Basketball

Basketballer ziehen unters HSV-Dach

Auf dem Gräfrather Marktplatz präsentierten der HSV und die Sharks-Basketballer ihr Bündnis: Stefan Bögel (hinten, v. l.), Manfred Heck, Oliver Magdic, Marco Feller (1. Vorsitzender HSV), Egbert Busch, Leo Funk; Carina Kronenberg (vorne, v. l. – Spielerin 1. Damen), Domenica Cassataro, Niko Magdic, Nelly Magdic (beide Jugend), Luca Tesche. Foto: Christian Beier
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Auf dem Gräfrather Marktplatz präsentierten der HSV und die Sharks-Basketballer ihr Bündnis: Stefan Bögel (hinten, v. l.), Manfred Heck, Oliver Magdic, Marco Feller (1. Vorsitzender HSV), Egbert Busch, Leo Funk; Carina Kronenberg (vorne, v. l. – Spielerin 1. Damen), Domenica Cassataro, Niko Magdic, Nelly Magdic (beide Jugend), Luca Tesche.

Gräfraths bislang reiner Handballverein erweitert überraschend sein Portfolio.

Von Jürgen König

Das kann man getrost als Überraschung bezeichnen: Auf der Suche nach einer neuen sportlichen Heimat sind die bisherigen Basketballer der TSG bei einem bislang reinen Handballverein fündig geworden und diesem beigetreten – der HSV Solingen-Gräfrath erweitert sein Portfolio.

„Es gab immer schon Kontakte, da beide Partner der Alexander-Coppel-Gesamtschule sind. Anfang des Jahres wurden diese intensiviert, wir haben uns beim HSV nunmehr für weitere Sportarten geöffnet“, erläutert Stefan Bögel, Geschäftsführer der Zweitliga-Spielbetriebs-GmbH, das Prozedere des aufnehmenden Vereins und freut sich über ein einstimmiges Votum der Mitglieder. Der Handball solle trotz des Basketball-Zuwachses die Hauptsportart bleiben, betont Egbert Busch, der eine strikte Kosten- und Kontentrennung erwähnt. „Wir setzen auf ein breiteres Sportangebot, auch im Gesundheitsbereich, und wollen der nachlassenden Vereinsbindung entgegenwirken“, hofft der Geschäftsführer darauf, mehr Kinder für den Ballsport begeistern zu können.

Den Basketball auf eine andere Ebene bringen und das Nischendasein verlassen – das ist das Ziel der Sharks-Pulsgeber. Da die TSG als bisheriger Stammverein den auch finanziell aufwendigeren Weg nicht mitbestreiten wollte, orientierte sich das Team um Abteilungsleiter Oliver Magdic neu: „Wir hatten auch gute Gespräche mit zwei anderen Vereinen. Beim HSV haben wir viele Schnittmengen vorgefunden und werden ein gemeinsamer Verein mit identischer Philosophie sein.“ Diese umfasse die Jugendarbeit, aber auch das Nebeneinander von Leistungs- und Breitensport. Gefragt nach den Zielen, gibt sich Magdic äußerst zuversichtlich: „Da gibt es keine Grenzen. Ziel ist die höchste Spielklasse.“ Was wohl eher locker gemeint war, denn davon sind die Oberliga-Männer meilenweit entfernt.

Nach oben soll es indes schnell gehen, die 2. Regionalliga ist das erste Etappenziel. „Das erste Herren-Team wird das Zugpferd sein, aber auch die Jugend und die Damen bilden Schwerpunkte“, nennt Manfred Heck, stellvertretender Abteilungsleiter und Trainer der Herren 2, die interne Vorgabe.

Für die Frauen ist Domenica Cassataro zuständig, die als Spielerin und Sportliche Leiterin natürlich auch vom „Alleinstellungsmerkmal Basketball“ in Solingen profitieren möchte. „Wir gehen davon aus, dass uns so gut wie alle Mitglieder auch folgen“, sagt Cassataro. Bemühungen seitens der TSG, die Sportart zumindest in kleinem Rahmen noch weiterzuführen, gibt es nicht.

„Es ist eine richtig gute und coole Sache, mit der wir uns identifizieren.“

Handballerin Luca Tesche und Basketballer Leo Funk

Das bestätigt auch die Stadt, die bis auf eine kleine Ausnahme sämtliche Halleneinheiten auf den HSV übertragen wird. Zum 30. Juni soll alles über die Bühne gehen, den 390 Mitgliedern im Gräfrather Handball könnten nach der Satzungsänderung etwas mehr als 200 vom Basketball folgen.

Und wie kommen die neuen Gegebenheiten bei den Aktiven an? „Es ist eine richtig gute und coole Sache, mit der wir uns identifizieren.“ So ist die Grundaussage von Luca Tesche und Leo Funk. Sie hat als Spielgestalterin des Handball-Zweitliga-Teams Basketball-Wurzeln in ihrer Familie, er hat sogar vor seiner Zeit unter dem Korb beim HSV gespielt. Die beschworene Identifikation und der intensive Austausch dürften auch dadurch gefördert werden, dass beide ihre sportliche Heimat am Kannenhof haben. Dort werde man sich, so Tesche, über den Weg laufen. Und das auf Augenhöhe.

„Es wird keinen Verein im Verein geben“, stellt Stefan Bögel heraus. So ist auch an gemeinsame Aktivitäten mit Blick auf Sommerfest und Saisoneröffnung gedacht. Und an eine Doppelveranstaltung in der Klingenhalle mit Oberliga-Basketball und Zweitliga-Handball – eine Facette eines vielversprechenden Akts im Solinger Sport.

Hintergrund

Name: Es bleibt der Handball-Spiel-Verein Solingen-Gräfrath 76 – Zusatz für die Sharks ist ebenso denkbar wie der Name eines Sponsors.

Outfit: Die Vereinsfarben bleiben grundsätzlich rot-weiß, auf den Trikots der Basketballer ist ein entsprechendes Piktogramm wahrscheinlich.

Spielklassen: Die Sharks übernehmen die bisherigen komplett.

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