Handball

Beim HSV sucht sie die Herausforderung

Lara Karathanassis will sich beim HSV als Mittelspielerin hinter Mandy Reinarz etablieren. Foto: Moritz Alex
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Lara Karathanassis will sich beim HSV als Mittelspielerin hinter Mandy Reinarz etablieren.

Lara Karathanassis ist die Neue im zentralen Rückraum des Solinger Handball-Zweitligisten.

Von Thomas Rademacher

Für den Moment ist Lara Karathanassis zufrieden. Nicht nur hat sie durch den Wechsel von Regionalligist TSV Bonn zu Zweitligist HSV Solingen-Gräfrath sportlich einen Sprung nach oben gemacht, sie fühlt sich darüber hinaus auch fit. Das ist keine Selbstverständlichkeit, zumal sich die 23-Jährige einer Operation am Knie unterziehen musste, weshalb die vorige Saison schon vor Einsetzen der Corona-Pandemie zu Ende gewesen war. „Ich habe einen Knorpelschaden, der mir wohl immer wieder mal Probleme bereiten wird“, erläutert die Handballerin. „Aber nach der OP fühlt es sich bis jetzt super an.“

Mit dem Wechsel zum HSV unterstreicht Karathanassis ihre sportlichen Ambitionen. Es wäre leicht und bequem gewesen, einfach in Bonn weiterzuspielen. Doch die gebürtige Kölnerin, deren Mutter Deutsche und Vater Grieche ist, sucht die Herausforderung. „Als wir mit Bonn in der 3. Liga gespielt haben, hat das so viel Spaß gemacht, dass ich das wieder erleben wollte“, sagt sie. Während 2019 der HSV aufstieg, ging es für die Bonnerinnen nach unten. Karathanassis blieb dem Club aus der ehemaligen Hauptstadt treu, während Carina Senel nach Solingen wechselte. „Deshalb war der Kontakt zum HSV auch immer irgendwie da“, beschreibt die Sportlerin. „Carina ist eine sehr gute Freundin von mir.“

HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler hatte Karathanassis schon etwas länger auf dem Radar. „Ich wollte sie unbedingt ins Team holen“, sagt die 38-Jährige. „Sie hat einen super Charakter, ist extrem ehrgeizig sowie lernwillig und bereichert unsere Mannschaft auch menschlich. Sie verbreitet immer gute Stimmung.“ Hatte für Lara Karathanassis eine ungewisse berufliche Zukunft in der Vergangenheit noch einem Wechsel in eine höhere Klasse im Weg gestanden, bekommt sie den Spagat eines Studiums in Köln (Sonderpädagogik auf Lehramt) und dem halbprofessionellen Sport nun sehr gut hin.

„Momentan fahre ich immer mit Carina zusammen von Bonn aus zum Training. Das ergänzt sich sehr gut“, sagt die Handballerin. „In Zukunft werde ich wohl auch häufiger von Köln alleine kommen müssen.“ Der Aufwand ist es ihr im Sinne der sportlichen Weiterentwicklung aber wert.

„Ich muss noch ein bisschen mehr auftauen.“

Lara Karathanassis, HSV-Zugang

Auf der Mittelposition trägt die Rechtshänderin potenziell sehr viel Verantwortung. Derzeit ist sie die Nummer zwei hinter Mandy Reinarz. „Sie kann von ihr sehr viel lernen und muss noch in die Rolle der Führungsspielerin hineinwachsen“, meint Reckenthäler. „Wenn sie ihre Chancen bekommt, soll sie ruhig noch etwas frecher auf dem Feld werden und sich die eine oder andere Aktion mehr nehmen. Im Moment wird es von Woche zu Woche besser.“

Das sieht auch Lara Karathanassis so: „Ich muss noch ein bisschen mehr auftauen und selbstbewusster werden.“ Mit ihrer Leistung beim 32:28 im jüngsten Test gegen Bundesligist Mainz war sie zufrieden. „Es war eine deutliche Steigerung zum Turnier eine Woche zuvor“, findet die Handballerin. „Ich hatte das Gefühl, dass ich schon viel besser mit der Mannschaft zusammenspiele.“

An das Niveau beim HSV hat sich die Spielmacherin inzwischen gewöhnt. „Das war am Anfang schon noch etwas anderes – auch im Training“, betont sie. „Wenn Vanessa Brandt plötzlich den Zweikampf gegen mich sucht, ist das eine größere Herausforderung als ich bisher gewohnt war.“ Keine Frage, die 23-Jährige strahlt den Ehrgeiz aus, sich als zweite Mittelspielerin hinter Mandy Reinarz zu etablieren. „Das ist mein großes Ziel – und ich hoffe natürlich, dass mein Knie hält“, sagt sie. Mit dem Team will sie freilich nur eines schaffen: den Klassenerhalt.

Zur Person

Privat: Lara Karathanassis lebt in Bonn gemeinsam mit ihrem Freund David Röhrig, einem Handball-Trainer. Sie reist gerne, war etwa bereits in Israel, Kenia und der Dominikanischen Republik.

Zukunft: Die Handballerin kann sich vorstellen, länger beim HSV zu bleiben. Aufgrund ihres Knies glaubt sie, mit 30 Jahren nicht mehr zu spielen.

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