Solingen Alligators

Baseball-Saison startet mit gewaltigen Hürden

Marc-Aurel Voss gehört weiterhin zum Kader der Solingen Alligators. Wie genau die Bundesliga-Saison abläuft, weiß aber auch er nicht. Foto: Christian Beier
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Marc-Aurel Voss gehört weiterhin zum Kader der Solingen Alligators. Wie genau die Bundesliga-Saison abläuft, weiß aber auch er nicht.

Die Solingen Alligators bestreiten ihr erstes Heimspiel am 9. Mai – ohne Zuschauer

Solingen. Trotz der Corona-Pandemie verlief die Saison in der Baseball-Bundesliga 2020 ohne nennenswerte Zwischenfälle. Sogar Zuschauer waren unter Wahrung der Abstandsregeln erlaubt. Danach sieht es in diesem Jahr jedoch nicht aus. Während die Spielzeit in der Südgruppe bereits Anfang April begonnen hat, zieht die Nordgruppe bald nach. Die Solingen Alligators starten am Sonntag, 9. Mai, gegen die Hamburg Stealers in eine Saison, deren Modus noch nicht einmal komplett feststeht.

Es wäre ja schön, wenn unsere eingeschworenen Fans zumindest von zu Hause aus zusehen könnten.

Peter Niemeyer, Alligators-Vorstand

„Wir sind uns sicher, dass wir in irgendeiner Form anfangen werden“, sagt Peter Niemeyer. Der Alligators-Vorsitzende arbeitet deshalb hinter den Kulissen mit Hochdruck an der Durchführbarkeit. Vor einem Monat wurden die Solinger Baseballer mit Hilfe von Stadt und Sportbund als Profisportler eingestuft, so dass sie trainieren dürfen.

Bevor es im Mai ernst wird, gilt es aber noch, einige Hürden zu meistern. So bereitet die Zusammenstellung des Kaders Probleme. Übliche Verdächtige – wie Nils Hartkopf, Lars Szameitpreuss, Dustin Hughes oder Danny Sanchez – sind zwar weiterhin dabei, doch das Hinzuholen von Importspielern gestaltet sich schwierig.

Alligators: Einreise gescheitert - schwierige Kaderplanung

So saß Gerwuins Velazco, der schon 2019 für die Alligators gespielt hatte, bereits auf gepackten Koffern. „Leider ist seine Einreise an den bürokratischen Hürden der Corona-Pandemie gescheitert“, hadert Niemeyer, der immerhin Julio Perez und Jake MacDonald ins Land holen konnte.

Ersterer ist ein 18-jähriger Venezolaner mit spanischem Pass, der auf allen Positionen einsetzbar ist. MacDonald spielt hauptsächlich als Catcher und ist Rückkehrer aus der vorigen Saison. „Wir bemühen uns aktuell noch um einen Werfer und einen weiteren Allrounder.“

Solingen Alligators versuchen Spiele für Fans zu streamen

Wenn sich die gesetzlichen Vorgaben nicht entscheidend ändern, absolvieren die meisten Clubs ihre Heimspiele ohne Zuschauer. „Wir versuchen, es gerade noch zu realisieren, dass wir unsere Spiele streamen“, sagt Niemeyer, dem aber eigentlich die Ressourcen dafür fehlen. „Vielleicht kriegen wir es trotzdem hin, denn es wäre ja schön, wenn unsere eingeschworenen Fans zumindest von zu Hause aus zusehen könnten.“

Abgesehen davon sind die Voraussetzungen für die acht Vereine der Nordgruppe sehr unterschiedlich. Einige Mannschaften dürfen bislang noch nicht einmal trainieren, andere haben noch keine Freigabe, Wettkämpfe durchzuführen. „Diese Probleme haben wir zum Glück nicht mehr, aber gerecht ist das alles sicher nicht“, stellt Niemeyer klar. Wie die Saison nach den regulären Partien weitergeht, ist ebenfalls noch offen. Absteiger soll es keine geben, doch ob es normale Play-offs gibt oder der neue Deutsche Meister auf anderem Wege gefunden wird, soll zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden.

Emsig arbeiten Niemeyer und Co. in diesen Tagen auch an der Durchführbarkeit der Spiele. „Wir müssen ein Hygienekonzept erstellen, für das noch vieles geklärt werden muss“, erläutert der Vorsitzende. „So wissen wir noch nicht, ob wir unsere Baseballer vorab auf das Coronavirus testen müssen, und mit welchen Maßnahmen wir den Weyersberg vor Publikumsverkehr schützen sollen.“ Die Alligators rechnen damit, dass einige der offenen Fragen zeitnah beantwortet werden.

Die Handballer des BHC dürfen zwar spielen - sie stehen aber durch die inzwischen zweite Quarantäne vor ganz neuen Herausforderungen.

Spielplan der Solingen Alligators

Da einige Teams nicht von Anfang an eingreifen dürfen, wird der Plan der Bundesliga-Nord wohl noch einmal umgestellt. So könnte er für die Alligators aussehen: gegen Hamburg (9. Mai), in Dortmund (15. Mai), gegen Bonn (23. Mai), in Paderborn (5. Juni), gegen Köln (4. Juli), in Dohren (10. Juli), gegen Berlin (18. Juli).

Kommentar: Es droht das Geisterspiel

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Standpunkt von Thomas Rademacher

Seit einem halben Jahr sind bei Sportveranstaltungen keine Zuschauer mehr zugelassen. Wann zumindest mal wieder ein paar dabei sein dürfen, ist völlig unklar.

Gut ist es also, dass die technischen Möglichkeiten so weit fortgeschritten sind, dass Vereine ihre Partien selbst im Internet übertragen können – so wie es zum Beispiel der HSV Solingen-Gräfrath in der 2. Handball-Liga der Frauen macht. Es liegt auf der Hand, dass beim Sport auf hohem Level eine solche Möglichkeit geschaffen werden sollte. Um den geneigten Zuschauer bei Laune zu halten, aber auch, damit Sponsoren sichtbar werden.

In der Baseball-Bundesliga ist dies leider keine Selbstverständlichkeit. In der Südgruppe, die bereits begonnen hat, wird längst nicht jedes Spiel übertragen. Und auch bei den Solingen Alligators drohen echte Geisterspiele. Eine Lösung ist aber zum Glück in Arbeit.

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