Handball

Beim HSV herrscht besondere Vorsicht

Franziska Penz darf nach zwei Wochen Zwangspause wieder ihren Zug zum Tor beweisen. Die Linksaußen gehört zu den Leistungsträgerinnen beim HSV. Fotos: Moritz Alex
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Franziska Penz darf nach zwei Wochen Zwangspause wieder ihren Zug zum Tor beweisen. Die Linksaußen gehört zu den Leistungsträgerinnen beim HSV.

Die Zweitliga-Handballerinnen treten nach zwei Wochen Quarantäne am Samstag wieder an.

Von Thomas Rademacher

Die Situation beim HSV Solingen-Gräfrath hat Kerstin Reckenthäler in den vergangenen zweieinhalb Wochen auf Trab gehalten. „Ich habe das Gefühl, dass Telefonate mit dem Gesundheitsamt und innerhalb des Vereins drei Viertel meines Tages bestimmt haben“, beschreibt die Trainerin des Handball-Zweitligisten. Erst am Mittwoch durften die Solingerinnen nach zwei Wochen Quarantäne wieder das Training aufnehmen. Und nun sind sie heiß auf das Duell gegen den TSV Nord Harrislee (Samstag, 18.15 Uhr, Klingenhalle) – allen Umständen zum Trotz.

Was war passiert? Ein paar Tage vor dem für den 24. Oktober geplanten Duell beim VfL Waiblingen wurde eine HSV-Handballerin positiv getestet. „Leider haben sich im Rahmen einer kleinen Geburtstagsfeier drei weitere Spielerinnen angesteckt“, blickt Reckenthäler zurück. Die Folgen waren massiv: Zunächst mussten alle in Solingen wohnhaften Spielerinnen als Erstkontakte auf behördliche Anordnung in Quarantäne, der Rest ging zunächst freiwillig nach. „Ich bin zum Glück als Trainerin kein Erstkontakt, weil ich den Mädels nicht so nah komme“, sagt Reckenthäler hörbar erleichtert.

„Alle sind nicht nur für sich selbst, sondern auch für 14 andere verantwortlich.“

Kerstin Reckenthäler, HSV-Trainerin

Die vergangenen beiden Wochen haben HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler Kopfschmerzen bereitet. Jetzt geht es wieder ums Sportliche.

Die 38-Jährige leitet an einer Schule in Leverkusen zwei Sport-Leistungskurse. „Ich versuche wirklich alles, damit ich das Virus nicht bekomme. Ich trage eine Maske im Unterricht und sehe zu, dass mir auch die jüngeren Kinder nicht zu nahe kommen. Das ist leider derzeit nötig“, meint die Trainerin. Sorge, sich zu infizieren habe sie weniger, „aber es geht eben vor allem darum, meine Kontakte zu schützen.“

Kerstin Reckenthäler geht so mit gutem Beispiel voran, denn eine weitere Infektion innerhalb der Mannschaft will sie unbedingt vermeiden. „Wir haben das thematisiert“, sagt sie. „Wir müssen uns alle bewusst machen, dass wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten so gut wie möglich schützen. Alle sind nicht nur für sich selbst, sondern auch für 14 andere verantwortlich. Daran haben sich alle zu halten. Wir haben gesehen, was die vergangenen beiden Wochen angerichtet haben.“

Nicht nur ist eine Quarantäne mental belastend, auch die Arbeitgeber der berufstätigen Spielerinnen sind freilich nicht begeistert. „Zum Glück war das Verständnis insgesamt groß, aber wer weiß, wie das beim zweiten Mal wäre“, sagt Reckenthäler, die sich besonders über die sportlichen Konsequenzen ärgert. „Wir haben zwei Wochen nicht trainiert. Das war bei der ersten Einheit auch deutlich zu sehen.“

So durften die Handballerinnen in Quarantäne nicht einmal laufen gehen. „Immerhin ein Kraftprogramm konnten wir auch in den eigenen vier Wänden durchziehen. Aber das ist natürlich alles andere als eine optimale Vorbereitung auf den nächsten Gegner“, sagt die ehemalige Spitzenhandballerin, die vor dem Duell gegen den TSV Nord Harrislee noch drei Mal mit dem Team in die Halle durfte. „Wir hoffen, dass das reicht. Gut fühlt es sich nicht an.“

Das bedeutet aber nicht, dass ihre Mannschaft die Begegnung gerne verlegen würde. „Alle sind jetzt heiß darauf, wieder auf dem Feld zu stehen“, weiß Reckenthäler, die hofft, dass ihr HSV gegen das Team aus dem hohen Norden die gute Form bestätigen kann. Mit 8:2-Punkten befinden sich die Solingerinnen in der Spitzengruppe. Harrislee wartet nach drei Unentschieden noch auf seinen ersten Sieg der Zweitliga-Saison.

Rund um den HSV

Geisterspiel: Die Partie muss aufgrund des bundesweiten Veranstaltungsverbots ohne Zuschauer stattfinden.

Bilanz: In der vorigen Saison geriet der HSV in Harrislee mit 18:30 unter die Räder. Das Rückspiel in der Klingenhalle entschieden die Solingerinnen allerdings knapp mit 26:25 für sich. Franziska Penz erzielte den Siegtreffer.

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