Handball

Als der BHC anruft, zögert Schönningsen keine Minute

Simen Schönningsen hat seine handballerischen Stärken schon in den Testspielen demonstriert. Er verfügt zum Beispiel über ein starkes Zweikampfverhalten. Foto: Mathias M. Lehmann
+
Simen Schönningsen hat seine handballerischen Stärken schon in den Testspielen demonstriert. Er verfügt zum Beispiel über ein starkes Zweikampfverhalten.

Handball: Der norwegische Zugang freut sich, in der Bundesliga gegen seinen Freundeskreis zu spielen

Von Thomas Rademacher

Simen Schönningsen hat in der vorigen Saison das erreicht, wovon viele Handballer in Deutschland träumen. Mit Elverum Handball trat der Norweger in der Champions League an. „Das ist natürlich etwas Tolles, aber man muss eben auch zugeben, dass wir mit der Mannschaft in der Bundesliga wohl nicht oben mitspielen würden“, ordnet der 25-Jährige ein. „Wir hatten den Vorteil, das beste Team in Norwegen zu sein, aber die Bundesliga ist viel stärker. Es war immer mein Traum, dort zu spielen.“ Deshalb musste Schönningsen auch nicht lange überlegen, als ihm im vorigen Winter das Angebot vom Bergischen HC vorlag. „Es war fast unmöglich ‘nein’ zu sagen.“

Der Rückraum-Linkshänder hätte auch in dieser Saison wieder in der Königsklasse antreten können, stattdessen wird er für mindestens zwei Jahre Teil des BHC auf dem Weg, sich nach und nach in der oberen Tabellenhälfte zu etablieren, sein. Und – so ehrlich ist der komplett entspannt wirkende Skandinavier – ein weiterer Grund spielt auch eine Rolle: „In Deutschland kann man mit Handball viel mehr Geld verdienen als in Norwegen.“ Schönningsen legt den Fokus auf seine Handballkarriere, ohne genau zu wissen, welchen Schritt er als Nächstes gehen möchte. „Zunächst mal geht es darum, in der Bundesliga Fuß zu fassen und einen Platz zu finden, an dem ich mich wirklich wohl fühle. Gut möglich, dass es sich dabei um das Bergische Land handelt.“

Den kühnen Traum, irgendwann für den THW Kiel aufzulaufen, hat der Norweger nicht. Auch wenn er sich bei den Norddeutschen gewiss sehr wohl fühlen würde. Schließlich spielt Sander Sagosen dort. Der aktuell wohl beste Handballer der Welt gehört zu Schönningsens Freundeskreis – genau wie Magnus Röd von der SG Flensburg-Handewitt. „Wir kennen uns durch den Handball schon ewig, haben uns auch privat immer besser verstanden und viel zusammen unternommen.“

„Wir konzentrieren uns beide auf unsere Karrieren, sind aber so oft wie möglich zusammen.“

Simen Schönningsen über seine Fernbeziehung

Wenn man Schönningsen zuhört, wird klar, dass sein Lebensweg immer schon vom Handball geprägt wurde. So lernte er seine Freundin Moa Högdahl vor sieben Jahren im Rahmen einer regionalen Meisterschaft kennen. Die 25-Jährige kommt aus Trondheim, er aus Oslo – bei mehr als sechs Stunden Autofahrt war es also von Beginn an eine Fernbeziehung. „Und so ist es auch heute noch. Wir konzentrieren uns beide auf unsere Karrieren, sind aber so oft wie möglich zusammen“, sagt Schönningsen.

Högdahl spielt ebenfalls auf höchstem Level. Sie ist norwegische Nationalspielerin und tritt sei drei Jahren für Viborg HK in Dänemark an. Die dortige Liga gehört zu den besten überhaupt. „Wenn einer von uns ein paar Tage frei hat, besuchen wir uns“, erläutert der Handballer, der sich freut, dass sie bei seinen ersten beiden Bundesligaspielen in der Halle dabei sein wird. „Irgendwann wollen wir natürlich zusammenziehen. In Deutschland könnte sie zum Beispiel gut bei Borussia Dortmund spielen. Das ist ja nicht weit weg von hier.“

Der Bergische HC ist im Übrigen bereits Schönningsens zweite Station in Deutschland. 2017/18 trat er in der 2. Liga für HBW Balingen-Weilstetten an und traf in dieser Saison sogar auf den BHC. „Leider haben wir damals den Aufstieg verpasst, so dass es mir sinnvoller erschien, nach Dänemark zu wechseln.“ Auch wenn er sich im Englischen wohler fühlt, kann er auf die damals erworbenen Deutschkenntnisse noch heute zurückgreifen. Die Integration bei seinem neuen Team fiel entsprechend einfach. „Es ist zu spüren, dass sich alle in der Mannschaft schon lange kennen, aber ich habe mich vom ersten Tag an willkommen gefühlt.“

Dafür sorgte auch Teamassistent Jan Artmann, mit dem Schönningsen ein Hobby teilt: das Golfen. „Wir waren schon ein paar Mal spielen. Er ist besser als ich“, räumt der 25-Jährige ein. „Noch.“ Der Norweger hat ein 21er-Handicap. „Jan liegt bei etwa 17.“

Zur Person

Anfänge: Mit sechs Jahren begann Simen Schönningsen Fußball und Handball zu spielen. „Fußball wurde zu schnell zu ernst“, blickt er zurück. „Als ich dort vor die Wahl gestellt wurde, mich zu entscheiden, habe ich dem Handball den Vorzug gegeben. Es hat mir einfach mehr Spaß gemacht.“

Nationalteam: Im Nachwuchs durchlief der Norweger alle Nationalmannschaften, zwei Mal durfte er auch bei den Männern dabei sein. „Wenn ich eingeladen werde, mache ich es natürlich wieder“, sagt der 25-Jährige. „Aber mein Fokus liegt auf dem BHC in der Bundesliga.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Löwen wechseln zum ersten Mal in die Außenseiterrolle
Löwen wechseln zum ersten Mal in die Außenseiterrolle
Löwen wechseln zum ersten Mal in die Außenseiterrolle
BHC schlägt Hamburg - Bergische Löwen dürfen mit ihren Fans feiern
BHC schlägt Hamburg - Bergische Löwen dürfen mit ihren Fans feiern
BHC schlägt Hamburg - Bergische Löwen dürfen mit ihren Fans feiern

Kommentare