Fußball

Als der VfB beim Geisterspiel den perfekten Bluff auspackte

Shanthushan Srikanthan bejubelt ein grandioses Tor für den VfB Solingen. Das Geisterspiel war Lichtblick einer ansonsten weitgehend verkorksten Saison für die Baverter.Foto: Moritz Alex
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Shanthushan Srikanthan bejubelt ein grandioses Tor für den VfB Solingen. Das Geisterspiel war Lichtblick einer ansonsten weitgehend verkorksten Saison für die Baverter.

Das Fußball-Duell zwischen den Landesligisten Solingen und Remscheid fand erneut hinter verschlossenen Türen statt.

Von Timo Lemmer

Der 2. Februar war der Tag, als der VfB Solingen zur Verheißung wurde. Zum Versprechen. Alles würde besser werden. Mit einem Mal war nicht nur das für alle Beteiligten missliche Dauerthema Derby abgehakt. Auch die sportliche Tristesse der Hinrunde schien der VfB hinter sich gelassen zu haben. Eine Woche vor dem eigentlichen Jahresauftakt kämpften die Solinger und der FC Remscheid erneut hinter verschlossenen Türen um Punkte in der Fußball-Landesliga. Den Ort hatte man abermals geheim gehalten, diesmal ging es in die Sportschule Wedau.

Man hatte rund um das Spiel Probleme befürchtet. Das meldete die Polizei im Vorfeld, woraufhin die Stadt mitteilte, für so etwas keine geeignete Spielstätte zu haben – und der Verband überrascht wirkte. Verwundern konnte das von den Beteiligten, die in den leidigen Vorwochen allesamt auf die anderen verwiesen, aber eigentlich niemanden. Eine ähnliche Posse hatte es schließlich bereits in der Saison 2018/19 gegeben – bei identischen Protagonisten.

Immerhin hielt dann aber das Spiel mehr, als man sich hätte versprechen können. Der VfB lieferte ein blitzsauberes 3:1. Vincenzo Lorefice erzielte das schönste Konter-Tor der Saison – was ein Tempo! –, Maxi Noll hielt das Mittelfeld zusammen, und die Neuzugänge Habib Daff sowie Shantushan Srikanthan glänzten. Wow, das kann eine Rückrunde geben! Dieses Versprechen konnte der VfB allerdings nie einlösen. Nach dem Remscheid-Spiel folgten drei Niederlagen, bald dann der Saisonabbruch – der Geisterspiel-Auftritt des VfB, es war der perfekte Bluff gewesen, eine Illusion.

Und er reiht sich damit ideal in eine groteske Saison ein. Der vorzeitige Abbruch war aus Solinger Sicht nicht mehr als die Sahnehaube auf einer verkorksten Spielzeit. Neben dem VfB machte es auch kaum einmal Freude, den Bezirksligisten der Klingenstadt zuzuschauen. Und wenn doch mal ein Match richtig ansehnlich war, wie bei Ditib-Vatanspors Heimspiel gegen Meister 1. FC Wülfrath, stand am Ende doch eine unerklärliche 0:1-Niederlage.

Aus dem Triumph zieht der VfB Motivation für die kommende Serie

Attraktiv war sie nicht, die vergangene Spielzeit. Auch der VfB konnte sein Versprechen aus Duisburg nicht halten. Immerhin: Aus dem Triumph in Wedau speist sich Motivation für die kommende Serie: Der VfB will es nun unbedingt allen beweisen. Denn die Stimmen, dass nur der Saisonabbruch dem Landesliga-Letzten die Klasse sichern konnte, sind laut. Es bleibt zu hoffen – so traurig diese Maßnahme ist –, dass die Verantwortlichen den VfB und FCR nicht erneut in die selbe Gruppe stecken. Und, dass im Solinger Fußball endlich alles besser wird. Zumindest eins davon wird wohl umgesetzt.

Serie

Dass die Saison 2019/2020 in die Geschichtsbücher nahezu jeder Sportart eingehen wird, ist der Pandemie geschuldet. Corona beendete zahlreiche Wettbewerbe, auch den der Fußballvereine, vorzeitig. Grund genug, auf die besonderen Momente dieser besonderen Spielzeit zurückzuschauen. Nicht zwingend auf große Erfolge oder bittere Enttäuschungen. Auch soll dies nicht von der Höhe der Liga, in der die Partie stattgefunden hat, abhängig sein. „Mein Spiel der Saison“ – das ist ein subjektiver Rückblick auf ein Ereignis, das dem jeweiligen Berichterstatter in Erinnerung geblieben ist.

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