Handball

Amt des Wasserwartes hat seinen Schrecken verloren

Bei Top-Partner Coroplast entstand das offizielle Mannschaftsfoto zur Saison 2022/23. Hintere Reihe (v.l.): Physiotherapeutin Franziska Wittig, Physiotherapeut Severin Feldmann, Lukas Stutzke, Alexander Weck, Csaba Szücs, Fabian Gutbrod, Frederik Ladefoged, Geschäftsführer Jörg Föste, Mannschaftsarzt Dr. Robert Weindl; Mittlere Reihe (v.l.): Betreuer Siegfried Knapik, Teamassistent Jan Artmann, Ahtletiktrainer Oliver Schumacher, Tomas Babak, Linus Arnesson, Djibril M'Bengue, Simen Schönningsen, Tom Bergner, Tom Kare Nikolaisen, Cheftrainer Jamal Naji, Co-Trainer Peer Pütz, Co-Trainer Markus Pütz; Vordere Reihe (v.l.): Arnor Gunnarsson, Yannick Fraatz, Isak Persson, Christopher Rudeck, Louis Oberosler, Peter Johannesson, Tim Nothdurft, Noah Beyer, Tobias Schmitz.
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Bei Top-Partner Coroplast entstand das offizielle Mannschaftsfoto zur Saison 2022/23. Hintere Reihe (v.l.): Physiotherapeutin Franziska Wittig, Physiotherapeut Severin Feldmann, Lukas Stutzke, Alexander Weck, Csaba Szücs, Fabian Gutbrod, Frederik Ladefoged, Geschäftsführer Jörg Föste, Mannschaftsarzt Dr. Robert Weindl; Mittlere Reihe (v.l.): Betreuer Siegfried Knapik, Teamassistent Jan Artmann, Ahtletiktrainer Oliver Schumacher, Tomas Babak, Linus Arnesson, Djibril M'Bengue, Simen Schönningsen, Tom Bergner, Tom Kare Nikolaisen, Cheftrainer Jamal Naji, Co-Trainer Peer Pütz, Co-Trainer Markus Pütz; Vordere Reihe (v.l.): Arnor Gunnarsson, Yannick Fraatz, Isak Persson, Christopher Rudeck, Louis Oberosler, Peter Johannesson, Tim Nothdurft, Noah Beyer, Tobias Schmitz.

Die Mannschaftsämter werden traditionell in Reihenfolge des Alters gewählt – die Jüngsten haben also die unbequemsten Aufgaben.

Von Thomas Rademacher

Sieben Zugänge muss der Bergische HC in der neuen am Sonntag beginnenden Bundesliga-Saison integrieren. Das gilt nicht nur auf, sondern auch neben dem Handballfeld. Bei der Vergabe der Mannschaftsämter, die in dem Sport bis hin zur Kreisklasse Tradition haben, kam es diesmal nicht zu größeren Reibereien. Kassenwart Christopher Rudeck hat dennoch alles im Blick, denn: Das fehlerhafte oder ausbleibende Ausführen des Amtes kostet eine Strafzahlung in die Teamkasse. Wir blicken auf die kleinen Zusatzaufgaben, die die Profis in der Mannschaft übernehmen – inklusive teils leicht ironischen Kommentaren Rudecks. Gewählt wurde – und auch das hat Tradition – in Reihenfolge des Alters.

Csaba Szücs (35 Jahre, Abwehrspezialist – Leibchen, wie vorher): Der Slowake wird den Saisonstart aufgrund eines Sehnenrisses am Fuß verpassen, hat aber nur wenig Stress mit seinem Amt. Er ist für das Waschen der Leibchen, die das Team zum Beispiel beim Fußballspielen verwendet, zuständig. „Das macht er zuverlässig. Zumindest nehme ich keine unangenehmen Gerüche wahr.“ Szücs nutzt die Waschmaschine im Leistungszentrum.

Arnor Gunnarsson (34, Rechtsaußen – Ballpumpe, wie vorher): Dass der Isländer, der in seine letzte Saison als Aktiver geht, bevor er in den Trainerstab wechselt, die Ballpumpe bekommt, ist „in Stein gemeißelt“. Er muss die Gerätschaft lediglich dabei haben und bei Bedarf zur Verfügung stellen. „Einfacher geht es nicht.“

Fabian Gutbrod (34, Rückraum links – Bierwart, vorher David Schmidt): Bislang war der aktuell am Knie verletzte Kapitän für kulturelle Aktivitäten zuständig. „Das Amt hat er zum Glück abgegeben. Man kann sagen, dass er relativ inaktiv war. Ich kann mich jedenfalls nicht an eine Teamveranstaltung erinnern.“ Gutbrod schiebe es auf die Corona-Pandemie, so dass Kassenwart Rudeck nicht einmal eine Strafe kassieren konnte. Nun kümmert sich der Rückraum-Rechtshänder darum, dass stets ein Kasten Bier mitgebracht wird, wenn dies angebracht ist. Welcher Handballer fällig ist, hängt von Spiel-Ereignissen ab. Fängt der gegnerische Torhüter, kostet es genauso einen Kasten wie das 30. oder 40. Tor. „Neu ist ein Aufsetzer, der über die Latte geht. Das sieht nicht gut aus und muss bestraft werden.“ Gutbrod trete übrigens in große Fußstapfen. „David Schmidt war ein Bierwart auf Champions-League-Niveau.“

Linus Arnesson (32, Spielmacher – Taktiktafel, wie vorher): „Er hat ein Riesenglück, da sein Amt wohl obsolet geworden ist.“ Der schwedische Führungsspieler muss Trainer Jamal Naji die Taktiktafel zur Verfügung stehen. Im Leistungszentrum, wo das Team trainiert, ist sie stets vor Ort. „Und bei den Spielen hat der Coach eine eigene kleine, so dass Linus nichts zu tun hat.“

Peter Johannesson (30, Torhüter – Harz, vorher Tomas Mrkva): Der Zugang hat von seinem direkten Vorgänger zwischen den Pfosten das Amt übernommen. Es muss stets ausreichend Harz vorhanden sein. „Gefühlt hat er bisher zu jedem Spiel eine neue Dose mitgenommen, so dass wir jetzt zig geöffnete haben. Mal schauen, wie sich das entwickelt.“

Djibril M'Bengue (30, Rückraum rechts – Creme/Öl/Shampoo, vorher Jeffrey Boomhouwer): Ähnlich wie beim Harz geht es um das Vorhandensein der betreffenden Utensilien. „Spannend wird es während der Nationalmannschaftspausen. Jeffrey musste immer zahlen, weil er nicht vorgesorgt hatte, plötzlich nichts mehr da war und er mit den Niederlanden unterwegs war.“

Tomas Babak (28, Spielmacher – Hausmeister, wie vorher): Der Tscheche sorgt für Handtücher im Training und muss überprüfen, dass Kabinen und Bus bei Auswärtsfahrten sauber hinterlassen werden. „So ernst wurde das Amt bislang nicht ausgeführt. Es war gerade noch so im Rahmen, aber da muss mehr kommen.“

Christopher Rudeck (27, Torhüter – Kassenwart, wie vorher): Mit harter Hand kassiert der Schlussmann, der in seine achte BHC-Saison geht, Beiträge und Strafzahlungen. „Ärger gibt es nicht. Bei mir ist alles nachvollziehbar. Gleiches Recht für alle.“ So streng sei er gar nicht mehr, wie Rudeck selbst betont. „Ich habe schon hin und wieder ein Auge zugedrückt, aber es gibt eben Regeln, an die man sich zu halten hat.“ Die Strafbeträge wurden inzwischen übrigens erhöht – oder wie Rudeck es nennt: an die Inflation angepasst.

Simen Schönningsen (26, Rückraum rechts – Musik, wie vorher): Der Norweger ist für die Beschallung beim Krafttraining und in der Kabine zuständig. „Die Musikauswahl hat sich verbessert – er traut sich jetzt, mehr Hip Hop zu spielen.“ In der vorigen Saison sei dies anders gewesen. „Max Darj hat sowas schnell ausgemacht.“ Der nach Berlin gewechselte Kreisläufer habe einen eher konservativen Geschmack.

Frederik Ladefoged (26, Kreisläufer – Kaffee, vorher Tom Kare Nikolaisen): Das Reinigen der Maschine gehört in der Theorie auch zu den Aufgaben des dänischen Zugangs. Vor allem aber muss er sich um den Kauf von Kaffee kümmern und die Maschine mit zu den Heimspielen nehmen. „Das nervt schon hin und wieder.“

Noah Beyer (25, Linksaußen – Bälle, vorher Tom Bergner): Früher war diese Aufgabe sehr unbeliebt, weil der Ballsack im Winter niemals im Auto bleiben darf und der Transport von Halle zu Halle anstrengend war. „Wie so viele Ämter hat auch dieses seinen Schrecken durch das Leistungszentrum verloren. Eigentlich muss Noah nur noch 34 Mal die Bälle einpacken.“ Nämlich bei den Bundesligaspielen.

Tim Nothdurft (25, Linksaußen – Wasser, vorher Joonas Klama): Eigentlich ist das Herumschleppen von Wasserkästen stets das Amt der Jüngsten, weil es keiner machen möchte. Doch Zugang Tim Nothdurft wählte die Aufgabe ohne Not. „Ich denke, er hätte es leichter haben können, wenn man auch einräumen muss, dass das Wasser-Amt nicht mehr ganz so ätzend wie früher ist. Zu meiner Zeit als Jüngster hatte ich das Auto immer voll mit Wasser.“ Jetzt lagern die Kästen im Leistungszentrum und müssen nur von Etage zu Etage gebracht werden.

Tom Kare Nikolaisen (24, Kreisläufer – Termine/Tickets/Geburtstage, vorher Max Darj): Der Norweger nimmt die Ticketbestellungen der Mannschaft für die Heimspiele entgegen und trägt alle relevanten Termine inklusive Geburtstagen in eine App ein. „Er macht das bisher sehr gewissenhaft.“

Lukas Stutzke (24, Rückraum links – Kultur, vorher Fabian Gutbrod): Der Leverkusener hat seinen Mitspielern seine Heimat bereits vorgestellt. Auf einem Volksfest ging es hoch her. „Tadellos macht er das bisher. Er sucht jetzt auch nach einem Termin zum Wasserski.“ Die Aktivitäten abseits des Handball-Geschehens sind freiwilliger Natur. „Hauptsache, das Angebot ist da.“

Yannick Fraatz (23, Rechtsaußen – Auswärtsspiel-Essen und Tassen, wie vorher): Nach den Auswärtsspielen muss Fraatz die Essensboxen zurück zum Lieferanten nach Wuppertal bringen. Zusätzlich ist er für die Kaffeetassen zuständig, die das Team zu den Spielen im Bus mitnimmt. „Da das Essen aus Wuppertal kommt und er dort wohnt, hat sich niemand sonst für dieses Amt aufgedrängt.“

Tom Bergner (22, Kreisläufer – Wasser, vorher Alexander Weck): Weil die noch auswählbaren Aufgaben noch anstrengender sind, entschied sich das Kreisläufer-Talent für das zweite Wasser-Amt.

Alexander Weck (21, Rückraum links – Eisbox, vorher Sebastian Damm): Der Solinger muss vor jedem Training in den zweiten Stock des Leistungszentrums zur Eismaschine gehen und die Box mit Leben füllen. „Der Weg kann schon lang werden.“ Außerdem nimmt Weck die Kühlpacks mit zu den Spielen und ist auch in den Hotels für die richtige Lagerung zuständig.

Isak Persson (21, Rechtsaußen – Physiowart, vorher Emil Hansson): Der schwedische Zugang muss die Massagebank für Physiotherapeut Severin Feldmann dabei haben und ab und zu auch Rezepte in der Apotheke einlösen. „Dieses Amt hat das größte Potenzial für Strafzahlungen. Davon bin ich überzeugt.“ Und das hat einen Grund: Isak Persson hat noch keinen Führerschein.

Louis Oberosler (19, Torhüter) und Tobias Schmitz (21, Linksaußen): Der neue dritte Torhüter verbringt die Hälfte seiner Zeit mit Doppelspielrecht bei Drittligist TuS 82 Opladen und hat kein Amt. Selbiges gilt für Tobias Schmitz, der im erweiterten Kader ist, überwiegend aber bei Regionalligist BHC II zum Einsatz kommt. Beide helfen im Bedarfsfall aus.

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