausgesehen. „In den ersten 20 Minuten hat sich Berlin extrem schwer mit unserer Deckung getan. Wir haben aber unsere Chancen nicht genutzt. So etwas wird immer wieder passieren. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen“, beschreibt der Trainer. Gegen die SG Flensburg-Handewitt gehe es daher am Samstag nur in zweiter Linie um das Ergebnis. „Klar wollen wir gewinnen“, sagt Tomas Babak, der nach einem Bandscheibenvorfall in den Kader zurückkehrt. „Aber wir müssen uns auf uns konzentrieren, unseren Handball spielen – und vor allem: bis zum Ende kämpfen. Wenn das alles klappt, schauen wir auf das Ergebnis.“

Der Tscheche fühlt sich nach den ersten drei kompletten Einheiten mit der Mannschaft wohl. „Es zwickt zwar hier und da etwas mehr als üblich“, sagt der Spielmacher, der immerhin knapp anderthalb Monate ausgefallen war. „Aber Schmerzen habe ich keine. Ich bin mir sicher, dass ich am Samstag spielen kann.“ Noch unklar ist, wann Max Darj auf das Feld zurückkehrt. Der schwedische Kreisläufer ist in Teilen des Mannschaftstrainings wieder dabei. „Wahrscheinlich ist er noch keine Option für das Spiel, aber ich will nicht ausschließen, dass er sich warm macht.“ Lukas Stutzke fehlt mit einem Muskelbündelriss allerdings weiterhin.

Dass die Löwen gegen Flensburg eine Reaktion zeigen wollen, dürfte klar sein. Dass sie selbst bei einer optimalen Leistung auf einen schwächelnden Gegner hoffen müssen, ebenfalls. Die Nordlichter reisen als haushoher Favorit an. „Sie hatten zu Beginn der Saison extremes Verletzungspech und hatten – auf einem anderen Level, aber ähnlich wie wir – nur eine Rückraum-Besetzung zur Verfügung“, sagt Hinze. „Da haben sie dann auch Punkte abgegeben. Jetzt sind eigentlich alle wieder dabei, und die Qualität ist auch in der Breite sehr hoch.“ In der Liga hat der Tabellenvierte seine jüngsten drei Spiele gewonnen, in der Champions League verlor das Team unter der Woche in Saporoshje deutlich. Der zuletzt an Covid-19 erkrankte Simon Hald war bereits wieder mit dabei.

Rund um den BHC

Zuschauer: Der Bergische HC gab am Donnerstagabend bekannt, die Unihalle aufgrund der aktuellen politischen Beschlüsse nur mit einem Drittel auslasten zu dürfen. Demnach erhalten lediglich Dauerkarten-Inhaber und Partner Zutritt. In der Unihalle herrscht Maskenpflicht – ab Samstag auch am Sitzplatz. Tagestickets können gegen eine Karte für ein zukünftiges Spiel eingetauscht werden.

Bilanz: 16 Mal ist der BHC bislang in der Bundesliga auf die SG Flensburg getroffen. 15 Partien gingen an die Norddeutschen, einen Sieg feierte der BHC. Im März 2015 hieß es in der Unihalle 36:31. Nah dran am Punkt waren die Löwen auch beim 20:21 im Februar 2020.

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