Handball-Bundesliga

BHC arbeitet sich hart in die Erfolgsspur zurück

Drasko Nenadic (l.), Justin Kurch und ihre Coburger Kollegen ließen Linus Arnesson (in der Luft) oder Max Darj nie viel Raum – der Bergische HC triumphierte trotzdem.
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Drasko Nenadic (l.), Justin Kurch und ihre Coburger Kollegen ließen Linus Arnesson (in der Luft) oder Max Darj nie viel Raum – der Bergische HC triumphierte trotzdem.

Bergischer HC landet beim 28:24 gegen Coburg den ersten Erfolg seit mehr als sieben Wochen

Von Timo Lemmer

Der Weg zum ersten Bundesliga-Sieg nach 53 Tagen war ein mühsamer. Wohl mühsamer, als von den meisten prognostiziert. Doch letztlich fuhr der Bergische HC am Donnerstagabend gegen Coburg den vierten Erfolg der Spielzeit ein. Der war schwer erarbeitet, aber auch total verdient: Beim 28:24 (13:12) gegen die Oberfranken agierten die Löwen dabei nach zuletzt 1:11-Punkten mitunter fahrig, bisweilen gar verunsichert, ließen sich davon allerdings nie aus der Bahn werfen oder entmutigen und machten Misserfolgen zum Trotz weiter. „Zu Beginn hat man schon gemerkt, dass wir ein bisschen Druck hatten“, sah Trainer Sebastian Hinze zunächst eine „Handbremse“ im Spiel: „Aber letztlich wurde es Stück für Stück souverän.“

Dass die Löwen zuletzt kein Selbstvertrauen tanken konnten, war lange zu spüren. Insbesondere der Auftakt war holprig, erst in der Phase des Absetzens ab der 40. Minute waren vermehrt Selbstverständlichkeiten und Spielwitz zu erkennen. Davor lag beschwerliche Kleinarbeit, und ein zittriger Auftakt: Erst nach 380 Sekunden warf Rückkehrer Linus Arnesson, zunächst nur defensiv eingesetzt, das erste BHC-Tor. Ehe der Schwede zum 1:2 ins verwaiste Coburger Gehäuse traf, hatte Tomas Babak schon unbedrängt ins Aus gepasst, und waren Arnesson sowie Fabian Gutbrod bereits ein-, David Schmidt gar schon zweifach an Konstantin Poltrum gescheitert. Der 26-jährige HSC-Schlussmann ist seit einigen Wochen top in Schuss, konnte sich aber auch immer wieder bei unvorbereiteten Werfern bedanken – und alles lief durchs Zentrum. Erst nach mehr als neun Minuten gelang David Schmidt zum 2:4 das erste Tor aus dem gebundenen Angriffsspiel.

Dabei suchte der BHC auffallend monothematisch die Mitte für seine Abschlüsse. Das war geplant, doch da die Gäste-6:0 um Anker Stepan Zeman (zwei frühen Zeitstrafen zum Trotz) äußerst massiv stand auch nicht immer aussichtsreich. So brachte der BHC den Gäste-Riegel zunächst zu selten in Bewegung. Die Außen standen im Grunde über 60 Minuten vergeblich in ihren Ecken, was eigene Abschlüsse betrifft: Lediglich Yannick Fraatz, der nach seinem starken Spiel in Kassel beginnen durfte, erhielt eine Ablage.

Was hingegen schon vor der Pause funktionierte: Das Spiel über den Kreis, sofern sich der Vorlagengeber zuvor glaubhaft selbst in Stellung gebracht hatte. Arnesson brachte seinen gefürchteten Pass hinter dem Rücken an Tom Kare Nikolaisen, der defensiv Csaba Szücs im Innenblock vertrat. Doch erst als Schlussmann Tomas Mrkva vor dem Seitenwechsel ein paar gute Chancen vereitelte, und Coburgs Auslösehandlungen über Pontus Zetterman besser verteidigt wurden, holte sich der BHC mit dem 8:7 durch Gutbrod nach 18 Minuten die erste Führung – sie wechselte nun nicht mehr.

Mrkva dreht auf, der Rückraum wird sicherer

Allerdings blieb es lange knapp. Erst nach 40 Spielminuten entschloss sich der BHC für eine kurze Phase, auf die zweite Welle zu gehen. Unterstützt durch einen in der zweiten Hälfte herausragenden Mrkva – aber auch durch Gäste, die in Kaderbreite und Qualität an ihre Grenzen stießen. Von 17:16 ging es über 22:18 auf bis zu 27:22. Zwar gelang auch jetzt offensiv nicht alles, den bisherigen Trott schüttelten die Löwen aber ab. Maciej Majdzinski – der nach der Pause oft gute Entscheidungen traf und für Schmidt durchspielte – gelangen gute Würfe, Arnesson setzte Landsmann Max Darj in Szene, und Fraatz blieb vom Siebenmeterstrich eiskalt. Die höhere Teamqualität setzte sich durch. Coburg fuhr so auch nach zehn Spielen punktlos gen Heimat, während der BHC erstmals wieder das Siegesgefühl genoss – überschwängliche Freude löste der Arbeitssieg aber nicht aus. Eher Erleichterung, weil das Selbstverständnis nicht dauerhaft erschüttert wurde.

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