Handball-Bundesliga

Bergische Löwen rechnen mit dem siebten Feldspieler

Csaba Szücs wirft nur im erweiterten Gegenstoß oder nach der schnellen Mitte auf das Tor. Im Hinspiel gegen Balingen erzielte er einen seiner zehn Saisontreffer. Foto: Kurt Kosler
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Csaba Szücs wirft nur im erweiterten Gegenstoß oder nach der schnellen Mitte auf das Tor. Im Hinspiel gegen Balingen erzielte er einen seiner zehn Saisontreffer.

Beim abstiegsbedrohten und gefährlichen HBW Balingen-Weilstetten tritt der BHC am Samstagabend an.

Von Thomas Rademacher

Mitte Februar war die Handball-Welt des Bergischen HC in Ordnung: Der Club besiegte HBW Balingen-Weilstetten mit einer überzeugenden Leistung 30:22 in der Wuppertaler Unihalle. Der Erfolg war Teil eines 20:6-Punktelaufs von Dezember 2020 bis März 2021. Inzwischen hat sich die Lage geändert. Zwei Quarantänen kosteten die Löwen den Rhythmus, und die Balinger haben zuletzt trotz diverser verletzter Spieler bemerkenswerte Leistungen geboten. Höhepunkt war ohne Zweifel der 28:26-Erfolg beim SC Magdeburg, durch den sich die Schwaben ein kleines Polster im Kampf um den Klassenerhalt erarbeitet haben. Dass sich die sogenannten Gallier von Alb im Heimspiel gegen den BHC am Samstagabend (18.30 Uhr) einen weiteren Big-Point erhoffen, ist offenkundig.

„Ich bin sicher, dass uns ein kampfbetontes Spiel bevorsteht“, sagt Kapitän Fabian Gutbrod. „Aber ich ich bin auch überzeugt, dass wir das emotional so hinbekommen wie zuletzt gegen Melsungen. Wenn es klappt, stehen unsere Siegchancen gut.“ Nominell sind die Balinger freilich schwächer besetzt als die MT Melsungen, gegen die die Löwen am Mittwoch knapp mit 23:25 unterlagen. „Das sagt auch der Blick auf die Tabelle aus“, räumt Abwehr-Ass Csaba Szücs ein. „Aber die Balinger Ergebnisse zeigen, dass uns eine schwierige Aufgabe bevorsteht. Wir müssen dort unsere Arbeit machen – wie gegen jeden Bundesliga-Gegner. Ich bin aber zuversichtlich, weil wir eine gute Reaktion auf die schwache Leistung aus Ludwigshafen (22:28) gezeigt haben.“

„Es ist ja auch mal schön, einen Rhythmus wie die Champions-League-Teams Kiel oder Flensburg zu haben.“

Fabian Gutbrod, BHC-Kapitän

Als Grundvoraussetzung bezeichnet auch Trainer Sebastian Hinze die jüngst wieder unter Beweis gestellte BHC-Attitüde. Die Balinger stehen unter immensem Druck. Sie haben nur noch einen Punkt Vorsprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz. In unmittelbarer Schlagdistanz befinden sich die Eulen Ludwigshafen. „In ihrer Situation würde ich auch große Hoffnung in ein Heimspiel gegen den BHC setzen“, meint der Coach.

Kämpferische Einstellung alleine werde allerdings nicht genügen. „Wir müssen uns auch taktisch auf vieles vorbereiten“, weiß Hinze. Zuletzt hatte HBW Verletzungspech. Angeschlagen fehlten unter anderem Top-Torjäger Vladan Lipovina, Kapitän Jona Schoch oder der im Hinspiel gegen den BHC siebenfache Torschütze James Scott. „Sie haben deshalb in Magdeburg und Kiel das gesamte Spiel sehr erfolgreich mit dem taktischen Mittel des siebten Feldspielers agiert. Und auch zu Hause gegen Minden (29:29) war das immer wieder eine Option“, erläutert Hinze.

Das Rezept ging voll auf. Beim 28:26 in Magdeburg führten die Balinger kurz vor Schluss uneinholbar hoch. Beim THW Kiel erzielte die Truppe 34 Treffer. „Das muss man erst mal machen“, findet Szücs. Kurz vor dem Ende drehte der Rekordmeister die Partie noch und verließ als 38:34-Sieger das Feld. „Die große Frage ist jetzt, ob sie gegen uns ihr verletzungsbedingt improvisiertes System anwenden – weil es eben so gut funktioniert hat“, sagt Hinze. „Oder, ob sie doch in ihr normales System zurückkehren. Wir müssen uns auf beides einstellen und rechnen auch mit der Rückkehr des einen oder anderen Spielers.“

Lange ist die Vorbereitungszeit auf die einzelnen Kontrahenten in diesen Tagen nicht. Dem Spiel in Balingen folgen vier weitere Duelle binnen zwei Wochen. Hinze und seine Handballer sehen dies aber auch positiv. „Wir haben einen breiten und fitten Kader“, findet Kapitän Gutbrod. „Sebastian wird die Belastung gut steuern, deshalb wird das nicht zum Problem. Es ist ja auch mal schön, einen Rhythmus wie die Champions-League-Teams Kiel oder Flensburg zu haben.“ Und auch Hinze betont: „Wir können nun alle drei Tage alles reinhauen. Wenn uns das gelingt, dürfen wir uns bei den nächsten drei Gegnern berechtigte Hoffnung auf Punkte machen.“ Dem Duell in Balingen folgen ein Heimspiel gegen Minden und eine Auswärtstour nach Wetzlar.

Rund um den Bergischen HC

Kader: Torhüter Tomas Mrkva kassierte gegen die MT Melsungen einen Kopftreffer, Arnor Gunnarsson hatte in der ersten Halbzeit Rückenbeschwerden. Bei beiden ist nicht mit einem längeren Ausfall zu rechnen. Ob sie am Samstag dabei sind, entscheidet sich aber jeweils kurzfristig. „Wir hoffen, dass beide fit genug sind“, sagt Trainer Sebastian Hinze.

Bilanz: Zwölf Mal ist der BHC in der Bundesliga auf Balingen getroffen. Fünf Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber. Ein Mal trennten sich die Clubs unentschieden. Beim jüngsten Auswärtsspiel zogen die Bergischen im Dezember 2019 mit 27:29 den Kürzeren. Der bisher letzte Löwen-Sieg in Balingen resultiert aus einem Zweitliga-Duell: Im Dezember 2017 hieß es 30:29.

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