Volleyball

Beach-Talente müssen sich noch gedulden

Niklas Held (vorne) und Max Lübbert wollen in dieser Saison eigentlich angreifen. Das gemeinsame Training muss allerdings warten. Foto: Michael Linder
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Niklas Held (vorne) und Max Lübbert wollen in dieser Saison eigentlich angreifen. Das gemeinsame Training muss allerdings warten.

Eigentlich würden Niklas Held und Max Lübbert am Wochenende in die Saison starten. Jetzt müssen die Volleys-Spieler abwarten.

Von Sonja Bick

Netflix statt Training. Home-Workout statt Wettkampf. So sieht gerade der Alltag von Niklas Held aus. Eigentlich wollte er gemeinsam mit Max Lübbert in dieser Saison so richtig durchstarten. Die Cousins hatten schon 2019 – unter anderem mit Bronze bei den Deutschen U18-Meisterschaften – auf sich aufmerksam gemacht. Nun war das Beachvolleyball-Team, das in der Halle für die Solingen Volleys in der 3. Liga spielt, im Sand für Tusa Düsseldorf startet und von der Sportstadt Düsseldorf gefördert wird, in den Junior-Elite-Kader aufgenommen worden.

Vor allem eine höhere finanzielle Unterstützung bekommen sie hier, um deutschlandweit Turniere spielen zu können. Nach den Osterferien sollte es in Hannover losgehen. Eigentlich, denn der Saisonstart im Beachvolleyball ist – wie in vielen anderen Sportarten auch – aufgrund des Coronavirus erst einmal verschoben worden.

Von einem Tag auf den anderen ändert sich plötzlich alles

„Das ist natürlich schon deprimierend“, sagt Niklas Held. „Die Vorfreude auf die Saison war groß. Man weiß, dass man über den Winter besser geworden ist und will sich jetzt auch messen.“ Bis Mitte März lief die Vorbereitung ganz normal. Neben zwei Halleneinheiten mit den Solingen Volleys trainierte das Duo in der Düsseldorfer Halle Mensch im Sand. Dann änderte sich so ziemlich alles. „Eigentlich besteht unser Leben aus Schule und Sport – und plötzlich war beides nicht mehr da“, sagt der 18-Jährige, der eigentlich gerade im Skiurlaub sein wollte.

Vor fünf Wochen haben beide zum letzten Mal auf dem Feld gestanden. Jetzt sind Athletiktraining, Kraft- und Stabilisationsübungen in den eigenen vier Wänden angesagt. „Ich hätte gedacht, dass ich mich früher langweile. Die drei Wochen bis zu den Osterferien gingen aber schnell rum“, sagt Held. Auf einen geregelten Tagesablauf hat der Zwölftklässler der Friedrich-Albert-Lange-Schule dabei geachtet. In jedem Fach bekam er Aufgaben von seinen Lehrern – der zeitliche Aufwand habe sich aber in Grenzen gehalten. Manchmal fährt Niklas Held auch nach Neuss, um seinen Cousin zu besuchen. Dort trifft er dann auch seinen Onkel Uwe Sandvoss, der ihn in der Volleys-U20 trainiert und auch im Sand begleitet. „Ohne ihn würde ich nicht da stehen, wo ich stehe. Er ist sehr wichtig“, sagt der Volleyballer über ihn.

Neben einigen Netflix-Serien bleibt auch noch Zeit für andere Dinge: zum Beispiel für gesunde Ernährung. So hat der 18-Jährige, der mittlerweile fast zwei Meter misst, seit Beginn der Schulschließungen kein Fleisch mehr gegessen, was ihm überraschenderweise gar nicht schwerfällt. Und auch sonst versucht er, das Positive mitzunehmen: „Mein Körper, vor allem Knie und Schultern, freuen sich über ein wenig Regeneration.“ Ob und wann Beach-Events starten, weiß er nicht: „Wir haben kaum Infos und können nur abwarten.“

Held hofft, dass die Deutschen Meisterschaften stattfinden

Vier Beach-Trainingseinheiten pro Woche waren geplant, dazu Kategorie-1-Turniere unter anderem in Braunschweig und auf Borkum. Höhepunkt der Saison sollten die Deutschen Meisterschaften der U19 und U20 sein, zudem die Westdeutschen Meisterschaften der Männer. „Es wäre schade, wenn die DM ausfällt und wir die Chance verpassen, da etwas zu reißen“, sagt Niklas Held. „Aber wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass doch noch etwas zustande kommt.“ Bis dahin wird zu Hause trainiert – und natürlich auch mal Netflix geschaut.

SPORTLICHE LAUFBAHN

HALLE Seit 2015 spielt Niklas Held, der zuvor Handballer war und auch gefochten hatte, bei den Solingen Volleys. Erst in der Jugend, dann aber auch schnell in der Oberliga. Gemeinsam mit Libero Max Lübbert ist er in dieser Saison fester Teil des Drittliga-Kaders geworden. In der kommenden Spielzeit startet das Team voraussichtlich in der Regionalliga.

BEACH Zunächst trainierte der 18-Jährige bei der Stadtwerke Solingen Beach-Academy, vor der vergangenen Saison wechselten er und sein Cousin Max Lübbert zu Tusa Düsseldorf, wo sie – wie viele andere erfolgreiche Sportler auch – von der Sportstadt Düsseldorf gefördert werden.

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