Handball-Bundesliga

Alois Mraz sehnt das schöne Gefühl von einst in der Klingenhalle herbei

Alois Mraz als Coburgs Trainer mit Pouya Norouzi – das Duo will den Null-Punkte-Status beim BHC beenden. Foto: imago
+
Alois Mraz als Coburgs Trainer mit Pouya Norouzi – das Duo will den Null-Punkte-Status beim BHC beenden.

Coburgs Cheftrainer, früher in Solingen unter Vertrag, steht noch bei null Punkten.

Von Jürgen König

Riesige Wiedersehensfreude, gepaart mit großem Druck – so stellt sich die Lage an diesem Donnerstagabend für den Mann dar, der die sportliche Verantwortung beim HSC Coburg trägt: Alois Mraz. Der 42-Jährige kam 2001 aus Pilsen zur SG Solingen, deren Erstliga-Abstieg er nicht verhindern konnte und die er 2005 Richtung Hamburg verließ. „Mit der Klingenhalle verbinde ich viele Erlebnisse und eine schöne Zeit. Die möchte ich jetzt aber dort mit Coburg haben“, weiß Mraz um die Bedeutung der Partie. Noch steht beim Aufsteiger nämlich die Null.

Alois Mraz 2003 im Trikot der SG Solingen.

„Das ist nicht einfach, der Druck wird immer mehr“, spricht der 139-fache tschechische Nationalspieler ohne Umschweife davon, dass sich die Erwartungen bislang nicht erfüllt haben. Und den ab 19 Uhr gastgebenden Bergischen HC stuft er als starke und stabile Mannschaft ein.

Die guten Erinnerungen an seine Solinger Zeit sind vielfältig, drehen sich um Betreuer-Ikone Siegfried Knapik. Und um Sebastian Hinze, mit dem Mraz eine Achse aus linkem Rückraum und Kreis bildete. „Ich schätze ihn sehr, wir hatten eine gute Chemie auf und neben dem Feld“, sagt der BHC-Coach, seit 2012 im Amt, über den Erstliga-Trainer-Novizen. Und greift in die Kiste der Dönekes. „Das einzige, was Alois nicht konnte, war joggen. Sonst war er ein kompletter Handballer. Für jemanden, der nicht gerne läuft, hat er immer 60 Minuten durchgepowert“, erzählt Hinze. Kontakt gab es immer wieder, erst zuletzt haben sich die beiden über einen Spieler am Telefon ausgetauscht.

Gummersbach als wichtige Station

Am Abend wollen sie ihr Team zum doppelten Punktgewinn coachen, Alois Mraz kann dann wohl auf mehr Leistungsträger als zuletzt bauen. So hofft er auf die Rückkehr von Drasko Nenadic (Rückraum) und freut sich über den beim 25:32 gegen Berlin schon mal bei Siebenmetern sehr sicheren Neuzugang Milos Grozdanic – das serbische Nationalspieler-Duo bestückt die linke Seite und füllt ebenso eine tragende Rolle aus, wie sie Coburgs Trainer dem früheren Löwen Pouya Norouzi bescheinigt.

Dieser stand nach seinem BHC-Engagement auch in Gummersbach unter Vertrag, wo Mraz mit anderen Erfahrungen wichtige Schritte in seiner Karriere machte – in der Akademie als Nachwuchskoordinator, Coach der A-Jugend und Co-Trainer der Profis. Dabei hatte er sich eigentlich mal vom Sport lösen wollen, aber nach der Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher ging es doch wieder zurück zum Sport. „Irgendwie kommt der Handball immer zu mir, auch Coburg soll keine Endstation sein.“

Das ist noch Zukunft, die Gegenwart packt den Tschechen voll und ganz. „Klar geht es bei uns angespannt zu, in dieser Situation sollte man auch nicht nur locker sein“, sagt Alois Mraz und bedauert es sehr, dass die Bundesliga-Spiele derzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden – gerade die Heimstärke mit dem achten Mann auf den Rängen habe den Ausschlag für den Aufstieg gegeben.

Coburg ist für Mraz sein Zweit-Wohnsitz, die Familie ist indes im rund 300 Kilometer entfernten Wetzlar heimisch geworden. Dorthin, wo er von 2007 bis 2013 seine längste Station in Deutschland hatte, zieht es ihn so oft wie möglich. Und dort würde er sehr gerne ebenso wie beim BHC noch etliche Male als Erstliga-Trainer des HSC zu Gast sein – am Weyersberg soll dafür der Grundstein gelegt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison
BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison
BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare